Psychologie
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Chronotyp
Chronotyp (chronotype), griech. Χρόνος „Zeit“; von der „inneren Uhr“ (biologischer Rhythmus) bestimmte Kategorie von Menschen, deren Hormonspiegel, Körpertemperatur, Schlaf- und Wachphasen, Leistungsvermögen zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedlich ausgeprägt sind. Dabei werden Frühaufsteher („Lerche“), Normaltyp und Spätaufsteher („Eule“) unterschieden. Da im Hochleistungssport der Wettkampf-Zeitplan die gesamten Abläufe bestimmt, hat sich der Sportler dem zu fügen und langfristig…
Closed-loop-Kontrolle
Closed-loop-Kontrolle (closed-loop movement), Modell der Bewegungssteuerung auf der Grundlage kontrollierter Bewegung, die durch eine ständige Rückmeldung über den Ablauf charakterisiert ist. Der Begriff ist der Kybernetik entlehnt („geschlossene Schleife“) und geht auf den amerikanischen Psychologen Adams zurück. Das Closed-Loop-Modell wird inzwischen in der Lerntheorie kritisch gesehen. Das betrifft den eingeschränkten Geltungsbereich, die Annahmen zur Ausbildung…
Coaching, biografisches
Coaching, biografisches (coaching, biographical), Beratungsmethode bei der dem persönlichen Coaching ein biografisches Interview und dessen umfangreiche Analyse vorgeschaltet werden. "Indem der Klient die komplette Biografieanalyse vorliest, reflektiert er seine eigene Biografie als Hintergrund für sein (Führungs-)Verhalten und erhält im Vorfeld des Coachings bereits wichtige Denkanstöße. Der Coach wiederum lernt die Lebensgeschichte seines Klienten kennen und…
Coping
Coping (cope: handeln, bewältigen), 1. Strategien zur Stressbewältigung, die einmal problemorientiert (suche nach Lösung des Problems) oder emotionsorientiert (Abbau negativer Emotionen durch Ablenkung, Verdrängung usw.) sein können. 2. Fragebogen zur Erfassung von Belastungsverarbeitung mittels unterschiedlicher Coping-Tendenzen. Zwischen Depression/Burnout und chronischen Stress sowie dem Grad an Erholung konnten gesicherte Beziehungen festgestellt werden. Zum praktischen Transfer der…
Cybermobbing
Cybermobbing (cyber, abgeleitet von Kybernetik, hier auf Internet bezogen; mobbing = andere quälen, verletzen); „das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mithilfe von Internet- und Mobiltelefondiensten über einen längeren Zeitraum hinweg. Der Täter – auch „Bully“ genannt – sucht sich ein Opfer, das sich nicht oder nur schwer gegen die Übergriffe zur Wehr setzen…
Deckeneffekt
Deckeneffekt (ceiling effect), Messfehler, der auf der Überschreitung des Messbereichs beruht.
Denken
Denken (thinking), „Prozess des inneren Handelns, bei dem Wahrnehmungs- und Vorstellungsinhalte miteinander in Beziehung gebracht werden, wobei Begriffe und Worte, also Sprache, eine wichtige Funktion haben…Denken ist eine interpretierende und Ordnung schaffende Verarbeitung von Informationen“ (Gabler, 2000), auch „Ordnen des Tuns“ (Aebli, 1980) oder „Reden mit sich selbst“ (Immanuel Kant 1724-1804). Denken ist das entscheidende…
Denken, positives
„Denken, positives“ (positive mental attitude), Element aus dem „mentalen Werkzeugkasten“ (Beckmann & Elbe, 2008, S. 124), eine von den Psychogurus der Wirtschaft übernommene umstrittene Methode, die vordergründig das Bewusstsein manipuliert und die natürlich-seelische Entwicklung nur behindert. Obwohl positives Denken nicht auf der psychologischen Wissenschaft basiert, wird es auch im Sport immer wieder empfohlen. Erfolg wie…
Depression
Depression (depression), lat. deprimere „niederdrücken“; seelische Erkrankung, „eine ernste, behandlungsbedürftige Störung, die sich der Beeinflussung durch Willenskraft oder Selbstdisziplin des Betroffenen entzieht“ (Wikipedia), im Gegensatz zu einfachen Verstimmungen, die im allgemeinen Sprachgebrauch als depressiv bezeichnet werden. Anzeichen einer Depression können sein: anhaltende gedrückte Stimmung, eine Hemmung von Antrieb und Denken, Interessenverlust sowie vielfältige körperliche Symptome,…
Desensibilisierung
Desensibilisierung, (desensitization), „GegenKonditionierung“, Technik aus der Verhaltenstherapie zum schrittweisen Abbau von Hemmungen und Ängsten in Verbindung mit Entspannungsübungen (→Psychoregulation). Dabei werden die Angstsituationen in hierarchischer Folge reproduziert mit dem Ziel, dass sie abgebaut werden. Im Sportschwimmen kann dieses Verfahren beim Abbau von Ängsten vor →Wettkämpfen nützlich sein. Es muss aber gelingen, die Ängste konkret zu…
Determiniertheit
Determiniertheit (determination), lat. determinare „abgrenzen“, bestimmen“; Bestimmtheit, Abhängigkeit des (unfreien) Willens von inneren oder äußeren Ursachen. So ist z.B. menschliches Verhalten durch Traditionen determiniert.→Determination Unter biopsychosozialer Determiniertheit des Sportlers verstehen wir die Einheit von konditionellen und psychischen Leistungsfaktoren in der Auseinandersetzung mit der Trainings- und Wettkampfumwelt (externe Leistungsfaktoren).
Differenzierung
Differenzierung (differentiation), lat. differentia „Unterschied, Verschiedenheit“; allg. Unterscheidung, Abgrenzung; in der Psychologie das Vermögen, die Umwelt in ihren verschiedenen Bestandteilen und Strukturen wahrzunehmen, zu erkennen und darauf zu reagieren; in der Biologie die strukturelle Spezialisierung von Zellen oder biologischen Strukturen in der Ontogenese. in der Motorik äußert sich Differenzierung darin, „dass sich aus den anfänglich…
Disposition
Disposition (disposition), auf das lateinische dispositio (Anordnung) zurückgehender Begriff, der von den verschiedensten Wissenschaften unterschiedlich gebraucht wird, so u.a. in der - Medizin – für bestimmte Krankheiten anfällig sein, Philosophie - das Vermögen, etwas zu tun oder zu erleiden, Wirtschaft: - Entscheidung, die als Auftrag in den Produktionsablauf mit eingeht Psychologie – angeborene oder erworbene…
Distanz, kritische
Distanz, kritische (critical distance), allgemein Teil der "Kampf oder Flucht-Reaktion" vieler Tiere (Übergang von Drohgebärde zum Angriff oder zur Flucht). →Distanz Auf den Sport übertragen, wie nahe lasse ich den Gegner an mich heran (z.B. Boxen) - Angriff oder Ausweichen. In vielen Fällen im Sport ist die kritische Distanz vergleichbar mit einem Optimum: wird z.B.…
Disziplin
Disziplin (discipline; sport event; branch), von lat. Lehre, Zucht, Schule, beschränkt sich einmal auf das Verhalten von Regeln (Pädagogik), zum anderen auf ein Teilgebiet in der Wissenschaft (z.B. Trainingswissenschaft) oder im Sport (z.B. Ausdauersport) Pädagogik: freiwilliges Einhalten sozial determinierter Verhaltensregeln und Ordnungen. Durch die kritischen und emanzipatorischen Positionen als Gegenreflex der 68er zum Kadavergehorsam ihrer…
Disziplin, taktische
Disziplin, taktische (discipline, tactical), Bereitschaft und Vermögen des Sportlers, bewusst die taktische Wettkampfkonzeption auf der Basis der Wettkampfbestimmungen umzusetzen. Die taktische Disziplin gewinnt mit zunehmender Streckenlänge an Bedeutung und fußt vor allem auf dem Zeitplan und der zu dessen Umsetzung notwendigen Technik. →Disziplin, →Rennstruktur, →Taktik, →Taktiktraining
Divergenztheorem
Divergenztheorem (divergenzy theorem), lat. divergere „auseinanderstreben, abweichen“; mathematischer Satz und Führungsmodell In Gruppen differenzieren sich nach einer gewissen Zeit die Rollen. Aus der sozialpsychologischen Forschung sind dabei zwei Tendenzen bekannt, wonach Gruppenmitglieder bewertet werden:: nach ihrer Leistung beim Erreichen des Gruppenziels (Leistungsziel) nach ihrem Anteil am sozialen Zusammenhalt der Gruppe (Gruppenkohäsion) Das führt häufig zu…
Dominanz
Dominanz (dominance), lat. dominans „Gebieter“; Vorherrschaft, Durchsetzungsvermögen gegenüber Schwächeren. Ein Grundwesenszug der Persönlichkeitsdimensionen (Cattell et al. 1970). In der Genetik gibt es dominante Erbanlagen. →Dominanzstreben In der Sozialpsychologie die Überlegenheit von Einzelnen oder Gruppen über andere (Dominanzverhalten). Gegenteil: Subdominanz (Unterwürfigkeit). Manche Sportler sind „von Haus aus“ dominant (persönlichkeitsbedingte Rolle). Zumeist bildet sich aber die Dominanz…
Dominanzstreben
Dominanzstreben (desire/quest for dominance), Dimension der Persönlichkeitspsychologie, die sich im Streben einer Person nach einer Machtstellung innerhalb einer Gruppe äußert und durch Eigenschaften wie bestimmend und befehlsgebend gekennzeichnet ist. Untersuchungen an Tieren haben gezeigt, dass soziale Ränge (Alphatier) genetisch bedingt sein könnten (Zeibig, D. 2014). →Dominanz Der Drang nach Überlegenheit äußert sich im Großen (Politik)…
Dopamin
Dopamin (dopamine) Neurotransmitter aus der Gruppe der Katecholamine, auch als „Glückshormon“ bekannt, da es überlebensdienliche Verhaltensweisen verstärkt und eine wichtige Rolle bei der Motivation spielt. In Verbindung damit beeinflusst es auch Entscheidungen, weil sich Menschen sehr stark von der Erwartung beeinflussen lassen, wie gut oder wie schlecht sie sich in Zukunft voraussichtlich fühlen werden (Sharot…