Physiologie
725 Einträge
Vitalkapazität
Vitalkapazität (VK) (vital capacity), Kenngröße der Lungenfunktion; das Lungenvolumen zwischen maximaler Einatmung (Inspiration) und maximaler Ausatmung (Exspiration). Da bei Gesunden zwischen der VK und der Leistungsfähigkeit keine Beziehung besteht, wird ihre Bedeutung mehr in der Diagnostik atemwegsverschließender Ventilationsstörungen gesehen. Die VK wird mehr von der Körpermasse und der Körperhöhe bestimmt als vom Trainingszustand. Sie beträgt…
Vitamine
Vitamine (vitamins), lat. vita „Leben“ und engl. amin(e) „Stickstoffverbindung“; „Organisch-chemische Verbindungen, die vom menschlichen Organismus für bestimmte lebenswichtige Funktionen benötigt, aber von diesem nicht oder in nicht ausreichender Menge synthetisiert (→Synthese) werden können. Meist haben sie als Teil von Enzymen stoffwechselbeschleunigende (katalytische) Funktion“ (De Marees in Röthig & Prohl, 2003, S.640). Trotz der Flut der…
vLaktatmax
vLaktatmax (VLamax oder Lmax), maximale Laktatkonzentration im Blut in Millimol pro Liter pro Sekunde (mmol/l/s). Sie ist ein wesentlicher Parameter der Trainingssteuerung zur Bestimmung der glykolytischen, anaeroben Leistungsfähigkeit als auch im Rahmen von Stufentests der aeroben Leistungsfähigkeit. Entscheident ist hier der Bezug zur Geschwindigkeit. Diese kann hier auf unterschiedlicher energetischer Grundlage erreicht werden. Beispiel: So…
Volumenbelastung
Volumenbelastung (volume load), in der Physiologie die Belastung des Herzmuskels durch das in den Herzhöhlen gespeicherte Blutvolumen. Im Krafttraining versteht man darunter die Größe zur Messung der Arbeit, die während einer Trainingseinheit geleistet wird. Sie wird mit der folgenden Formel berechnet: Gewicht x Wiederholungen x Sätze = Volumenbelastung Beispiel: 80 kg x 10 Wdh. x…
Vordehnung
Vordehnung (prestretching), Muskelarbeit entgegen der folgenden Bewegungsrichtung, wobei die Elastizitätskräfte des elastischen Materials in →Sehnen und →Myosin-Aktin-Querbrücken genutzt werden. Die durch Abbremsen einer Ausholbewegung in den elastischen Elementen des →Muskels gespeicherte →Energie wird für die Erzeugung eines →Impulses genutzt. Der Mechanismus der Vordehnung wird bei →Sprüngen mit Armeinsatz genutzt, aber auch als Vorspannung beim →Greifstart.…
Vorderhornzelle, motorische
Vorderhornzelle, motorische (motoneuron), auch spinales Motoneuron, zentrale motorische Nervenzelle, die zusammen mit dem efferenten Nerv, den motorischen Endplatten und den Muskelfasern die motorische Einheit bildet. Motorische Vorderhornzellen sind das Nadelöhr aller neuralen Strukturen des sensomotorischen Systems zum Skelettmuskel. Sie dekotieren die körpereigenen Signale in die nach außen verständlich gerichtete motorische Antwort (Hüter-Becker, 2005, S.168). …
Wachstumshormon (GH)
Wachstumshormon (GH) (growth hormone), auch Somatropin (HGH); „Im vorderen Hypophysenlappen gebildetes Hormon, das das Längenwachstum und speziell das Wachstum der langen Röhrenknochen stimuliert. Wachstumshormon steht auf der Dopingliste. Während einer aktuellen körperlichen Aktivität wird die Abgabe von Wachstumshormon gesteigert, wobei längerfristiges körperliches Training allerdings dann wieder zu einer Abschwächung dieser Reaktion führt“ (Kent & Rost,…
Wahrnehmung
Wahrnehmung (perception), „Aufnahme und Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und dem eigenen Körper“ (Psych. Wörterbuch 2004). Die Informationen werden durch verschiedene Sinnessysteme mit unterschiedlicher (z.T. veranlagter) Intensität aufgenommen: sehen (visuell), hören (auditiv), empfinden (kinästhetisch), riechen (olfaktorisch) oder schmecken (gustatorisch). Dabei werden nur die Informationen verarbeitet, die bedeutungsvoll erscheinen, um die Verarbeitungskapazität nicht zu überfordern…
Wasserdruck
Wasserdruck (water pressure), Druck, den das Wasser auf alle Körper ausübt (→hydrostatischer Druck innerhalb des Wassers). Die Druckkraft (F) ist abhängig von der Größe der Fläche, auf die der Wasserdruck wirkt, und von der Höhe der Wassersäule. Mit zunehmender Wassertiefe nimmt der Wasserdruck zu; beim Schwimmen beträgt er etwa 5kp. Deshalb sollte der Abdruck der…
Wassergefühl
Wassergefühl (water feeling), auch Wasserbewegungsgefühl (Staub et al. 2021), komplexe koordinative Fähigkeit als Folge von Veranlagung und Erfahrung im Umgang mit dem Wasser, wobei Vortrieb (→Widerlager finden) und geringe Widerstandsbildung die wesentlichen Kenngrößen sind. Wassergefühl wird über taktiles, visuelles, vestibulares und vor allem kinästhetisches Sinnessystem erschlossen. Es ist der „Modus des Sich-selbst-Erlebens in Veränderungen im…
Wasserstoffionenkonzentration
Wasserstoffionenkonzentration (hydrogen ion concentration) →pH-Wert
Wassertemperatur
Wassertemperatur (water temperature), Wärmegrad des Wassers, der dessen Aggregatzustand bestimmt (von Eis bis Dampf) und darüber hinaus Urlaubslaune und Größe bestimmter Körperglieder beeinflusst. Das betrifft auch die Schwimmleistung. Die für den Abdruck günstigste Dichte des Wassers würde bei 4°C liegen, was aber aus physiologischer Sicht nicht zu vertreten ist, bei zu warmen Wasser (> 30°…
Wettkampflaktat
Wettkampflaktat (competition lactate) maximale Laktatauslenkung nach Wettkämpfen, die nach Geschlecht, Streckenlänge und Disziplin (→Muskelfaserstruktur) differiert. Das Mittel im Schwimmen liegt bei den 100/200m Strecken zwischen 14-15 mmol/l und fällt mit zunehmender Streckenlänge ab. Die Schwimmerinnen bilden im Mittel 2 mmol/l Laktat weniger.
Wettkampfnachbereitung
Wettkampfnachbereitung (competition evaluation), für den Aktiven zunächst Ausschwimmen, Auffüllen der Energiespeicher, gegebenenfalls physiotherapeutische Behandlung, später (bei genügendem Abstand) durch Trainer und Schwimmer die detaillierte Auswertung des Rennverlaufes (→Wettkampfanalyse/ Videoaufzeichnungen usw.) mit Folgerungen für den folgenden Wettkampf oder den weiteren Trainingsabschnitt. Besonders im Hochleistungstraining erfordert die zunehmende Belastung durch den „Wettkampfwildwuchs“ eine systematische Nachbereitung der Wettkämpfe.…
Wiederherstellung
Wiederherstellung (recovery; regeneration; restoration), gebraucht im Sinne von Reparatur oder Gesundung →Regeneration
Wirkungsgrad
Wirkungsgrad (efficiency rate), Verhältnis von Leistung zur aufgewendeten Energie. Im Schwimmen wird die Leistung durch die Schwimmgeschwindigkeit und der Energieumsatz indirekt über die Messung des Sauerstoffverbrauchs bestimmt. Dabei werden durch den Wärmeverlust relativ niedrige Wirkungsgrade von 3-6% erreicht. Für eine weitere Leistungsentwicklung vieler Topschwimmer ist eine Verbesserung des Wirkungsgrades durch Optimierung der Schwimmtechnik erfolgversprechender als…
Zeitprogramm
Zeitprogramm (time program), Software zur Steuerung von technischen Anlagen. Der Begriff wurde auf die physiologischen Grundlagen des Schnelligkeitstrainings übertragen. Man versteht darunter eine „zeitlich abgestimmte neuromuskuläre (elektrische) Impulsfolge des Muskeleinsatzes der für die entsprechende Bewegung notwendigen Muskeln. Dauer und Anstiegsverhalten der bioelektrischen Aktivität… Qualitätsunterschiede in der Schnelligkeit einer Bewegung spiegeln sich im Zeitprogramm wider“ (Bauersfeld…
Zelle
Zelle (cell), lat. cellula - "kleine Kammer"; Grundeinheit lebender Organismen als ein sich selbst regulierendes System, das über einen eigenen Stoffwechsel verfügt, sich fortpflanzen kann und Erregungen zugänglich ist. Der Zellkörper (Zytoplasma) wird von einer Zellmembran umgeben, die „Aus- und Eingänge“ (→Diffusion) kontrolliert. Steuerzentrale der Zelle ist der Zellkern mit dem Kernkörperchen. Diese Zellpartikel (Ribosomen)…