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Motorik

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Tempogefühl

Tempogefühl (sense of speed, feeling for pace), auch (nicht ganz zutreffend) "Zeitgefühl", Geschwindigkeitsgefühl; subjektives Empfinden für Schwimmgeschwindigkeit und Zeiten im Verhältnis zur Strecke und beim Staffelwechsel in Abhängigkeit von Fremdbewegungen (→Antizipation), Das Tempogefühl beruht auf Trainingserfahrung (→Erfahrung), aber auch Veranlagung (→Anlagen), da es selbst zwischen langjährig trainierenden Schwimmern unterschiedlich ausgeprägt ist. Ein schwach entwickeltes Tempogefühl…

Training, ideomotorisches

Training, ideomotorisches (IT) (training, ideomotor), „eine Form des mentalen Trainings, bei der man sich intensiv vorstellt, wie man selbst die Bewegung ausführt, indem man sich in den Bewegungsablauf hineinversetzt (Binnenperspektive)“ (Hackfort in Röthig & Prohl,2003, S.264). IT fußt auf dem  CARPENTER-Effekt, wonach der Mensch in der Lage ist, wahrgenommene oder vorgestellte Bewegungen unwillkürlich nachzuvollziehen. Das…

Training, neuromuskuläres

Training, neuromuskuläres (neuromuscular training), auch sensomotorisches oder propriozeptives Training, multimodales Trainingssystem, das Übungen zur Förderung von Muskelkraft und -leistung (einschließlich plyometrischer Übungen), Gleichgewicht, Beweglichkeit und Wechsel der Richtungsgeschwindigkeit umfasst (Granacher 2024). Es zielt auf die Verbesserung sensomotorischer Fähigkeiten im Sinne der Prävention, Rehabilitation bzw. der Steigerung sportlicher Leistungsfähigkeit ab. Zunächst orientierte sich die inhaltliche Gestaltung…

Training, psychomotorisches

Training, psychomotorisches (psychomotor training) →Psychomotorik

Transfer

Transfer (transfer), lat. transferre „hinüberbringen“;  aus der Lernpsychologie, wonach bereits erworbene Vorgänge beim Lernen oder Denken bei einer neuen Aufgabe übernommen (übertragen) werden. Ursprünglich: „Übungsübertragung“.  Transfer wird vielfach verwendet, so kann es für Datenaustausch, Transport, Geldüberweisung ins Ausland oder Spielerwechsel im Fußball stehen. Auch motorisches Lernen beruht auf Transfer, indem bereits vorhandene motorische Programme einbezogen…

Transfer, kontralateraler

 Transfer, kontralateraler (transfer, against-laterally), Seitigkeitstransfer als Spezialfall der Transferenz. Ausgehend von der neuralen Ansteuerung bewirken Übungen auf der einen Körperseite (z.B. linker Arm) einen Übertragungseffekt auf die andere Seite (rechter Arm). →Seitigkeit, →Detraining

Transferenz

Transferenz →Transfer

Translationsgefühl

Translationsgefühl (translation feeling), lat. translatio „Übertragung, Übersetzung“; unter Translation versteht man in der Biomechanik eine geradlinige Bewegung in genau einer Richtung, bei der alle Punkte des bewegten Körpers parallel um gleichlange Strecken verschoben werden. Davon abgeleitet bezeichnet Tranlationsgefühl das taktile Empfinden des erzeugten Vorschubs beim Schwimmen. Das differenzierte Wassergefühl, d. h. Antriebsgefühl (= taktile Empfindung z. B.…

Überkorrektur

Überkorrektur (over erroer correction), übertriebene Korrektur einer von der Zielbewegung (→Leitbild) abweichenden Bewegung, die davon ausgeht, dass motorische Stereotype „mit Gewalt aufgebrochen“ werden müssen. Durch Gegenfehler wird dadurch oft das erstrebte Bewegungsausmaß erreicht, z.B. bei der Korrektur eines zu weit rechts außen eingesetzten Armes wird nicht die mittlere, sondern die (eigentlich falsche) linke Position gefordert.…

Umlernen

Umlernen (re-learning), allgemein eine grundsätzliche Veränderung von erworbenem Verhalten, z.B. Ansichten ändern oder einen neuen Beruf erlernen. Im Sport eine anhaltende Veränderung von Bewegungsfertigkeiten oder ihrer Teile z.B. durch Anpassung an neue Geräte oder veränderte Wettkampfbestimmungen (z.B. Delfinbewegung im Übergangsbereich von Start und Wende) oder durch Korrektur fehlerhafter Techniken (→Fehlerkorrektur). In vielen Sportarten dominieren Athleten,…

Umstellungsfähigkeit

Umstellungsfähigkeit (reorganisation ability), auch →Anpassungsfähigkeit, motorische, koordinative Fähigkeit = Anpassen der Bewegungsstruktur an veränderte Situationen, wie sie im Sport in verschiedenster Weise auftreten können. Eine Umstellung der sporttechnischen Bedingungen ist für hochgeübte Spitzensportler verbunden mit: – längeren Eingewöhnungsphasen, – einer veränderten Trainingssituation und – einer (oftmals temporären) Stagnation oder gar dem Absinken des Leistungsniveaus (Panzer…

Unterbewusstsein

Unterbewusstsein (subconsciousness), „Summe derjenigen Erfahrungen, Vorstellungen, Gedanken usw., die nur schwach bewusst sind oder unterhalb der Bewusstseinsschwelle liegen, durch Erinnern aber in das Bewusstsein überführt werden können“ (www.lexikon.meyers.de), Besonders die für den Leistungssport erforderliche Automatisierung der Bewegungsabläufe wird unbewusst, d.h. ohne Großhirnkontrolle (→Hirnrinde) abgewickelt, die dadurch entlastet wird und sich anderen Aufgaben widmen kann. Im…

Variabilität

Variabilität (variabillity), lat. variabilis = veränderlich; allgemein Veränderlichsein, in der Statistik die Abweichungen innerhalb einer Population (Streuung) bis zur biologischen Vielfalt. Die menschliche Bewegung weist selbst bei hochautomatisierten Abläufen stets ein gewisses Maß an Variabilität auf. Selbst bei zyklischen Abläufen wie im Schwimmen gleicht keine Bewegung der folgenden. Die Variabilität fußt auf der Vielzahl der…

Verfügbarkeit, variable

Verfügbarkeit, variable (disponibility, variable), dritte und letzte Stufe des motorischen Lernens, wonach „der Lernende die Bewegung auch unter schwierigen und ungewohnten Bedingungen sicher ausführen und jederzeit erfolgreich anwenden kann“ (Meinel & Schnabel, 2004). Die variable Verfügbarkeit ist eine Grundlage sportlicher Meisterschaft und damit ein wesentliches Ziel des Hochleistungstrainings. Hierzu zählen die Nutzung individueller körperbaulicher und…

Virtual Reality (VR)

Virtual Reality (virtuelle Realität), "computergenerierte Wirklichkeit mit Bild (3D) und in vielen Fällen auch Ton. Sie wird über Großbildleinwände, in speziellen Räumen (Cave Automatic Virtual Environment, kurz CAVE) oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille…

Vordehnung

Vordehnung (prestretching), Muskelarbeit entgegen der folgenden Bewegungsrichtung, wobei die Elastizitätskräfte des elastischen Materials in →Sehnen und →Myosin-Aktin-Querbrücken genutzt werden. Die durch Abbremsen einer Ausholbewegung in den elastischen Elementen des →Muskels gespeicherte →Energie wird für die Erzeugung eines →Impulses genutzt. Der Mechanismus der Vordehnung wird bei →Sprüngen mit Armeinsatz genutzt, aber auch als Vorspannung beim →Greifstart.…

Vorderhornzelle, motorische

Vorderhornzelle, motorische (motoneuron), auch spinales Motoneuron, zentrale motorische Nervenzelle, die zusammen mit dem efferenten Nerv, den motorischen Endplatten und den Muskelfasern die motorische Einheit bildet. Motorische Vorderhornzellen sind das Nadelöhr aller neuralen Strukturen des sensomotorischen Systems zum Skelettmuskel. Sie dekotieren die körpereigenen Signale in die nach außen verständlich gerichtete motorische Antwort (Hüter-Becker, 2005, S.168).  …

Vorspannung

Vorspannung (pre-tension) →Vordehnung  

Wahlreaktionstest (WRT)

Wahlreaktionstest (WRT) (choice-reaction test), psychomotorischer Test mit dem Genauigkeit und Schnelligkeit von Reaktionen (→Reaktionsschnelligkeit) bei der Beantwortung verschiedener Reize mit unterschiedlichen Handlungen erfasst werden. Kombiniert mit Videomaterial können besonders im Sport (vor allem in Spiel- und Kampfsportarten) Entscheidungsschnelligkeit/-genauigkeit, Konzentrationsvermögen, taktisches Verhalten (→Taktik), Willenseigenschaften getestet werden (Matthesius, in: Schnabel & Thieß, 1993, S. 937).

Wahrnehmung

Wahrnehmung (perception), „Aufnahme und Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und dem eigenen Körper“ (Psych. Wörterbuch 2004). Die Informationen werden durch verschiedene Sinnessysteme mit unterschiedlicher (z.T. veranlagter) Intensität aufgenommen: sehen (visuell), hören (auditiv), empfinden (kinästhetisch), riechen (olfaktorisch) oder schmecken (gustatorisch). Dabei werden nur die Informationen verarbeitet, die bedeutungsvoll erscheinen, um die Verarbeitungskapazität nicht zu überfordern…