Kraft
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Erregbarkeit, neuromuskuläre
Erregbarkeit, neuromuskuläre (NME) (neuromuscular excitability), „Messgröße, die auf morphologischen Strukturen und physiologischen Prozessen von motorischem Nerv und Muskelfaser beruht! (Schneider et al, 1998). Sie wird durch reizstromdiagnostische Messungen bestimmt (Reizintensität - Reizzeit =IT - Werte). Neuronale Funktionen sind eng an den Säure-Basen-Haushalt gebunden. So steigern Verschiebungen im Elektrolythaushalt die NME, u.a. auch bei Hyperventilation. Beispiel…
Explosivkraft
Explosivkraft (explosive pover), als Kraftanstieg pro Zeiteinheit eine Komponente der Schnellkraft (hohe Anstiegsgeschwindigkeit der Kraft). Sie spielt in der Leistungsdiagnostik (Steilheit der Kraft – Zeit - Kurve) eine Rolle. (→Startkraft) und hat eine enge Beziehung zur Maximalkraft (Schmitz & Stahl, 1999). →Sprungkraft, →Velocity Based Training Für eine sportliche Leistung ist ein Optimum an Explosivkraft notwendig,…
Frequenzierung
Frequenzierung (neural frequency), Abstufung der Impulsfrequenz bei der finalen Erregung der Muskelzelle (ST Fasern mit kleinen Motoneuronen und niedriger Erregungsschwelle, schwächere FT Fasern und schnelle FT-b Fasern mit starken Motoneuronen und hoher Erregungsschwelle →Muskelfasertypen). Die Frequenzierung ist zusammen mit der Rekrutierung die Grundlage der intramuskulären Koordination. Bei Dauerkontraktionen beträgt die Frequenz 10-30, bei schnellkräftigen Bewegungen…
Gewichtheben
Gewichtheben (weight-lifting), Wettkampfsportart für beide Geschlechter mit dem Ziel, eine möglichst hohe Last (Langhantel) in den Disziplinen Reißen oder Stoßen zur Hochstrecke zu bringen. Die Sportler werden bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen nach Gewichtsklassen (regional nach einem Punktsystem) eingeteilt. Ergebnisse eine Metaanalyse (Morris et al. 2022) unterstützen die Vorstellung, dass ein zusätzliches Gewichthebetraining für die…
Gleitfilamenttheorie
Gleitfilamenttheorie (sliding filament theory), 1954 von HUXLEY entwickelte Theorie der Muskelkontraktion, wonach das Sarkomer als funktionelle Grundeinheit des Muskels aus Aktin- und Myosinfilamenten besteht, die durch ein aufeinander folgendes Greifen der Querbrücken ineinander gleiten ohne ihre Länge zu verändern. Auslöser ist ein Nervenimpuls, der ein Aktionspotential bewirkt, das die für die Ankopplung der Myosinköpfchen notwendigen…
Hamstrings
Hamstrings (engl. für ischiocrural muscles) = ischiocrurale Muskulatur, auch Hüftgelenksextensoren , Muskelgruppe auf der Rückseite des Oberschenkels (biceps femoris, semitendinosis, semimembranosis), die das Bein im Knie beugt und mit dem Großen Gesäßmuskel (m. glutaeus) die Hüfte streckt. Sie gewährleisten die Haltung des Rumpfes durch die Kontrolle des Standes des Beckens im Bezug auf die Beine.…
Hennemansches Prinzip
Hennemansches Prinzip (Henneman principle), Prinzip nach dem amerikanischen Neurophysiologen Elwood Henneman, das den Vorgang im Körper beschreibt, bei dem Informationen vom Neuron im Hirn zu den jeweiligen Muskelfaserenden der Skelettmuskulatur gelangen. Es legt die Reihenfolge der Rekrutierung fest. Bei geringen Belastungen werden zunächst die kleinen motorischen Einheiten (Aα2-Motoneurone) aktiviert, diese besitzen eine niedrige Reizschwelle. Reicht…
HILLsche Gleichung
HILLsche Gleichung (Hill’s equation), auch Muskelleistungsgleichung, experimentaler Nachweis von HILL, wonach die Leistung eines Muskels bei unterschiedlichen Belastungen immer gleich ist: (F + a) ∙ (v + b) = constant (F = Kontraktionskraft, v = Kontraktionsgeschwindigkeit, Faktoren a und b kennzeichnen die inneren Bedingungen des Muskels). Geometrisch dargestellt ergibt die Funktion eine Hyperbel, deren Verlauf…
HMB (Beta-Hydroxy Beta-Methylbutyrat)
HMB (Beta-Hydroxy Beta-Methylbutyrat), Stoffwechselprodukt (Metabolit) aus der Aminosäure Leucin, das Kraftsportler bereits seit den 1990er Jahren als Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln verwenden. Scheck (Leistungssport.2/2014) kommt nach Auswertung aktueller wissenschaftlicher Metaanalysen zu dem Fazit, "dass HMB eine wirksame ernährungsbezogene ergogene* Hilfe ist, wobei Untrainierte stärker profitieren als Trainierte. Ein weniger gut trainierter Muskel ist empfänglicher für trainingsbedingte…
Hyperplasie
Hyperplasie (hyperplasia), lat. hyperplasia „übermäßige Zellbildung“; Größenzunahme eines Gewebes oder Organs durch Vermehrung der Zellen (numerische Hypertrophie), im Gegensatz zur Hypertrophie, die auf Größenzunahme der Zelle beruht. Die Hyperplasie ist bis zum frühen Kindesalter an der Zunahme der muskulären Leistungsfähigkeit beteiligt, die im weiteren Lebensverlauf von der Muskelhypertrophie übernommen wird. Zur Frage des Anteils der…
Impuls
Impuls (p) (impulse), (plötzlicher) Antrieb; Erregung, Anstoß; umgangssprachlich „Wucht“, „Schwung“ oder „Schub“. in der Mechanik das Produkt aus Masse und Geschwindigkeit eines Körpers: [p = m (v2 – v1)], gemessen in Newtonsekunden (Ns). Während die Kraft (F) die Beschleunigung verursacht, wird mit dem Impuls der Bewegungszustand erfasst. in der Psychologie „ein spontanes Umsetzen von Handlungen,…
Kontraktionszeit
Kontraktionszeit (contraction time), Zeitspanne von der völligen Erschlaffung eines Muskels bis zu seiner maximalen Kontraktion.
konzentrisch
konzentrisch (concentric) lat. con „mit“ und centrum „Mittelpunkt“= mit einem Mittelpunkt; symmetrisch um die Mitte angeordnet, bei Muskelkontraktion Verkürzung der Muskelfasern.
Koordination, intermuskuläre
Koordination, intermuskuläre (coordination, intermuscular), Zusammenwirken der verschiedenen an einer Bewegung beteiligten Muskeln, so im Rahmen von Muskelschlingen und dem Wirken von Agonist und Antagonist. Intermuskuläre Bewegungskoordination ist nicht auf anders strukturierte Bewegungen übertragbar, womit die Bedeutung bewegungsspezifischer Ausbildung unterstrichen wird. Beispiel im Schwimmen: Von zwei Hochleistungsschwimmern wurde die Muskelaktivität mittels EMG bei vier verschiedenen Schwimmgeschwindigkeiten…
Koordination, intramuskuläre
Koordination, intramuskuläre (coordiantion, intramuscular), Zusammenwirken von motorischen Einheiten eines Muskels. Sie wird bestimmt durch die Fähigkeit, alle motorischen Einheiten einzubeziehen (→Rekrutierung), diese möglichst schnell mit höchster Entladungsfrequenz (→Frequenzierung) und gleichzeitig (Synchronisation) einzusetzen. So kann ein Sportler bis zu 90-95% der motorischen Einheiten eines Muskels aktivieren, gegenüber 70% des Untrainierten. Es kommt aber nicht nur darauf…
Kraft
Kraft (force, strengh), ursprünglich nur auf Muskelspannung bezogen, wird heutzutage Kraft außerhalb der Physik auch als körperliche und geistige Eigenschaft (Willenskraft) verstanden. Kraft ist: Physikalisch das Produkt aus Masse und Beschleunigung (F = m ∙ a) eine konditionelle Fähigkeit, um äußere Widerstände durch Muskelaktionen zu überwinden, zu halten oder ihnen entgegenzuwirken. Selten ist über eine…
Kraft-Zeit-Kurve
Kraft-Zeit-Kurve (force time curve), Verfahren der biomechanischen Kraftdiagnostik (→KLD), indem die Beziehung zwischen der aufgewendeten Kraft (F) und den beiden Zeitpunkten (t1 – t2) grafisch dargestellt und damit der Verlauf der Kraft über die Zeit registriert wird (→spezifisches Krafttraining). Apparative Voraussetzungen sind Kraftmessplatten (→Startblock, →Sprung) oder Kraft- bzw. Beschleunigungsaufnehmer (→FES-Armzuggerät). Mit der Kraft-Zeit-Kurve können Kraftstoß,…
Kraft, innere
Kraft, innere (force, internal), hier nicht im Sinne von Selbstbewusstsein und innere Stärke (psychische Kraft), sondern als Komponente der Kraftfähigkeit: die Kraft, die innerhalb des menschlichen Körpers als Muskelkraft über die Knochenhebel als Drehmoment auftritt (→Hebelgesetz). Um aber den Körper zu beschleunigen, bedarf sie einer passiven äußeren Kraft. Donskoi (1975) unterscheidet drei Gruppen der inneren…