Öffnet in einem neuen Tab

Motorik

284 Einträge

Parietallappen

Parietallappen (perietal lobe), Abschnitt des Großhirns, mit somatosensorischen Funktionen und Beteiligung an räumlicher Aufmerksamkeit und Denken sowie visuelle Steuerung von Bewegungen. „Im Parietallappen residiert einerseits die Somatosensorik: Was der Körper fühlt, wo sich eigene Gliedmaßen befinden und in welcher Stellung, dies ist Aufgabe der Propriozeption und des primären somatosensorischen Cortex. Der posteriore Parietallappen setzt diese…

Phase, sensible

Phasen, sensible oder sensitive (sensitive period), der Biologie („Prägung“) entlehnter Begriff, wonach Lebewesen zu bestimmten Zeitspannen über Empfänglichkeiten verfügen, die das gute Heranwachsen erst wirklich ermöglichen. Die Hirnforschung geht auch beim Menschen von kritischen Phasen aus, in deren Zeitraum das Gehirn für bestimmte Erfahrungen und Lernprozesse besonders empfänglich ist (→Lernpsychologie). Verpasst man diese Phasen, können…

Phasenstruktur

Phasenstruktur (phase structure) →Bewegungsstruktur

Präzisionssport

Präzisionssport (precision sports), lat. praecisus „abgekürzt“, „abgebrochen“; Genauigkeit, Exaktheit; Sportart bei der ein Ziel möglichst präzise zu treffen ist. Zu den Word Games 2005 wurden folgende Sportarten zu Präzisionssport zusammengefasst: Billard, Boule, Bowling, Feldbogenschießen, Casting und Kegeln und später auf Curling, Schießsport, Golf, Dart und Minigolf erweitert. Eine Abgrenzung zu Geschicklichkeitsspielen ist nicht bekannt. Ungeachtet…

Prinzip der Einheit von Wahrnehmung und Bewegung

Prinzip der Einheit von Wahrnehmung und Bewegung (principle of the unit of perception and movement), Bei jeder Bewegung wird wahrgenommen und zugleich gibt es keine Wahrnehmung ohne Bewegung. Nach Schilling (1987,25) ist das Erlernen komplizierter Bewegungsmuster nur auf der Grundlage einer ungestörten kognitiven Verarbeitung von Sinnesreizen möglich. Ob geplant oder instinktiv, die Motorik des Menschen…

Prinzip der Einheitlichkeit und Differenzierung

Prinzip der Einheitlichkeit und Differenzierung, allgemein pädagogisches und didaktisches Trainingsprinzip; →Differenzierung Dieses Prinzip ist besonders im langfristigen Aufbau der Leistungssportler zu beachten, indem in den ersten Ausbildungsetappen (GLT und ABT) einheitlich und ab Anschlusstraining differenzierter (Spezifischer und individueller) trainiert wird. Die Einheitlichkeit im Grundlagen- und Aufbautraining ergibt sich schon aus der Tatsache, dass jeweils Grundlagen…

Prinzip der funktionalen Asymmetrie

Prinzip der funktionalen Asymmetrie (principle of the functional asymetry), Entwicklungsprinzip, wonach sich jedes Kind von Natur aus zu einem perfekt beidhändigen Erwachsenen entwickeln kann. Dementsprechend wird eine spätere Seitigkeit durch Umwelteinflüsse bedingt und nicht durch das Unvermögen der einen Seite. Neurologisch besteht nach dieser Ansicht für beide Seiten das gleiche Entwicklungspotential. (Kent, 1994). →Asymmetrie, funktionale,…

Proprio(re)zeptoren

Proprio(re)zeptoren (proprioceptors), lat. proprius = eigen, receptor = Empfänger; auf Reize reagierende Zellgruppen (Rezeptoren) in Muskeln, Sehnen und Gelenken, die an das Gehirn Informationen über die Position des Körpers (→Körperhaltung) geben. Sie sind eine Grundlage der Bewegungskoordination und der Körperhaltung, so auch des Wassergefühls (→Kinästhesie). →Sensomotorik Beispiel: Kopfbewegungen können Reflexe auslösen, die von den Propriozeptoren…

Psychomotorik

Psychomotorik (psychomotor functions), enge und wechselseitige Verbindung von psychischen Prozessen und Bewegungsabläufen und Körperhaltung. In der Medizin beschäftigt sich die Psychomotorik hauptsächlich mit der Behebung von körperlich-muskulären Störungen und Beschwerden. Die Entwicklungspsychologie thematisiert u.a. die Bedeutung körperlicher Aktivität für die psychische und kognitive Entwicklung im Kindesalter (u.a. Schneising, 2000; Hollmann et al. 2003; Zimmer, 2004;…

Pyramidalsystem

Pyramidal(motorisches)system (pyramidal system), Teil des motorischen Nervensystems, das die Pyramidenbahn mit über einer Million Nervenfasern als Exekutivstrecke nutzt. Es leitet motorische Informationen weiter und ist besonders für schnelle und präzise Willkürmotorik als auch Feinmotorik zuständig ist, z.B. Fingermotorik. Schädigungen im Bereich des pyramidalen Systems führen zu Lähmungen der betroffenen Muskelgruppen. Das pyramidale System wird unterstützt…

Pyramidenbahn

Pyramidenbahn (pyramidal tract), Nervenbahn vom Rückenmark bis zum Gehirn, die Nervenimpulse von den Pyramidenzellen des Motorcortex zu den Motoneuronen leitet. Diese übertragen Aktionspotentiale an die Muskeln der Skelettmuskulatur. Damit ist die Pyramidenbahn eine wichtige Schaltstelle für Bewegungen der Willkür- und Reflexmotorik. Mehr zum Thema: http://symptomat.de/Pyramidenbahn-Zugriff 4.06.22

Querschnittslähmung

Querschnittslähmung (paraplegic), Kombination von Syptomen, die bei Unterbrechung der spinalen Nervenleitung auftritt (→Nervensystem). Die Ursache können Verletzungen des Rückenmarks (z. B. bei Wirbelsäulenbrüchen), aber auch Tumore und andere spezielle Erkrankungen (z. B. multiple Sklerose) sein. Die Lähmung der aktiven Beweglichkeit von Gliedmaßen kann in Abhängigkeit vom Schädigungsausmaß des Rückenmarks von unterschiedlicher Ausprägung sein. Anhand der Schwere dieses…

Rasur

Rasur (shave), Haarschnitt hier Körperrasur als umstrittenes Verfahren zur Leistungssteigerung im Schwimmen, wonach angeblich auf 100m 1-2 Sekunden schneller geschwommen werden könnte (Counsilman, 1968), was durch biomechanische Untersuchungen nicht bestätigt ist. Mit dem Zweistreckentest nach MADER konnten signifikant höhere Schwimmgeschwindigkeiten nach Körperrasur ermittelt werden (Mikoleit, 2004), dies allerdings auch bei weniger behaarten Schwimmerinnen. Die Mehrheit…

Raumorientierung

Raumorientierung (space orientation), Fähigkeit - 1.- die eigene Körperposition im Verhältnis zur Umwelt zu bestimmen, selbstständig eine bestimmte Lage im Raum einzunehmen und nach Richtung und Entfernung zu regulieren oder einfacher: sich bewusst zu sein, wo links, rechts, oben und unten ist. Dabei sind je nach Geschlecht unterschiedliche Hirnareale beteiligt. Probleme bei der Raumorientierung sind…

Raumsinn

Raumsinn (spatial perception), Fähigkeit, sich den Raum dreidimensional vorzustellen. In der Psychologie Sinnesempfindungen räumlich zu lokalisieren und/oder die Lage des Körpers oder seiner Teile zueinander bewusst zu empfinden. →Körperwahrnehmung, →Sinnesorgan , →Raumorientierung, Mehr zum Thema:  http://symptomat.de/R%C3%A4umliche_Orientierung_(Raumsinn) - Zugriff 18.10.22

Reafferenz

Reafferenz (reafference), lat. re- = wieder, zurück, affere „hinbringen“; Rückmeldung (Feedback) einer Bewegung über die Nervenbahnen (Bewegungsempfinden). →Reafferenzprinzip, →Afferenzsynthese Mehr zum Thema: http://www.sportunterricht.de/lksport/reaff.html - Zugriff 20.10.22

Reafferenzprinzip/-modell

Reafferenzprinzip/-modell (reafference principle), Modell zur Beschreibung von Regelvorgängen im zentralen Nervensystem (ZNS). Als allgemeines Funktionsprinzip der Nerventätigkeit (→Nervensystem) beruht es auf einem durch Rückkopplung (→Feedback) geschlossenen Reflexbogen. Mit dem motorischen Befehl (Efferenz) entsteht gleichzeitig im „motorischen Gedächtnis“ eine Kopie (Efferenzkopie), die mit dem durch die motorische Handlung gelieferten Erregungsmuster (Reafferenz) verglichen wird. Durch den ständigen…

Reaktion

Reaktion (reaction), lat. reactio ‚Rückhandlung‘; bei lebenden Systemen die Antwort des Organismus auf einen Reiz, z.B. Verengung der Pupillen bei Lichteinfall. Es gibt simple Reaktionen, wie z.B. einen Hustenreflex und komplexe Reaktionen, bei denen physiologische und psychologische Abläufe wechseln (z.B. sexuelle Reaktion bis zu Einstellungsveränderungen). →Reaktionsfähigkeit Im Sport wird die ganze Bandbreite akustisch-motorischer, psychovegetativer, taktil-motorischer…

Reaktionsfähigkeit, motorische

Reaktionsfähigkeit, motorische (reactive ability, motor), Komponente der koordinativen Fähigkeit „zur schnellen Einleitung und Ausführung zweckmäßiger motorischer Aktionen auf mehr oder weniger komplizierte Signale“ (Meinel & Schnabel, 2007, S.223). Diese Signale können auf akustischem Weg übertragen werden, wie z.B. beim Startschuss. Häufig muss aber schnell auf veränderte Situationen im Wettkampf reagiert werden („mitgehen“, Spurt ansetzen usw.).…

Reaktionstraining

Reaktionstraining (reactive training), Training zur Verbesserung der Reaktionsschnelligkeit als eine Form des Schnelligkeitstrainings, das fast immer an andere Leistungsvoraussetzungen gekoppelt ist und sich durch die schnelle Reaktion auf ein Signal vor oder während einer Übung ergibt. Grundlegende methodische Anforderungen sind: Steigerung vom Einfachen zum Komplizierten (von einfachen elementaren zu wettkampfnahen komplexen Handlungen), Anwendung emotional positiver…