Physiologie
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Hitze
Hitze (heat), erhöhte Lufttemperatur (> 25°C = Sommertag, > 30° = Hitzetag/Tropentag), die individuell unterschiedlich empfunden wird, wobei Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit eine große Rolle spielen. Optimale Werte liegen bei 20 bis 22 °C und 50 bis 60 % relativer Luftfeuchte. Verbunden mit der globalen Erwärmung treten auch in unseren Breiten zunehmend Hitzewellen auf. Von 1880 bis 2005…
Hitzekollaps
Hitzekollaps (heat collapse), Fehlregulation des für die Blutdruckregulierung verantwortlichen vegetativen Nervensystems, indem durch extreme Erweiterung der Blutgefäße das Blut in den Beinen versackt und dadurch der Blutdruck rasch abfällt. Die so verursachte verminderte Gehirndurchblutung kann zur Bewusstlosigkeit führen. Anzeichen sind: blasse, feuchte, kühle Haut; beschleunigter Herzschlag; Schwindelgefühl („Schwarz vor Augen werden“) bis zur Bewusstlosigkeit. Maßnahmen:…
Hitzschlag
Hitzschlag (heat stroke; thermoplegia), schwerste Form der Schädigung durch Hitze mit erhöhter Körperkerntemperatur. Prophylaktisch sollten ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zugeführt werden. Akuttherapie: · Flachlagerung in kühler Umgebung · Dosierter Wärmeentzug bis > 38°C · Mit Wasser besprengen · Einwickeln in feuchte Tücher · Gegebenenfalls Plasmaexpander intravenös infundieren · Ständige Kontrolle der Körperkerntemperatur und der Vitalfunktionen…
HMB (Beta-Hydroxy Beta-Methylbutyrat)
HMB (Beta-Hydroxy Beta-Methylbutyrat), Stoffwechselprodukt (Metabolit) aus der Aminosäure Leucin, das Kraftsportler bereits seit den 1990er Jahren als Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln verwenden. Scheck (Leistungssport.2/2014) kommt nach Auswertung aktueller wissenschaftlicher Metaanalysen zu dem Fazit, "dass HMB eine wirksame ernährungsbezogene ergogene* Hilfe ist, wobei Untrainierte stärker profitieren als Trainierte. Ein weniger gut trainierter Muskel ist empfänglicher für trainingsbedingte…
Höhentraining
Höhentraining (altitude training), Training in mittleren Höhen, das seit der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Mexiko 1968 im Hochleistungstraining vor allem der Ausdauersportarten genutzt wird. Dabei werden mittlere Höhen (2000 – 2500m NN) bevorzugt. Für die Spitzenschwimmer Deutschlands (zunächst vorrangig die der DDR) ist Höhentraining seit der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1968 als…
Homöostase
Homöostase (homoeostasis), (griech. homoiostásis „Gleichstand“), Zustand des Gleichgewichts offener dynamischer Systeme, aus der linearen Kybernetik von anderen Wissenschaftsdisziplinen übernommen. In der Biologie ist die Anpassung an die Lebensbedingungen einschließlich von Bewegungshandlungen immer auf Erhalten oder Wiederherstellung eines konstanten inneren Milieus gerichtet, die als homöostatische Regulation bezeichnet wird, wie z.B. die Regelung der Körpertemperatur, der Herzfrequenz,…
Hormone
Hormone (hormones), griech. ὁρμᾶν hormān „antreiben, erregen“; In speziellen hormonproduzierenden Zellen gebildete Wirkstoffe (Peptidhormone, Aminhormone, Steroidhormone), die von den endokrinen Drüsen (z.B. Hypothalamus, Hypophyse, Zirbeldrüse, Schilddrüse, Nebenniere, Eierstöcke, Hoden) produziert und in die Blut- und Lymphbahn abgegeben werden. Ohne selbst verbraucht zu werden lösen sie selbst in kleinsten Mengen biochemische Reaktionen aus, denen physiologische Vorgänge folgen.…
Hydration
Hydra(ta)tion (engl. Hydration) = Wasseranlagerung, übertragen →Flüssigkeitsbedarf/-zufuhr
Hydrogencarbonat
Hydrogencarbonat (hydrogen carbonate), Substanz des Puffersystems, das den pH-Wert im Blut anhebt und dadurch einer Azidose entgegenwirkt. Für den Sportler hat sich die Zufuhr von Hydrogencarbonat (Mineralwasser) als Säure-Puffer zur besseren Regeneration bewährt, Nach intensiveren Belastungen kann so der Säure-Basen-Haushalt wieder ausgeglichen werden. Das Mineralwasser sollte dann mehr als 1.500 Milli-Gramm Hydrogencarbonat pro Liter aufweisen.…
Hyperämie
Hyperämie (hyperemia), griech. hyper "über, mehr"und haipa "Blut"; übermäßige Blutfülle in einem Gefäß oder Körperteil. Durch die Durchblutung fördernde Salbe (z.B. Finalgon) oder starkes Reiben wird eine Hyperämie für eine optimale Blutabnahme (kapillare Blutgasanalyse) erzielt. Zur Nachbehandlung von Sportverletzungen wird die Eistherapie (→Kältebehandlung) angewendet, die eine reaktive Hyperämie im betroffenen Gewebe bewirkt. Dabei kontrahieren zunächst…
Hyperbare Oxygenation
Hyperbare Oxygenation (HBO) (hyperbaric oxygen therapie), Überdruckbeatmung in Druckkammer mit reinem Sauerstoff, die eine Hyperoxie im Organismus bewirkt. Gegenüber dem normalen Atmen werden als Vorzüge der HBO genannt: Kompensation von Formen der Hypoxie, Verlängerung des Weges der effektiven Sauerstoffdiffusion in den Geweben, Erfüllung der metabolischen Anforderungen der Gewebe, Schaffung einer gewissen Sauerstoffreserve. Die Möglichkeiten für…
Hyperoxie
Hyperoxie (hyperoxia), griech. hyper "über, mehr" und oxygenium für "Sauerstoff"; erhöhter Sauerstoffpartialdruck der Atemluft (im arteriellen Blut >300 mmHg), im Gegensatz zu Hypoxie. In der Medizin umgesetzt durch künstlicher Beatmung oder in Überdruckkammern (→hyperbare Oxygenation). Akute Sauerstoffatmung erlaubt höhere Belastungsintensitäten im Vergleich zu Training bei normalen Sauerstoff-Partialdruck (Normoxie). Sauerstoffatmung während körperlicher Arbeit verbessert u. a.…
Hyperoxietraining
Hyperoxietraining (hyperoxic training), Training bei Einatmung erhöhter Sauerstoffkonzentration (Hyperoxie). Hyperoxietraining erlaube höhere Belastungsintensitäten im Vergleich zu Training in Normoxie, weil es die Sauerstoffatmung während körperlicher Arbeit verbessert und gleichzeitig den Blutlaktatspiegel und das subjektives Belastungsempfinden reduziert (Zinner & Sperlich, 2019). Mehr zum Thema: Zinner & Sperlich (2019). Auswirkungen des hyperoxischen Trainings auf die menschliche Leistungsfähigkeit.…
Hyperplasie
Hyperplasie (hyperplasia), lat. hyperplasia „übermäßige Zellbildung“; Größenzunahme eines Gewebes oder Organs durch Vermehrung der Zellen (numerische Hypertrophie), im Gegensatz zur Hypertrophie, die auf Größenzunahme der Zelle beruht. Die Hyperplasie ist bis zum frühen Kindesalter an der Zunahme der muskulären Leistungsfähigkeit beteiligt, die im weiteren Lebensverlauf von der Muskelhypertrophie übernommen wird. Zur Frage des Anteils der…
hyperton
hyperton (hypertonic), syn. hypertonisch; griech. hyper und tónos „Spannung, Anspannung“; bedeutet in der Medizin ein erhöhter Blutdruck, ein unphysiologisch erhöhter Muskeltonus, eine Lösung mit höherem osmotischem Druck als ein Vergleichsmedium (Quelle s.u.). →Hypertonie, →Schwimmerhypertonie Exkurs: Nach Langzeitausdauerbelastungen wie Marathon, Triathlon und Langstreckenschwimmen kann es durch übermäßigen Flüssigkeitsverbrauch und die unangemessene Freisetzung von Arginin-Vasopressin (antidiuretisches Hormon)…
Hypertonie
Hypertonie (hypertension), (auch Hypertonus, Hypertension; griech.hyper „über-“ und tónos „Spannung“; Druck- oder Spannungszunahme über die Norm (auch Hypertonus), als arterielle Hypertonie für Bluthochdruck (ab >160/>95 mmHg lt. WHO). In Deutschland ist jeder Zweite ab 50 Jahren betroffen. Hauptursachen: Rauchen, Fehlernährung, Cholesterin, Stress, Bewegungsarmut. Hypertonie ist die wesentliche Ursache für Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzschwäche (www.hochdruckliga.de). Da…
Hypertrophie
Hypertrophie (hypertrophie), lat. hypertrophia „Überernährung"; Größenzunahme eines Gewebes oder Organs durch Zellvergrößerung bei gleicher Zahl an Zellen nach dem Prinzip „Mehr vom Gleichen“ im Gegensatz zur →Hyperplasie. (ROCHE Lexikon, S. 833). Gegenteil: →Hypotrophie Hypertrophie wird erreicht durch funktionelle Trainingsbelastung oder hormonelle Beeinflussung (→Anabolika). Beim Krafttraining scheint die bei der Muskelarbeit entstehende Spannung die Hypertrophie auszulösen. Sie…
Hypertrophiemethode
Hypertrophiemethode (hypertrophy method), lat. hypertrophia "Überernährung"; in der Medizin die Größenzunahme eines Organs oder Gewebes durch Zellvergrößerung (ROCHE Lexikon, S. 833).→Hypertrophie Im Sport eine Form des Maximalkrafttrainings, auch als „Methode der erschöpfenden submaximalen Krafteinsätze“ bezeichnet. Charakterisiert durch konzentrisch-gleichmäßige Arbeitsweise, mittlere bis submaximaler Intensität (→Last 60-90%), langsame bis zügige Bewegungen, bis zur zeitweiligen lokalen Muskelerschöpfung (20-30…
Hyperventilation
Hyperventilation (hyperventilation), griech. ὑπέρ hypér „über“ und lat. ventilare „fächeln“; über den Bedarf hinausgehende Zuführung an Atemluft, oft als Folge von psychischer Erregung oder Krankheiten; therapeutisch im Rahmen von Atmungsübungen eingesetzt. Gegensatz: →Hypoventilation Vor einer willkürlichen Hyperventilation vor längeren Tauchstrecken (→Tauchen) wird inzwischen abgeraten, da die damit verbundene respiratorische Alkalose zum hypoxiebedingten Verlust des Bewusstseins…