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Biomechanik

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Wassergefühl

Wassergefühl (water feeling), auch Wasserbewegungsgefühl (Staub et al. 2021), komplexe koordinative Fähigkeit als Folge von Veranlagung und Erfahrung im Umgang mit dem Wasser, wobei Vortrieb (→Widerlager finden) und geringe Widerstandsbildung die wesentlichen Kenngrößen sind. Wassergefühl wird über taktiles, visuelles, vestibulares und vor allem kinästhetisches Sinnessystem erschlossen. Es ist der „Modus des Sich-selbst-Erlebens in Veränderungen im…

Wasserlage

Wasserlage (balance) Lage des Schwimmers im Verhältnis zur Horizontale der Wasseroberfläche. Zu einer optimalen Wasserlage zählen folgende Kriterien (Cserepy, 2004): ausgeglichene Balance der Vertikalkräfte vor und hinter dem Körperschwerpunkt, minimaler Frontwiderstand (→Formwiderstand) des Körpers, minimaler Anteil an Antriebskraft zur Stabilisierung, keine Einschränkung der Antriebsbewegungen durch die Körperlage, Annäherung des Körperschwerpunktes an den Volumenmittelpunkt., Dabei sind…

Wasserwiderstand

Wasserwiderstand (active drag; water resistance), Widerstand, der beim Schwimmen durch die Verschiebung der Wasserteilchen untereinander und zwischen Körperoberfläche und dem Wasser (Viskosität) entsteht, einfach gesagt die Kraft, die das Wasser einer Bewegung entgegensetzt (Küchler, 2015, S.11). Der Wasserwiderstand hängt von der Strömungsgeschwindigkeit, der Körperform (→Körperbautyp) und der Dichte des Wassers ab. Der Schwimmer nutzt diesen…

Weg

Weg (distance), Richtung und/oder Strecke, um an ein bestimmtes Ziel zu gelangen oder Vorgehensweise, ein Problem zu lösen. In der Physik die Entfernung zwischen zwei Punkten längs der Bahn bei einer Bewegung, gemessen in Meter (1m = 100 cm). Die Biomechanik betrachtet alle Bewegungen in Zeit und Raum (→Raumbahn), wobei der Weg als „Integral über…

Weg-Zeit-Kurve

Weg-Zeit-Kurve (distance-time curve), Weg-Zeit-Diagramm, grafische Darstellung (Diagramm) des Weges eines sich bewegenden Körpers in der Zeit. Der Bewegungszustand eines Körpers (ruhend, gleichmäßig bewegt, beschleunigt) wird über die Geschwindigkeit definiert, die ein Maß dafür ist, wie rasch sich der Weg (s) als Funktion der Zeit (t) ändert (Wick, 2005, S.22).  Mehr zum Thema: https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/physik-abitur/artikel/weg-zeit-diagramme  Mehr zum…

Welle

Welle (wave), physikalischer Zustand, der sich im Raum fortpflanzt, entweder als mechanische Welle, die stets an ein Medium gebunden ist, oder Welle, die sich auch im Vakuum ausbreiten kann, wie z.B. elektromagnetische Wellen. Bei der „Schwimmerwelle“. handelt es sich um eine Form der Energieübertragung, die durch die Vorwärtsbewegung des Schwimmers an der Wasseroberfläche entsteht und…

Wellenwiderstand

Wellenwiderstand (wave resistance), Teilkomponente des Wasserwiderstandes, der durch die Wasserverdrängung gegen die Schwerkraft entsteht. Da an der Wasserfläche die Luft weniger Widerstand bietet, weicht das verdrängte Wasser nach oben aus. Es entsteht bei hoher Geschwindigkeit an Kopf und Schultern eine Bugwelle. Der Wellenwiderstand ist etwa einem Meter unter dem Wasserspiegel am geringsten, weshalb Topschwimmer alle…

Wettkampfgeschwindigkeit

Wettkampfgeschwindigkeit (competition velocity), mittlere Geschwindigkeit aus dem unterschiedlichen Geschwindigkeitsverlauf eines Rennens bei Abzug der Bereiche für Start- und Wende, also auf einer 50m-Bahn in der Regel 10m nach bis 5m vor der Wand = 35m. In der Wettkampfanalyse als „reine Schwimmgeschwindigkeit“ (clean speed) bezeichnet. →Schwimmgeschwindigkeit, →wettkampfspezifische Ausdauer, →race pace

Wichte

Wichte (specific weight) →Gewicht, spezifisches

Widerlager

Widerlager (counter bearing), bezeichnet allgemein Strukturen, die auftretenden Kräften zur Stabilisierung entgegenstehen (Wikipedia). Im Schwimmen versteht man darunter die wechselseitige Rückwirkung von Körper- und Wasserbewegung, wodurch die Wassermassen eine Geschwindigkeitsänderung erfahren (physikalisch Impulsänderung), die wiederum einen forttreibenden Kraftstoß auf den Schwimmer ausübt. Das Widerlager hängt von der Druckdifferenz um die Antriebsflächen und der Form der…

Widerstand

Widerstand (resistance), vielseitig verwendeter Begriff von Elektrotechnik bis zu Soziologie und Politik. Im Schwimmen verstehen wir unter Widerstand einmal die hemmende Kraft, die als physikalische Größe (→Reibungs-, →Strömungs-, →Trägheits-, →Wasser-, Wellenwiderstand) und zum anderen im sozial-psychologischen Bereich als Handlung gegen Anweisungen, Normen, Regeln bis zu unbewusst ablaufenden Abwehrmechanismen auftritt. →Widerstandsbeiwert, →Widerstandskoeffizient, →Widerstandskraft, 

Widerstandsbeiwert

Widerstandsbeiwert, (cw) (drag coefficient), auch Strömungswiderstandskoeffizient (c-Wert), der den Strömungswiderstand eines umströmten Körpers widergibt (bekannt unter „Windschlüpfrigkeit“ der Autos). Je niedriger der c-Wert eines Schwimmers ist, umso geringer ist sein Strömungswiderstand. Das betrifft auch die Körperform beim Schwimmen. Bei optimaler Wasserlage soll der Widerstandsbeiwert etwa bei 0,50 liegen. Die besten Werte hatten 15jährige Schwimmerinnen, zurückzuführen…

Widerstandskoeffizient

Widerstandskoeffizient (resistance coefficient) →Widerstandsbeiwert

Widerstandskonzept

Widerstandskonzept (notion of resistance), das wohl älteste Antriebskonzept im Schwimmen, das den „Abstoß vom Wasser“ mit den Stützreaktionen an Land vergleicht, d.h. mit dem „Abstoß von einem starren Widerlager“ (Hochmuth, 1982). Dazu merkt Reischle an (2015, S. 36), dass wahrscheinlich Freistilsprinter, die mit einem relativ großen Ellbogenwinkel schwimmen, einen reaktiven Stütz mit Widerstand produzieren. →Antriebskonzeption,…

Widerstandskraft

Widerstandskraft (resisting force), allgemein die Fähigkeit, Belastungen oder Krankheiten zu entgegnen (→Immunsystem). In der Biomechanik sind damit Flächenkräfte gemeint, die bei Bewegungen in der Luft oder im Wasser wirksam werden. Sie sind abhängig von der Anströmfläche, dem Widerstandsbeiwert (cw-Wert), der Dichte des Wassers und der Schwimmgeschwindigkeit. Der Gesamtwiderstand (Fd) beim Schwimmen mit konstanter Geschwindigkeit setzt…

Winkelbeschleunigung

Winkelbeschleunigung (angular acceleration), die Bewegung eines rotierenden starren Körpers kann mit den Größen Drehwinkel, Winkelgeschwindigkeit und Winkelbeschleunigung beschrieben werden. Dabei ist die Winkelbeschleunigung die zeitliche Änderung der Winkelgeschwindigkeit. Mathematisch: Delta Winkelgeschwindigkeit dividiert durch Delta Zeit. Beispiel: Bei der Riesenfelge am Reck erteilt ein Drehmoment (M) dem Körper eine Winkelbeschleunigung (ά), indem der Trägheitswiderstand (Trägheitsmoment) der…

Winkelgeschwindigkeit

Winkelgeschwindigkeit (angular velocity), Maß für die Geschwindigkeit der veränderten Winkelposition eines um eine Achse rotierenden Körpers, also wie schnell sich etwas unabhängig vom Radius dreht. Mathematisch: Delta Winkel dividiert durch Delta Zeit. →Rotation, →Drehmoment   Beispiel: Bei der Riesenfelge wird die Winkelgeschwindigkeit vergrößert durch die Verkleinerung des Trägheitsmoments (infolge der Annäherung der Masseteile an die…

Winkelmessung

Winkelmessung (angular measurement), In der Biomechanik die Messung von Winkeln in den einzelnen Bewegungsphasen auf der Grundlage von Videoaufnahmen oder entsprechenden (3-D) Computerprogrammen; in der Anthropometrie die Messung von Gelenkwinkeln mittels Goniometer. Obwohl die manuelle Messung mit dem Goniometer eine allgemein akzeptierte Methode zur Erfassung von Gelenkpositionen ist, waren die Ergebnisse sehr von der Durchführung…

Wirbel

Wirbel (vortex), allgemein für Aufregung, Aufruhr; in der Anatomie Knochen der Wirbelsäule; in der Strömungslehre Drehbewegung Beim Schwimmen die Kreisströmung des Wassers, die als Folge der inneren Reibung beim Umströmen des Schwimmers (→Reibungswiderstand) entsteht.  →Vortex

Zentrifugalkraft

Zentrifugalkraft (centrifugal force), lat. centrum „Mitte“ und fugere „fliehen“; Fliehkraft bei Bewegung in Kurven (z.B. Bob, Bahnradsport, Hammerwurf, Wasserspringen), die in der Regel durch Muskelkraft ausgeglichen werden muss. Die Zentrifugalkraft kann enorm sein. So übersteigt sie bei der Riesenfelge am Reck bereits das Körpergewicht des Turners. Gegensatz: →Zentripetalkraft   Beispiel: Hammerwurf-durch die Drehung erhält der…