Kraft
76 Einträge
Kraft, mittlere
Kraft, mittlere (force, mean value of), „Mittelwert von zeitlich veränderlichen Kräften für einen bestimmten Zeit- oder Wegabschnitt." (Möser in Schnabel & Thieß, 1994, S. 484). Bei Stößen im Sport, z.B. einem Aufsprung oder Abstoß, können die dabei auftretenden mittleren Kräfte direkt mit einer Kraftmessplatte oder einem Beschleunigungssensor gemessen werden oder indirekt über die Geschwindigkeitsänderung und…
Kraft, reaktive
Kraft, reaktive (force, reactive), auch Reaktivkraft (Gegenkraft), die auf dem NEWTONschen Prinzip „actio et reactio“ beruht. Als eine Form der Kraftfähigkeit ist sie als Schnellkraft bekannt, wobei eine exzentrische Muskelaktion zur Verstärkung einer folgenden konzentrischen Aktion genutzt wird (→Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus). Die Reaktivkraft spielt eine Rolle bei Schnellkraftleistungen mit typischen Brems-Streck-Bewegungen wozu auch die Wende im Schwimmen…
Kraft, relative
Kraft, relative (relative strength), auch Relativkraft; Verhältnis der (Maximal-)Kraft eines Athleten zu seiner Körpermasse, welches Sportler untereinander vergleichbarer macht. Es kann aber vorkommen, dass durch die Zunahme der Muskelmasse beim Hypertrophie-Training die relative Kraft geringer ausfällt (Klein, M. 2000). Da im Wasser aber die Körpermasse fast aufgehoben wird, erlangt die relative Kraft nicht so eine…
Kraftausdauer
Kraftausdauer (KA) (strength endurance), konditionelle Fähigkeit, mit wiederholten Krafteinsätzen einen Bewegungswiderstand zu bewältigen, der mit mindestens 30% der Maximalkraft (nach Schmidtbleicher (2003) mehr als 50% der Maximalkraft über zwei Minuten) definiert ist, darunter spricht man von aerober Ausdauer. Die Trainingswissenschaft hat noch keine einheitliche Definition gefunden, deshalb hat man sich sehr an der Trainingspraxis orientiert…
Kraftausdauer, absolute
Kraftausdauer (KA), absolute (strength endurance, absolute), Größe des bei maximaler Ausbelastung im Wettkampf oder bei adäquaten Leistungskontrollen erreichten mittleren Kraftimpulses. Sie bestimmt in Einheit mit der Bewegungsgüte die Vortriebswirksamkeit der Bewegungszyklen in den Ausdauersportarten und die durchschnittliche Bewegungsleistung vielfacher Bewegungshandlungen in Sportarten mit azyklischen Bewegungsabläufen (z.B. Sprunghandlungen im Volleyballspiel). In Sportarten mit zyklischen Bewegungen entscheidet…
Kraftdefizit
Kraftdefizit (strengh deficit), Differenz zwischen Maximalkraft und Absolutkraft, die bei Untrainierten bis 70% betragen und bei Hochleistungssportlern bis auf 10-20% zurückgehen kann (Bührle, 1985). Das Kraftdefizit ist folglich ein Ausdruck der willkürlichen Aktivierungsfähigkeit und der intramuskulären Koordination. Bei einem Kraftdefizit > 20% ist die Maximalkraft vorrangig über neuronale Aktivierung (→Motoneuron), bei geringem Kraftdefizit über Vergrößerung…
Kraftgradient
Kraftgradient (strength gradient), Kraftentwicklung pro Zeiteinheit bezogen auf eine geradlinige Bewegungen in einer Richtung, meistens gegen ein Sportgerät (Maßeinheit: N/s): grad F = dF/dt. Für Bewegungen mit Verlagerung des eigenen Körpergewichts (M) hat Verchoshanskij (1977) die Bezeichnung „Reaktivitätskoeffizient“ (RK) vorgeschlagen: RK = Fmax/(tmax• M) = I/M = (grad F)/M.
Kraftmaschine
„Kraftmaschine“ (power machine), Übernahme des Begriffs aus dem Maschinenbau (Verbrennungsmotoren, Windmühlen usw.) in die Trainingspraxis nach dem gleichen Prinzip: Umwandlung einer Energieform (hier Muskelkraft) in mechanische Arbeit (sportliche Bewegung). In dem Sinne ist der Mensch selbst eine „Kraftmaschine“. →Trainingsmittel, →Krafttrainingsgerät Konkret handelt es sich im Sport um Mono -oder multifunktionale Geräte zur Verbesserung der allgemeinen…
Kraftmessplatte
Kraftmessplatte (force plate), Testgerät, das in Verbindung mit einer entsprechenden Software vertikale und horizontale Kraftkomponenten misst und eine grafische Darstellung ermöglicht. Mit den unter einer Messplattform befestigten piezoelektronischen Sensoren (Messung elektrischer Ladungen) oder Dehnungsmessstreifen lassen sich Kräfte messen, die beim Gehen, Stehen, Laufen, Springen und Gleiten zwischen den Füßen und dem Boden wirken. →Leistungsdiagnostik, →Sprungkraft,…
Kraftmessung
Kraftmessung (force measurement), Quantifizierung der Kraft mit spezifischen Messverfahren. In vielen Bereichen des Sports und der Medizin zählt die Kraftdiagnostik zum grundlegenden Untersuchungsinventar, um den funktionalen Zustandes von Athleten oder Patienten zu bewerten. "Dabei zählt die Messung der maximalen isokinetischen Muskelkraft zu den Standardverfahren, da sie mit einigen Vorteilen verbunden ist. So führt sie nicht…
Kraftraum
„Kraftraum“ (strengh room; gym) („Folterkeller“), umgangssprachlich Trainingsstätte für das Krafttraining, das für den Schwimmer ab Aufbautraining unverzichtbar ist. Wenn der Verein nicht über einen eigenen Kraftraum verfügt, sollte mit einer Schule oder einem Fitnesscenter eine Nutzung vertraglich geregelt werden. Optimal ist ein Kraftraum in oder in der Nähe der Schwimmhalle, da Krafttraining an Land und…
Kraftstoß
Kraftstoß (impulse), Produkt aus Kraft und Zeitdauer ihrer Wirkung, grafisch die Fläche unter der Kraft-Zeit-Funktion. Jeder Kraftstoß ist gleichzeitig eine Impulsänderung. Bei sportlichen Bewegungen ist die Kraft nie konstant, weshalb F x ∆t als Integral beschrieben ist. Da der Kraftstoß von der Dauer seiner Wirkung bestimmt ist, kommt es beim Schwimmen darauf an, einen langen…
Krafttraining
Krafttraining (strength training), Training zur Steigerung der Kraftfähigkeiten oder zur Erhöhung der Muskelmasse (Bodybuilding) oder zum Erhalt muskulärer Balancen (Physiotherapie). Es stützt sich vor allem auf allgemeingültig formulierte Trainingsprinzipien (Versuch und Irrtum). Diese liefern zwar für Trainer und Sportler ein gutes Rahmenkonzept, zumeist fehlen aber begründete Fakten der biologisch zellulären Anpassung des Skelettmuskels sowie der…
Krafttraining, spezifisches
Krafttraining, spezfisches, spezielles (strength training, specific), Kräftigung der für die Wettkampfleistung bedeutsamen Muskelketten mittels Spezialübungen und-geräten, die weitgehend dem Anschluss- und Hochleistungstraining vorbehalten sind. Im Schwimmen betrifft es das Krafttraining mit einer der Schwimmbewegung adäquaten oder zumindest ähnlichen (semispezifischen) Bewegungsausführung und bei Widerständen, die über denen des Wettkampfes im Wasser liegen. So arbeitet der Sportler am…
Maximalkraft
Maximalkraft (MK) (maximum strength), konditionelle Fähigkeit; die größtmögliche Kraft bei einer willkürlichen Muskelkontraktion (→„Einer-Wiederholungs-Maximum“). Die MK kann nur durch Pharmaka, Elektromyostimulation oder psychische Beeinflussung übertroffen werden (Absolutkraft). Eine indirekte Bestimmung der MK über die erreichte Wiederholungszahl bei verschiedenen definierten submaximalen Lasten ist kritisch zu werten, da das Ergebnis durch die Kraftausdauer beeinflusst wird (Wick 2005).…
Mechanobiology
Mechanobiologie (mechanobiology), Bereich der Biomechanik, der sich auf die Fähigkeit menschlicher Zellen stützt, mechanische Signale wahrzunehmen und im Sinne einer biochemischen Antwort verarbeiten zu können. Obwohl diese Eigenschaft (Mechanosensitivität) seit langem bekannt ist, war unklar, wie mechanische Kräfte in Zellen verarbeitet werden, da die Kräfte auf molekularer Ebene sehr klein und daher schwer zu messen…
Muskelarbeitsweise
Muskelarbeitsweise (muscle work way), durch Widerstände (→Last) und Bewegungsaufgabe bestimmter Einsatz der verschiedenen Kontraktionsformen des Muskels, die zumeist gemischt auftreten. Mehr zum Thema: Video: https://www.youtube.com/watch?v=zlOKfog2ebs Zugriff 28.10.2020