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Motorik

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Reaktionszeit

Reaktionszeit (reactio time; response time), Zeit zwischen Reizsetzung und Reaktion, die individuell sehr unterschiedlich ausfällt. So wirken sich Müdigkeit, geringe Aufmerksamkeit, hohe Temperaturen oder Alkohol negativ auf die Reaktionszeit aus; positiv ein gut funktionierender Gehör- und Sehsinn und Erfahrung. Angeblich ist die Geschwindigkeit, mit der ein Mensch Informationen verarbeitet, ein Maß für die Intelligenz (https://de.wikipedia.org/wiki/Hicksches_Gesetz…

Reflex

Reflex (reflex action), ungelernte und unwillkürliche Reaktion auf einen Reiz als sekretorischer oder motorischer Reflex. Reflexe laufen stereotyp zwischen Sinnesorgan, Zentralnervensystem und Erfolgsorgan ab (→Reflexbogen). Man unterscheidet Eigenreflex (z.B. Reaktion der Pupillen) und Fremdreflex (z.B. Berühren einer heißen Herdplatte). →bedingter und unbedingter Reflex, →Reflexhandlung Beispiel:  a. Auf spinaler Ebene wird vor allem dem Muskeldehnreflex ein…

Reflex, bedingter

Reflex, bedingter (conditioned reflex), an die Tätigkeit der Großhirnrinde gebundene, erworbene (durch Erfahrung), unbeständige (erlernbare) Reaktionen auf einen Reiz, die auch jederzeit wieder gelöscht werden können. Bedingte Reflexe zählen als elementare Lernform. Sie sind zurückzuführen auf PAWLOW, der bei seinen Forschungen über die Arbeitsweise der Verdauungsdrüsen entdeckte, dass seine Versuchstiere nicht erst beim Anblick oder…

Reflexbewegung

Reflexbewegung (reflex movement), unwillkürliche, durch einen Reiz ausgelöste Bewegung →Reflexhandlung, →Bewegungsreflex

Reflexbogen

Reflexbogen (reflex arc), lat. re - zurück, flexus – gebogen; Vorgang von der Reizaufnahme eines Organismus durch die Sinnesorgane bis zum Reflex (z.B. Muskelkontraktion). Der Reflexbogen besteht aus Rezeptor (Sinnesorgan mit afferenter Nervenbahn), Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) und efferenter Nervenbahn mit Endorgan (Muskel, Drüsen, Gefäße). Mit dem Reflex verfügt der Skelettmuskel als unwillkürliche motorische Reaktion…

Reflexhandlung

Reflexhandlung (reflective action), „umgangssprachliche Benennung einer raschen zuverlässigen und programmstabilen Reaktion auf definierte Reize, die ohne bewusste Initiierung und notwendige Verlaufskontrolle automatisiert abläuft“ (Müller, in Schnabel & Thieß, 1993, S.658). Einfacher gesagt: schnelle und unbewusste Reaktion auf einen Reiz. Bei vielen taktischen Aktionen und auf den Gegner bezogene Reaktionen dominieren reflektorische Handlungen (Kampfsport, Spielsportarten). Mehr…

Reflexumkehr

Reflexumkehr (inversion of reflex; reflex reversal), „Umwandlung eines Reflexerfolges in einen gegensätzlichen Endeffekt (»antagonistischer«, »reziproker« Reflex; auch paradoxer Reflex); wahrscheinlich infolge paralleler Auslösung zentraler Erregung und Hemmung, abhängig von der Erregbarkeit zugehöriger Neuronensysteme und dem Dehnungszustand der betreffenden Muskeln“ (ROCHE-Lexikon). Reflexumkehr beschreibt verschiedene Vorgänge im Nervensystem, die sich durch die Fähigkeit auszeichnen, die Erregung im…

Regelkreis

Regelkreis (control loop; feedback control system), geschlossenes Rückkoppelungssystem, das gegenüber äußeren oder inneren Einwirkungen relativ stabil bleibt. Eine Reihe biologischer Systeme funktioniert als Regelkreis, wie z.B. die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, des Pulses, des Blutdruckes usw., aber auch motorische Lernprozesse lassen sich als Regelkreis simulieren. Verschiedene Prozesse im Leistungssport lassen sich gut mit Hilfe von Regelkreisen…

Regulation, sensomotorische

Regulation, sensomotorische (sensorimotor regularization) →Sensomotorik

Regulationssystem, kognitives

Regulationssystem, kognitives (cognitive control), Teilsystem der Regulationsstruktur von Handlungen, gekennzeichnet durch „geplantes, willentliches Verhalten auf der Grundlage eines explizit bewussten Wissens- und Regelbestandes (→Willenshandlung). Der Funktionsschwerpunkt des Regulationssystems liegt auf der präventiven, längerfristigen Anpassung an komplexe, variable, neuartige und vor allem auch zukünftige Begebenheiten“. Das kognitive Regulationssystem ermöglicht auch, Handlungen unter ungewissen Bedingungen sinnvoll zu…

Repräsentation

Repräsentation (representation), lat. repraesentatio „Darstellung“; mehrdeutiger Begriff vom politischen Grundelement bis zum zentralen Begriff der Gedächtnisforschung (kognitiven Psychologie). Dort „Sammelbezeichnung für alle Arten von Abbildungen, die in höheren tierischen Organismen und beim Menschen verwirklicht werden. Repräsentiert, in einem anderen Menschen abgebildet sein, können sowohl externe Objekte und Vorgänge als auch erlebnishafte Gegebenheiten“ (Häcker & Stapf,…

Rezeptor

Rezeptor (receptor), lat. receptor – „Empfänger“; Sinneszelle zur Aufnahme von Reizen in verschiedener Form, z.B. Exterorezeptoren (für Umweltreize, z.B. Fotorezeptoren), Enterorezeptoren (für inneres Milieu), Propriozeptoren (für Körperlage im Raum, Muskel- und Sehnenspannung), Chemorezeptoren (Änderung chem. Milieu) usw. Allen Rezeptoren ist gemein, dass sie wahrgenommene Reize ab einer gewissen Reizschwelle in elektrische Signale (Rezeptorpotentiale) umwandeln. →Reizstufenregel…

Rhythmus

Rhythmus (rhythm) →Bewegungsrhythmus

Rückkopplung

Rückkopplung (feedback) →Feedback

Runner’s-high

„runner’s high“ (des Läufers Hochgefühl), euphorischer Zustand bei Langstreckenläufern, der auf der Annahme beruht, dass bei Langzeitausdauerbelastungen schmerzlindernde und Wohlbefinden auslösende Wirkstoffe (→Endorphine) ausgeschüttet werden. Eine weitere Theorie besagt, dass das Gehirn aus ökonomischen Gründen den präfrontalen Cortex (Teil der Großhirnrinde) abschaltet. Da in diesem Bereich des Gehirns die kognitiven Prozesse ablaufen – das Denken,…

Schematheorie

Schematheorie (schema theory), griech.  σχήμα (schema) „Gestalt, Form, Haltung“; Fähigkeit des Menschen, Informationen zu klassifizieren und zu selektieren, eine notwendige Voraussetzung, um nicht mit der täglichen Informationsflut überfordert zu sein. Die Schematheorie ist bedeutsam für das Lernen und geht davon aus, „dass im frühen Kindesalter durch umweltbezogenes Handeln Schemata erworben werden und aus diesen allmählich…

Schnelligkeitsbarriere

Schnelligkeitsbariere (speed-barrier), Sachverhalt, bei dem durch zu häufige Wiederholung in submaximalem Tempo das betreffende Erregungsmuster im Zentralnervensystem so gefestigt wird, dass Schnelligkeit in ihren zeitlichen, räumlichen und frequenzmäßigen Komponenten der Bewegung stagniert. Im Training eine Schranke in der Entwicklung der Schnelligkeit im Sinne eines Deckeneffektes, indem sich räumlich-zeitliche Parameter wie die Zugfrequenz zu stark verfestigt…

Seitigkeit

Seitigkeit (laterality; dextrality; sidedness), auch: Lateralität; Überwiegen einer Körperseite bei Bewegungshandlungen (Sprungbein, Wurfarm, „starke Linke“ des Boxers usw.) die so ausgeprägt sein können, dass man vom Seitigkeitstyp spricht (z.B. Linkshänder). Zwischen den Seiten gibt es einen Übertragungseffekt (Seitigkeitstransfer), der zwischen gleichartigen Extremitäten am größten ist. Die Ursachen der Seitigkeitsproblematik sind noch unzureichend erforscht. Da die…

Seitigkeitstransfer

Seitigkeitstransfer (laterality transfer) →Transfer, kontralateraler

Seitigkeitstyp

Seitigkeitstyp (laterality type), Einordnung nach Seitigkeitskonstellation unter dem Aspekt der Händigkeit, Füßigkeit und →Drehseitigkeit (Oberbeck, 1998). Der Anteil an Seitigkeit nimmt mit der Spezialisierung zu, besonders in Sportarten, wo Arm- und Beineinsatz (Wurf, Sprung…) sowie Körperdrehung eine Rolle spielen, ist aber auch weitgehend vererbt. Im Schwimmen äußern sich Lateralitätsprobleme in der unterschiedlichen Krafteinsatz beim Armzug.…