Psychologie
628 Einträge
Effektgesetz
Effektgesetz (law of effect), beschreibt den Zusammenhang zwischen Reiz und Reaktion (Thorndikes Prinzip). Einfach gesagt: ein belohntes Verhalten wird eher wiederholt als ein Verhalten, das mit Unbehagen einhergeht. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verhaltensmuster wieder auftritt, wenn ein Verhalten belohnt wird = Lernen am Erfolg (Thorndike, 1911). →Belohnung, →Verstärkung, operante Konditionierung Das ursprünglich aus…
Egoismus
Egoismus (egoism), lat. ego „ich“; Verhalten und Standpunkt, bei dem das „Ich“ im Vordergrund steht (→egozentrisch). Egoismus ist zumeist negativ besetzt (→Geltungsstreben, Selbstsucht, Eigenliebe). Dem entgegen wird in der Psychologie auch der „gesunde Egoismus“ im Sinne von Selbstverwirklichung beschrieben, besonders wenn die Bedürfnisse anderer Menschen in das eigene Handeln einbezogen werden. Gegenstück: →Altruismus, Leistungssport verlockt,…
egozentrisch
egozentrisch (egocentric), lat. ego „ich“; sich in den Mittelpunkt stellen, andere an sich selbst messen, Probleme, sich in Gruppen einzuordnen bis zu Realitätsverlust. →Egoismus Egozentrische Sportler verlieren die Fähigkeit, eine Rolle, eine Position oder eine Funktion in der Gruppe einzunehmen, geraten zunehmend in Isolation und verhindern so die Entfaltung der eigenen Identität. Diese Erscheinung ist…
Ehrenkodex (der Trainer)
Ehrenkodex (der Trainer) (code of ethics), vom Deutschen Sportbund (DSB) 1997 verabschiedetes Standesethos der Trainer im deutschen Sport mit normen- und wertbegründeten Orientierungen für die Gesinnung und das Handeln im Bereich des Trainings und Wettkampfes. „Diese Orientierungen sind im Grundsatz an einem „humanen Leistungssport" sowie am Wohl von Kindern und Jugendlichen, an der „mündigen Athletin"…
Ehrgeiz
Ehrgeiz (ambition), in Pädagogik und Psychologie die Motivation, ein Ziel zu erreichen (Zielstrebigkeit), unabdingbare Voraussetzung zum Erreichen hoher Leistungen, wobei die Hintergründe sehr verschieden sein können, positiv wie Streben nach Vervollkommnung und Höchstleistungen, Freude am Wetteifern, Anerkennung, Stärkung des Selbstbewusstseins; negativ wie übersteigerter Ehrgeiz, der zu unlauteren Mitteln bis zur Intrige führen kann. Oft ist…
Eigenschaft
Eigenschaft (property; trait), Bestimmung eines Merkmals, durch das es einer Klasse von Merkmalen zugeordnet werden oder sich davon unterscheiden kann. In Pädagogik und Psychologie wird Eigenschaft als relativ stabiles, beständiges Merkmal einer Person gesehen. Diese Persönlichkeitseigenschaften werden aus dem Verhalten erschlossen. Zu den psychischen Eigenschaften zählt man Kenntnisse und Einstellungen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Gewohnheiten, Gefühlseigenschaften…
Eindruck, erster
Eindruck, erster (impression, first), (Psychologie), Art der Anmutung bei der ersten Begegnung. Der erste Eindruck kann sehr nachhaltig sein, ist aber stark von Vorurteilen behaftet. Deshalb ist er nur von geringem diagnostischen Wert und darf selbst bei angeblicher „Menschenkenntnis“ nicht überbetont werden, zumal (besonders in der sportlichen Auseinandersetzung) bestimmte Verhaltensweisen vorgetäuscht werden können. Nach einer…
Einsicht
Einsicht (sense), „unmittelbares Verstehen eines Sachverhaltes; das Erkennen der Zusammenhänge, der Ursache und der Wirkung eines Geschehens oder einer Handlung“ (Häcker & Stapf, 2004, S.234). Eine der drei Hauptformen des Lernens, die im Gegensatz zum Prinzip der Wiederholung auf Einsicht beruht und oft mit dem „Heureka“- Erlebnis (Ich hab‘s!) verbunden ist („Ein-sicht“). Beispiel: Hossner (1996)…
Einstellung
Einstellung (attitude; mental set), in der Psychologie nicht eindeutig beschriebener Begriff: Haltung eines Menschen gegenüber einer Person, einer Sache oder einer Idee. Es werden drei Komponenten gegenüber dem Einstellungsobjekt unterschieden:a. kognitiv (Meinung, Argument, Anschauung),b. affektiv (gefühlsmäßige Bewertung),c. Verhaltensintention (Verhalten zum Objekt der Einstellung). In der Praxis stimmen die drei Komponenten häufig nicht überein. Auffällig sind…
Elektrakomplex
Elektrakomplex (Electra komplex), starke Bindung der Tochter an den Vater, verbunden mit feindseligem Verhalten gegenüber der Mutter, analog →Ödipuskomplex. Der Elektrakomplex ist öfters bei Mädchen in jungen Jahren anzutreffen. Dieses kindliche Verhalten ist entwicklungspsychologisch normal und sollte nicht überbewertet werden. Kritisch wird es, wenn es über die Pubertät anhält: „Prinzessin auf Lebenszeit“. Mehr zum Thema:…
Emotion
Emotion (emotion), lat. emovere „herausbewegen, emporwühlen“; Gemütsbewegung, bewusst verarbeitetes Gefühl. Erlebnis von inneren oder äußeren Reizen, die als angenehm oder unangenehm empfunden werden und sich auf den Körper (Zittern, schnelle Atmung), auf die Psyche und auf das Verhalten (Aktivitäten) auswirken können. Der Mensch ist von Geburt an mit Basisemotionen (s Abb.) ausgestattet, die mit einem…
Empathie
Empathie (empathy), griech. Wurzel path „leiden, fühlen“; Einfühlungsvermögen, bedeutende Fähigkeit sozialer Kompetenz, das Vermögen, sich in andere Menschen und deren Situationen hineinzuversetzen (emotionale Intelligenz). Junge Sportler führen heißt, auf sie zuzugehen, Verständnis für ihre Probleme und Sorgen zu zeigen. Die Sportler wissen das zu schätzen. Das stärkt die Akzeptanz des Trainers, seine Führungsrolle und damit…
Empfindung
Empfindung (feeling; perception; sensation), In der Psychologie die unbewusste Reaktion auf äußere Reize und deren innere Verarbeitung als Emotion. Sie unterscheidet sich von der Wahrnehmung, die auf den Empfindungen aufbaut, diese aber bewusst verarbeitet. Merkmale der Empfindung sind Dauer und Intensität. Gemäß der einzelnen Sinnesfunktionen wird zwischen Hör-, Geruchs-, Geschmacks-, Gleichgewichts-, Organ-, Tast-, Temperatur- und…
Endorphine
Endorphine (endorphins), zusammengesetzt aus endogen ("von innen") und Morphin (Alkaloid, Rauschgift); Neuropeptid, das als Neurotransmitter fungiert und ähnlich Morphium schmerzlindernd wirkt, weshalb es bei Stress und großen Schmerzen vermehrt ausgeschüttet wird. Die Endorphin-Hypothese postuliert eine verstärkte Freisetzung von Endorphinen während und nach sportlichen Aktivitäten. So war nach einem 25km-Schwimmwettkampf Beta-Endorphin (ßE) signifikant erhöht (Karamouzis et…
Energie, psychische
Energie, psychische (energy, psychological), ungenau definierter Begriff („objektiv nicht zu erfassende Kraft“), der in der Psychologie dem Antrieb nahe kommt. Im Sport verkörpern solche Zustände wie „voll drauf“ zu sein oder „Er sprüht vor Energie“ dieses Phänomen. Nach Erklärungsversuchen von JUNG und FREUD, kamen wesentliche Impulse aus den Lehren fernöstlicher Philosophen („Ch’i“), wonach psychische Energie…
Engramm
Engramm (engram), (von griechisch en, „hinein“, und gramma, „Inschrift“), „durch physiologische Reize verursachte, dauerhafte strukturelle Veränderungen im Gehirn, also vereinfacht gesagt Gedächtnisspuren“. Die Summe aller Engramme ergibt das Gedächtnis. (http://lexikon.stangl.eu/autor/© Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik), →Bewegungsmuster Intensive neuronale Aktivitäten hinterlassen im Zentralnervensystem (ZNS) Abdrücke, die sogenannten dynamischen Engramme. „Für das Erlernen sporttechnischer Bewegungsfertigkeiten ist…
Entfremdung
Entfremdung (alienation), Begriff in den Gesellschaftswissenschaften zur Kennzeichnung der Beziehung der Menschen untereinander, zur Umwelt (besonders zur Arbeit) oder zu sich selbst, auch als gestörtes Verhältnis des Menschen zu seinen Mitmenschen bis zum Widerspruch zwischen Bevölkerung und „denen da oben“ (Politikverdrossenheit). Unter dem Einfluss von Marx bezog sich der Begriff Entfremdung nicht mehr auf ein…
Entschlusskraft
Entschlusskraft (initiative), als Komponente der komplexen psychischen Steuerungsfähigkeiten die Fähigkeit, Entscheidungen zu fällen und diese in Taten umzusetzen. Formung der Entschlusskraft ist Training des „Entscheidungsmuskels“ (M. Papst in „The Huffington Post“ 16.04.16). Im Sport sind oft in kürzester Zeit Entscheidungen zu treffen, jedes Zögern kann den Sieg oder eine bessere Platzierung kosten. Es können aber…