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Sportmedizin

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Glykogendepletion

Glykogendepletion (glycogen depletion), lat. deplere „ausleeren“; Abbau von Glykogen aus Muskel und Leber während sportlicher Belastungen, insbesondere bei intensivem Ausdauertraining bis 90 Minuten. Deshalb sollte zur Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels während des Trainings Glucose aufgenommen werden. Normalerweise ist das Gleichgewicht (→Homöostase) nach 1-2 Tagen wiederhergestellt. Gelingt dies nicht, besteht die Gefahr einer Unterzuckerung. Glykogendepletion kann zu…

Grunduntersuchung, sportmedizinische

Grunduntersuchung, sportmedizinische (primary checkup ,sportmedical), Standard für eine Gesundheitsuntersuchung, die mindestens einmal jährlich von ausgewiesenen Sportmedizinern für Kadersportler verbindlich ist. In den Ländern stehen dazu den Kadersportlern vom DOSB bzw. Landessportbund benannte (lizenzierte) Untersuchungszentren/stellen kostenlos zur Verfügung. A/B-Kader im Schwimmen erhalten die Grunduntersuchung im Rahmen der zentralen KLD. Mit sportmedizinischen Grunduntersuchung soll: die Gesundheit im…

Haltungsfehler

Haltungsfehler (posture defect), a. anatomisch - Fehlhaltung, eine noch korrigierbare Abweichung von der Normalhaltung der Wirbelsäule als Folge schlechter Gewohnheitshaltung oder durch Stütz-/Bindegewebsschwäche (→Bindegewebe). Von einem Haltungsfehler spricht man, wenn es nicht gelingt, sich bewusst durch Anspannung seiner Muskeln aus einer erschlafften zu einer normalen Haltung aufzurichten. Markante Haltungsfehler sind: totalrunder Rücken, hohlrunder Rücken und…

Haltungsschaden

Haltungsschaden (postural deformity), (orthop.) sekundäre, fixierte (und meist nicht korrigierbare) Fehlhaltung infolge verspäteter oder unvollkommener Korrektur eines Haltungsfehlers, begünstigt durch angeborene Störungen der Skelettentwicklung oder Erschöpfung, auch durch pubertäres Längenwachstum (nach ROCHE - Lexikon). Haltungsschäden zählen in Deutschland inzwischen zu den Volkskrankheiten, hier vorrangig Rückenschmerzen. Als Korrektiv wird mehr Bewegung empfohlen. Aber ein Mehr an…

Haltungsschwäche

Haltungsschwäche (postural weakness, postural dysfunction), „Missverhältnis zwischen dem Skelettwachstum und dem Wachstum der Muskulatur“ (Groher in Röthig & Prohl, 2003), das besonders in Phasen verstärkten Körperwachstums zwischen dem 5. und 7. sowie dem 11. und 14. Lebensjahr auftritt. Man versteht darunter die Unfähigkeit, die Wirbelsäule im Stand und mit horizontal vorgestreckten Armen länger als 30…

Haltungsstörung

Haltungsstörung (postural abnormality), pathologische Körperhaltung als unökonomischer Zustand inadäquater Beanspruchung der Muskulatur (Haltungsschwäche) und passiver Strukturen (Haltungsschaden), was zu Schmerzen führen kann.  →Haltungsfehler

Hämatokrit

Hämatokrit (HK) (hematocrit), Volumenanteil der roten Blutkörperchen (→Erythrozyten) am Gesamtblut in Prozent = Hämatokritwert (♂ 43-49%, ♀ 37-45%) und damit Ausdruck der Viskosität des Blutes. Geringere Hämatokrit-Werte begünstigen den Gasaustausch, da so die Erythrozyten leichter die Kapillaren passieren. Erhöhte Hämatokritwerte (über 50%) können die Folge von Flüssigkeitsverlust (→Flüssigkeitsbedarf) sein und die Regenerationsfähigkeit (→Regeneration) einschränken. Für…

Hämatom

Hämatom (hematoma), griech. haima "Blut" und témnein "schneiden ,verwunden‘" = Bluterguss. Ansammlung von geronnenem Blut im Gewebe nach unfallbedingten oder operativen Gefäßverletzungen, das zu einer Farbveränderung („blauer Fleck“) oder tiefer liegend zu einer Schwellung führt. Der Abbau kann bis zwei Wochen dauern. Bei den typischen Sportverletzungen entstehen Hämatome meist am betroffenen Gelenk (Sprung-, Handgelenk etc.)…

Hämoglobin

Hämoglobin (hemoglobin), roter Blutfarbstoff in den Erythrozyten, an das eiweißartige Häm gebundenes Eisenmolekül, das in der Lage ist, Sauerstoff zu binden (Oxygenierung). Diesen nimmt er in der Lunge auf und transportiert ihn durch die Blutgefäße. Auf dem Rückweg sorgt er für den Abtransport des Kohlendioxids. →Eisen Als normal gelten folgende Hämoglobin-Werte: Frauen: 12 – 16…

Handwurzelknochen

Handwurzelknochen (carpal bones), acht kleinere Knochen, die die Beweglichkeit des Handgelenkes sichern. Bei Kindern findet man zwischen den Mittel- und Endstücken die aus Knorpel bestehenden Wachstumsfugen (Epiphysenfugen), die im Wachstumsverlauf verknöchern. In der Kinderorthopädie verwendet man deshalb die Röntgenaufnahme der Hand als aussagekräftiges diagnostisches Hilfsmittel zur Ermittlung der Gesamtkörpergröße, den Abschluss des Längenwachstums und zur…

Hautfaltenmessung

Hautfaltendicke/-messung (skinfold measurement), anthropometrischer Indikator zur Bestimmung der Unterhautfettmasse, indem an definierten Messpunkten (z.B. am Trizeps, am Rücken unterhalb des Schulterblattes) die Hautfaltendicke gemessen wird und mittels Regressionsgleichungen der Gesamtkörperfettanteil annähernd ermittelt wird. Zur diagnostischen Bestimmung des Untergewichtsverlaufs (→Gewichtsreduktion) wird die Hautfaltendicke mit einem Kalipermeter an 4-12 Stellen gemessen. So sind bei Männern Werte unter…

Hemiparese

Hemiparese (hemiparesis) →Parese

Herz-Kreislaufsystem

Herz-Kreislaufsystem (HKS) (Kreislauf) (heart circulation system), kardiovaskuläres System, Transportsystem, das durch eine Pumpe (→Herz), ein Gefäßsystem (Blutgefäße) und ein Transportmittel (→Blut) die Körperzellen mit den für den Stoffwechsel notwendigen Substanzen sowie Wärme versorgt und Abbauprodukte entsorgt. Sport führt zu einer Ökonomisierung zahlreicher Funktionen des HKS und ist damit ein wichtiger Faktor bei der Verhinderung von…

Herzfrequenz

Herz(schlag)frequenz (heart rate), Anzahl der Herzschläge pro Minute, angegeben in min−1 oder als bpm (beats per minute). Obwohl Herzfrequenz und Puls in der Trainingspraxis synonym gebraucht werden, sind sie nicht identisch. Die Herzschlagfrequenz hängt ab von Alter, Belastung und allgemeinen physischen Leistungsvermögen (Fitness). Sie nimmt im Altersgang ab (von 120 des Neugeborenen bis zu 70…

Herzfrequenzvariabilität (HRV)

Herzfrequenzvariabilität (HRV) (heart-rate variability), Oszillationen (Schwingungen) der Herzperiodendauer (RR-Intervalle) zur Beurteilung der kardialen autonomen Reaktionslage (Abweichungen von Herzschlag zu Herzschlag). Die HRV ist seit Jahren zur Früherkennung und Prognosebeurteilung pathologischer Prozesse (Myokardinfarkt, Schlaganfall) in der klinischen und intensivmedizinischen Diagnostik etabliert. In der Sportmedizin unterliegt die HRV besonderen Rahmenbedingungen, die noch eine Anpassung der Methode erfordern…

Herzgröße, absolute

Herzgröße, absolute (absolute heart size), Die Herzgröße wird in der Regel als absolutes oder relatives (körpergewichtsbezogenes) Herzvolumen angegeben und kann röntgenologisch oder echokardiografisch bestimmt werden. Die normale Herzgröße beim männlichen und weiblichen Geschlecht liegt bei 10 - 12 (Grauzone bis 13) und 9 - 11 (Grauzone bis 12) ml/kg Körpergewicht. Ein oberer Grenzwert von 20…

Herzhypertrophie

Herzhypertrophie (cardiac hypertrophy), strukturelle Anpassung des Herzens an Ausdauerbelastungen (→Sportherz), die im Gegensatz zu pathologischen Herzvergrößerungen zu einer vergrößerten Leistungsfähigkeit führt. Die Herzhypertrophie hängt stark von der genetischen Veranlagung und dem Belastungsmaß ab, wobei die Trainingsintensität besonders wirksam ist. Das betrifft aber nur etwa 15% der Leistungssportler (Kindermann, 2014). Durch die Herzhypertrophie erhöht sich das…

Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz (cardiacinsufficiency), Unvermögen des Herzens, den Organismus unter Belastung (Belastungsinsuffizienz) oder in Ruhe (Ruheinsuffizienz) mit Blut zu versorgen oder den venösen Rückfluss aufzunehmen. Nach den Richtlinien der New York Heart Association wird die Herzinsuffizienz in vier sogenannte NYHA-Stadien eingeteilt: Stadium I: Beschwerdefreiheit, normale körperliche Belastbarkeit Stadium II: Beschwerden bei stärkerer körperlicher Belastung Stadium III: Beschwerden…

Herzleistungsquotient

Herzleistungsquotient (cardiac output quotient), Quotient aus Herzvolumen und maximalem Sauerstoffpuls, dem eine gesicherte Beziehung zwischen Herzgröße und maximaler Sauerstoffaufnahme bei gesunden Menschen zugrunde liegt. Er dient angeblich zur Beurteilung des Trainingszustandes (Röthig & Prohl2003, S. 253). Diese Aussage wird aber später relativiert, indem die Größe des Herzleistungsquotienten weniger die körperliche Leistungsfähigkeit beurteile, aber zwischen einem…

Herzminutenvolumen (HMV)

Herzminutenvolumen (HMV) (cardiac minute volume), ausgeworfene Blutmenge des Herzens pro Minute, beim Erwachsenen in Ruhe ca 3-5 l/min, bei Trainierten bis 30l/min unter höchster Belastung („Herzauswurfleistung“).  Das HMV kann in der klinischen Praxis nur indirekt mit verschiedenen Verfahren, von der Echokardiografie bis zu Kernspinnuntersuchungen ermittelt werden.  →Herzzeitvolumen Physiologisch verbessert ein Ausdauertraining die Leistungsfähigkeit über eine…