Kraft
76 Einträge
Muskelkontraktion
Muskelkontraktion (muscle contraction), lat. contractio „Zusammenziehung“; Spannungserhöhung im Muskel, die zumeist (ausgenommen isometrische Kontraktion) zu einer Verkürzung des Muskels führt. Im quergestreiften Muskel gewährt die gegenseitige Verschiebung der Aktin- und →Myosinfilamente die Kontraktion (→Muskelfaser). Hinzu kommt neuerdings Titin als "drittes kontraktiles" Filament (Herzog 2018). Es werden folgende Formen der Muskelkontraktion unterschieden: isometrisch (erhöhte Spannung ohne…
Muskelkraft
Muskelkraft (muscular strength), Kraft, die der Muskel durch Kontraktion entwickeln kann und damit eine Grundlage sportlicher Bewegungen. Entsprechend biomechanischer Modellierung ist die Muskelkraft durch mindestens vier Parameter erfassbar: isometrische Kraft, maximale mögliche Kontraktionsgeschwindigkeit, maximale mögliche Leistungsabgabe der einzelnen Muskelfasern und Anzahl der kontrahierenden Fasern sowie der Funktion der Kontraktionsgeschwindigkeit (Sust in Schnabel & Thieß, 1993,…
Muskelleistung
Muskelleistung (muscle performance), physiologisch der Betrag an Energie, der durch Muskelarbeit pro Zeitintervall verbraucht bzw. freigesetzt wird, biomechanisch reduziert auf das Produkt aus Muskelkraft (F) und Muskelkontraktionsgeschwindigkeit (v), gemessen in Watt bzw. Nm/t. Hill (1938) verband erstmals die mechanische Leistung eines Muskels und die dazu notwendige Energiezufuhr pro Zeiteinheit mit dem Bewegungsablauf, welcher mit der…
Muskelleistungsschwelle
Muskelleistungsschwelle (MLS) (muscle performance threshold), Maximum der mechanischen Muskelleistung, das beim Einzelmuskel etwa bei 30-35% der maximalen Last, bei Muskelgruppen etwa bei 50-60% des konzentrischen Lastmaximums liegt (Martin 2001). Die MLS ist in der Leistungs – Last - Kurve (→Hillsche Kurve) der Kulminationspunkt und wird zur Bestimmung der Widerstände für das Schnellkrafttraining nach der Muskelleistungsmethode…
Myosin
Myosin (myosin), griech. myos, Genitiv zu mys „Muskel“; Eiweißkörper des Myosinfilaments (→Filament), dessen Enden (Myosinköpfchen) nach Anbindung eines ATP-Moleküls an die Aktinfilamente andocken und so die Muskelkontraktion ("Motor der Muskelfasern") ermöglichen. Die Isoformen (Proteine mit gleicher Funktion, jedoch unterschiedlichem Aufbau) der Myosinschwerketten (MHC) bestimmen wesentlich die kontraktilen Eigenschaften der Muskelfaser und charakterisieren den Muskel. Das…
Myostatin
Myostatin (myostatin), Kunstwort aus „Muskel“ und „Stehen, Stillstand“; Eiweiß (→Protein), das als negativer Regulator des Muskelwachstums erstmals 1997 beschrieben wurde. Muskelschwund führt zu verstärkter Bildung von Myostatin. Dessen Deaktivierung erhöht folglich die Muskelmasse. Aus internationalen Publikationen ist bekannt, dass ab dem 40. Lebensjahr das Protein Myostatin ansteigt und damit ein Muskelschwund (Sakopenie) von 1 %/Jahr…
Normalkraft
Normalkraft (normal force; standard force), Komponente einer senkrecht auf eine Fläche einwirkenden Kraft. Damit für schiefe Ebenen zutreffend, ansonsten Normalkraft = Gewichtskraft. Das Produkt aus Normalkraft und Reibungskoeffizient ergibt die Reibungskraft (Wick 2005). Mehr zum Thema: http://www.spektrum.de/lexikon/physik/normalkraft/10425 - Zugriff 26.01.21
Querschnittszunahme
"Querschnittszunahme" (cross-section increase) umgangssprachlich für Zunahme des Muskelquerschnitts durch Verdickung der Muskelfasern nach Krafttraining. →Muskelhypertrophie
Rekrutierung
Rekrutierung (recruitment), lat. recrescere dt. wieder nachwachsen; Einberufung von Soldaten (in Schweiz für Musterung), allgemein das Beschaffen von Personal für Zielgruppen (→Sportkader,→Talentförderung ) In der Physiologie versteht man darunter die Inanspruchnahme molekularer oder zellulärer Ressourcen für einen bestimmten Zweck, wie zum Beispiel die Rekrutierung von Signalproteinen in spezifische Zellkompartimente, um Signalprozesse zu ermöglichen (DocCheck Flexikon).…
Schwimmfallschirm
Schwimmfallschirm (swim parachute), auch "Bremsschirm", ein Trainingsmittel, bestehend aus einem Widerstandsgurt mit Zugfallschirm und elastischem Seil zur Erhöhung des Schwimmwiderstandes, ähnlich der Widerstandshose. Die Sportartikelhersteller versprechen dadurch neue Trainingsreize und höhere Trainingsintensität (spezifische Kraft). Coleretti et al. (2025) ermittelten den Widerstandskoeffizient von vier handelsüblichen Fallschirmen unterschiedlicher Größe und unter verschiedenen Bedingungen. Der Widerstand des Fallschirms…
Synchronisation
Synchronisation (synchronization), von synchron griech. syn ‚mit‘, ‚gemeinsam‘ und chronos ‚Zeit‘; zeitgleich, gleichzeitig verlaufend; zeitlich in Übereinstimmung bringen, z.B. Bild und Ton beim Film, Musik und Bewegung beim Tanz oder Synchronschwimmen. Die Skelettmuskulatur kann ihre Kraft sowohl durch die Zuschaltung von motorischen Einheiten (→Rekrutierung) als auch durch deren gleichzeitige (synchrone) Aktivierung entwickeln (Synchronisation).
Synergist
Synergist (synergist), griech. synergeín ‚zusammenarbeiten‘; Muskel, der den Hauptmuskel bei einer bestimmten Bewegung direkt oder indirekt (z.B. Stabilisierung des Gelenks) unterstützt. Erst das Wechselspiel von Synergist und Antagonist führt zu den komplexen motorischen Bewegungsausführungen wie sie bei sportlichen Bewegungshandlungen erforderlich sind. Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Synergist
Widerstandskraft
Widerstandskraft (resisting force), allgemein die Fähigkeit, Belastungen oder Krankheiten zu entgegnen (→Immunsystem). In der Biomechanik sind damit Flächenkräfte gemeint, die bei Bewegungen in der Luft oder im Wasser wirksam werden. Sie sind abhängig von der Anströmfläche, dem Widerstandsbeiwert (cw-Wert), der Dichte des Wassers und der Schwimmgeschwindigkeit. Der Gesamtwiderstand (Fd) beim Schwimmen mit konstanter Geschwindigkeit setzt…