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Prinzip der Anfangskraft
Prinzip der Anfangskraft (principle of initial strength), biomechanisches Prinzip; Erreichen einer hohen Endgeschwindigkeit durch eine eingeleitete Gegenbewegung. Das Prinzip der Anfangskraft geht davon aus, dass durch eine abgebremste Gegenbewegung eine Kraft entsteht, wenn dem Abbremsen unverzüglich die eigentliche Bewegung folgt (Beispiel: Schlusssprung aus dem Stand, Armschwung beim Startsprung). Mehr zum Thema: http://spt0010a.sport.uni-oldenburg.de/VEROEFF/BS100PRINZIPANFANGSKRAFT.pdf - Zugriff 26.11.21…
Prinzip der Beidseitigkeit
Prinzip der Beidseitigkeit (principle of ambidexterity), Trainingsprinzip, wonach bei Bewegungshandlungen oder Bewegungsaktionen linken wie rechten Extremitäten die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wenn diese Befähigung zur beidseitigen Ausführung besonders in den Sportspielen eine Rolle spielt, so sollten auch im Schwimmen Armzüge und Beinschläge beider Seiten von annähernd gleicher Qualität sein. So können an der FES-Armzugbank Kraft…
Prinzip der Bewusstheit
Prinzip der Bewusstheit (principle of visual awareness), spezifische Fassung des allgemeinen didaktischen Prinzips der Bewusstheit, wonach die Aufgaben im Training so zu stellen und die Vorgehensweise so zu wählen sind, dass der Sportler sie versteht und bewusst umsetzt. Dieses Prinzip erfordert vom Trainer Fachkompetenz, eine verständliche Sprache, die Anwendung mediengestützter Informationen (→Mediendidaktik), sowie wissenschaftlicher Diagnosemethoden.…
Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung
Prinzip der Einheit von Belastung und Erholung (principle of the unit of load and recovery), allgemeines Trainingsprinzip, das die Erholung als eine wichtige Komponente bei der Anpassung an Belastungsreize betrachtet (→Superkompensation), die deshalb für das Training eine ebenso wichtige Planungsgröße ist, wie die Belastung selbst. Die biologische Grundlage ist die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Organismus, der…
Prinzip der Einheit von Wahrnehmung und Bewegung
Prinzip der Einheit von Wahrnehmung und Bewegung (principle of the unit of perception and movement), Bei jeder Bewegung wird wahrgenommen und zugleich gibt es keine Wahrnehmung ohne Bewegung. Nach Schilling (1987,25) ist das Erlernen komplizierter Bewegungsmuster nur auf der Grundlage einer ungestörten kognitiven Verarbeitung von Sinnesreizen möglich. Ob geplant oder instinktiv, die Motorik des Menschen…
Prinzip der Einheitlichkeit und Differenzierung
Prinzip der Einheitlichkeit und Differenzierung, allgemein pädagogisches und didaktisches Trainingsprinzip; →Differenzierung Dieses Prinzip ist besonders im langfristigen Aufbau der Leistungssportler zu beachten, indem in den ersten Ausbildungsetappen (GLT und ABT) einheitlich und ab Anschlusstraining differenzierter (Spezifischer und individueller) trainiert wird. Die Einheitlichkeit im Grundlagen- und Aufbautraining ergibt sich schon aus der Tatsache, dass jeweils Grundlagen…
Prinzip der funktionalen Asymmetrie
Prinzip der funktionalen Asymmetrie (principle of the functional asymetry), Entwicklungsprinzip, wonach sich jedes Kind von Natur aus zu einem perfekt beidhändigen Erwachsenen entwickeln kann. Dementsprechend wird eine spätere Seitigkeit durch Umwelteinflüsse bedingt und nicht durch das Unvermögen der einen Seite. Neurologisch besteht nach dieser Ansicht für beide Seiten das gleiche Entwicklungspotential. (Kent, 1994). →Asymmetrie, funktionale,…
Prinzip der Gegenwirkung
Prinzip der Gegenwirkung (principle of counter-action), biomechanisches Prinzip, das auf dem 3. NEWTONschen Axiom der Gegenwirkung (actio et reactio) beruht, also auch bei sportlichen Bewegungen besteht zu einer Wirkung immer eine gleich große Gegenwirkung. So führt eine Verdrehung des Oberkörpers nach links in der Regel zu einer Verdrehung des Unterkörpers nach rechts. →Impulserhaltungsgesetz Über viele…
Prinzip der Grenzbelastung
Prinzip der Grenzbelastung (principle of maximum load), Trainingsprinzip, →Grenzbelastung
Prinzip der Impulserhaltung
Prinzip der Impulserhaltung (principle of impulse preservation), biomechanisches Prinzip, das auf dem Impulserhaltungssatz beruht, wonach der Gesamtimpuls einer Drehbewegung erhalten bleibt. Mit diesem Prinzip lassen sich Drehbewegungen im freien Flug oder →Bewegungen um feste und elastische Ebenen beschreiben (→Drehimpulserhaltungssatz). So kann das Massenträgheitsmoment bei stark gehockter gegenüber leicht gehockter Körperhaltung verringert und damit die Winkelgeschwindigkeit…
Prinzip der optimalen Tendenz im Beschleunigungsverlauf
Prinzip der optimalen Tendenz im Beschleunigungsverlauf (principle of the optimum tendency in accelerative dynamics), Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges, biomechanisches Prinzip, das den zweckmäßigen Beschleunigungsverlauf bei unterschiedlichen Zielstellungen beschreibt. Soll z.B. ein Beschleunigungsweg in kürzester Zeit zurückgelegt werden, dann müssen die größten Beschleunigungskräfte am Anfang der Beschleunigungsphase wirken (z.B. Stoß im Boxen, Fechten), soll die größte…
Prinzip der rechtzeitigen und zunehmenden Spezialisierung
Prinzip der rechtzeitigen und zunehmenden Spezialisierung (Principle of the punctual and increasing specialization), allgemeines Trainingsprinzip, wonach bei Wahrung allgemeiner Leistungsgrundlagen rechtzeitig und zunehmend das Training auf die angestrebte Disziplin ausgerichtet wird. Besonders im Aufbautraining der Ausdauersportarten sichern stabile aerobe Leistungsgrundlagen und die Beherrschung der grundlegenden sportlichen Techniken eine zunehmende sportartspezifische Spezialisierung. Im Übergang zum Anschlusstraining…
Prinzip der Steigerung der Trainingsbelastung
Prinzip der Steigerung der Trainingsbelastung (principle of increasing demands), allgemeines Trainingsprinzip, wonach der Zusammenhang zwischen Belastungsumfang und Leistungssteigerung das trainingsmethodische Vorgehen bestimmt. So trägt eine stete Zunahme des Trainingsumfanges neben der biologischen Entwicklung der Schwimmer maßgeblich zur Leistungsentwicklung im Nachwuchstraining bei. Mit zunehmendem Trainingsalter wird die Trainingsbelastung über die Intensivierung des Trainings gesteigert. Da eine…
Prinzip der zeitlichen Koordination von Teilimpulsen
Prinzip der zeitlichen Koordination von Teilimpulsen (principle of the temporal co-ordination of partial impulses), biomechanisches Prinzip. das besagt, dass die durch die Teilbewegungen produzierten Impulse zeitlich optimal aufeinander abgestimmt sein sollen. Die Einzelimpulse beeinflussen sich gegenseitig und können nicht einfach addiert werden. Neuerdings wird das Prinzip abgewandelt zum „Go-and-Stop-Prinzip“, wonach ein Objekt (Ball, Speer, Kugel…
Prinzip der zunehmenden Individualisierung
Prinzip der zunehmenden Individualisierung (principle of increasing individualizing), Trainingsprinzip, →Individualisierung
Prinzip der Zyklisierung
Prinzip der Zyklisierung (principle of the zyklisierung), allgemeines Trainingsprinzip, wonach das Training nicht als gleichförmiger Prozess, sondern als „hierarchisch geordnetes System von längeren und kürzeren Abschnitten, die sich in bestimmtem Maße auf einem erreichten höheren Niveau wiederholen“ zu verstehen ist (Schnabel et al. 2003). →Zyklisierung, →Periodisierung Beispiel: Unterteilung eines Trainingsjahres in Makro- und Mesozyklen. Exkurs:…
Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges
Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges (principle of the optimum accelerative distance) → Prinzip der optimalen Tendenz im Beschleunigungsverlauf; zweckmäßiges Ausnutzen des Beschleunigungsweges um eine maximale Endgeschwindigkeit zu erreichen. Das Prinzip fusst auf der biomechanischen Gesetzmäßigkeit, dass eine konstante Kraft einer Masse eine umso höhere Endgeschwindigkeit gibt, je länger die Kraft auf die Masse einwirkt. →Trainingsprinzip Beispiel:…
Prinzip des wirksamen Belastungsreizes
Prinzip des wirksamen Belastungsreizes →Reizschwelle, Reizstufenregel Das Prinzip des trainingswirksamen Belastungsreizes geht davon aus, dass der Reiz eine bestimmte Intensitätsschwelle (Reizschwelle) überschreiten muss, um trainingswirksam zu sein und Anpassungserscheinungen auszulösen. Sportwissenschaftlich ausgedrückt: "Der induzierte Belastungsreiz wird mit der individuellen Beanspruchung in Relation gesetzt, um abschätzen zu können, welche extern induzierte Reizart ("Dosis") zu welcher individuellen…
Prinzip, biomechanisches
Prinzip, biomechanisches (principle, biomechanical), „Allgemeiner Grundsatz der Handlungsorientierung für biomechanisch zweckmäßige Lösungen von Bewegungsaufgaben“ (Sust, in Schnabel & Thieß 1993, S. 637). Anhand der 1967 von Hochmuth formulierten biomechanischen Prinzipien lässt sich die Zweckmäßigkeit vieler Bewegungen objektiv bewerten: Hinzu kommt das Prinzip der Kinetion (Antrieb, kinetische Energie) und Modulation, das den Zusammenhang zwischen einer dynamischen…
Prinzipiensystem
Prinzipiensystem (system of principles), Versuch einer wissenschaftlichen Begründung von Handlungsorientierungen als „Ersatz von Gesetzmäßigkeiten“ in der Trainingslehre. Nach Schnabel et al.(2008) ein "allgemeiner Grundsatz im sportlichen Training, der den Zusammenhang zwischen den Bedingungen, Trainingshandeln und Trainingswirkung als verallgemeinerte Aussage enthält, als Erkenntnisgrundlage abbildet und eine grundlegende Handlungsweisung als Regulativ für das Trainingshandeln darstellt" (S.590). →Trainingsprinzip…