Öffnet in einem neuen Tab

Biomechanik

306 Einträge

Simulation

Simulation (simulation), lat. simulātio „Schein, Verstellung, Täuschung“, Vorgehensweise bei der Analyse von Arbeitsvorgängen (z.B. Crashtest) oder das Vortäuschen oder Übertreiben von Erkrankungen (Simulant). In ähnlicher Weise wird der Begriff im Sport verwendet, so im Rahmen biomechanischer Modellierungen oder als Simulation von Drucksituationen im Training (z.B. Wettkampfsimulation, Prognosetraining). Durch computerbasierte Modellierung lassen sich bestimmte Einflussgrößen auf…

Smartwatches

Smartwatches (engl.) mobiles Gerät mit einem Touchscreen-Display, das am Handgelenk getragen wird und mit dem Smartphone verbunden ist. s. Fitnesstracker, Wearables Aus dem Leistungssport sind Wearables nicht mehr wegzudenken, denn durch die Datenerhebung können Sportler ihr Training noch besser steuern. Mittels Sensoren erfassen sie Herzfrequenz, Kalorienverbrauch, Distanzen, Geschwindigkeit und sogar Bewegungsabläufe. Da die Systeme viele…

Stabilität

Stabilität (stability), lat. stabilis „feststehend, standhaft, dauerhaft“; Standfestigkeit; die Eigenschaft eines Systems, seinen Zustand auch bei Störungen nicht oder kaum zu ändern. Für den Sport relevant sind z.B. eine stabile Technik, „wettkampfstabiles“ physisches Leistungsvermögen, eine hohe Kohäsion der Gruppe usw. Im Schwimmen wird eine Technik mit einer stabilen dynamischen Struktur angestrebt, d.h. um eine hohe…

Startkraft

Startkraft (starting strength), Komponente der Schnellkraft, die einen hohen Kraftanstieg zu Beginn der Muskelkontraktion (bis 30 ms) bewirkt (Verchosanskij, 1971). Damit wird sie leistungsbestimmend, wenn in kürzester Zeit eine hohe Geschwindigkeit erreicht werden soll, wie z.B. beim Startsprung. Sie setzt einen hohen Anteil an schnellkontrahierenden Muskelfasern und die Fähigkeit viele Fasern zu rekrutieren voraus (→Rekrutierung).

Starttraining

Starttraining (starttraining), Erarbeiten der technischen Abläufe und der konditionellen Voraussetzungen für einen optimalen Start bei Wettkämpfen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedingungen (Becken, →Freiwasser, →Behinderte). Besonders für Sprinter ist das Niveau des Starts leistungsbestimmend, da es eine hohe Anfangsgeschwindigkeit sichert. Deshalb sollten größere Zeiträume für Messplatztraining eingeräumt werden. Das „nun macht noch mal 10 Starts“, weil…

Stiftung Deutsche Sporthilfe

Stiftung Deutsche Sporthilfe →Deutsche Sporthilfe

Stimulation, biomechanische (BMS)

Stimulation, biomechanische (BMS) (biomechanical stimulation), Trainingsmethode des Krafttrainings auf der Grundlage einer 1978/79 in der Sowjetunion entwickelten Theorie, wonach der kontrahierte oder gedehnte Muskel mit Hilfe eines Vibrationsgerätes einer äußeren mechanischen Schwingung ausgesetzt wird. Die BMS wird als „wirksames Mittel zur Stimulation der Entwicklung der Kraft- und Schnellkraftfähigkeiten des Schwimmers“ eingeschätzt (Becerra et al. 2000).…

Stirnwiderstand

Stirnwiderstand (head resistance), Komponente des Wasserwiderstandes, der von der angeströmten Fläche (deshalb auch Frontalwiderstand) abhängt. Dabei spielt für den Wasserwiderstand nicht die Stirnfläche eines Körpers, sondern das Verhältnis von Stirnfläche zu Körperlänge die bedeutendste Rolle. →Formwiderstand Wasserwiderstand = 1/2 Stirnfläche x Formbeiwert (cw-Wert) x Wasserdichte x (Geschwindigkeit)2 Der Stirnwiderstand kann durch Strecken in der Schulter…

Stroke-Index

Stroke-Index(SI) (stroke-index), Variante der Bestimmung des Vortriebs im Einzelzyklus über die Erfassung der räumlich-dynamischen Struktur der Antriebsgestaltung in der Annahme einer proportionalen Beziehung zwischen der Kraft und dem Quadrat der Bewegungsgeschwindigkeit. Modifiziert nach Costill et al. 1985 ist der SI das Produkt aus dem Quadrat der Schwimmgeschwindigkeit und dem Zyklusweg. Ein hoher SI ist ein…

Strömungslehre

Strömungslehre (fluid mechanics), Teilgebiet der Mechanik, das sich mit den →Bewegungen flüssiger und gasförmiger Stoffe beschäftigt. Auch das Schwimmen kann mit hydro- und biomechanischen Gesetzmäßigkeiten erklärt werden. Dabei geht es in der Strömungslehre nicht um die „inneren Kräfte“ des Schwimmers, sondern um die „äußeren Kräfte“, die aus dem bewegten Wasser resultieren. So ist z.B. die…

Strömungswiderstand

Strömungswiderstand (flow resistance), eine den Körper behindernde Kraft, die auftritt, wenn ein Objekt durch eine bestimmte Flüssigkeit (oder Gas) bewegt wird, oder diese ihn selbst umströmt, wie z.B. in der Gegenstromanlage. Die Gleichung für diese Kraft lautet: F = ½ · r · n2 · cw · A.. Hierbei sind r die Dichte des umströmenden…

Stütz

Stütz (support), Grundhaltung, bei der der Körper entweder mit gestreckten oder mit gebeugten Armen auf dem Gerät aufgestützt wird (Duden). Übertragen auf das Schwimmen das äußere →Widerlager, das dem Schwimmer erlaubt, seinen →Körper über den aufgebauten Stütz zu hebeln und damit zu beschleunigen (sich vom Wasser „abzustoßen“). Die effektive Nutzung des Stützes ist abhängig von…

Stützphase

Stützphase (support phase), Beim Schwimmen Phase des Armzuges (→Wasserfassen) aus dem dreiphasigen System der Schweiz, wonach auf die Stützphase die Druck- und die Rückholphase folgen. Charakteristisch für diese Phase ist, dass mit dem Wasserfassen der  „Stütz“ aufgebaut wird, über den sich der Schwimmer „hinweghebelt“.  

Tangentialkraft

Tangentialkraft (tangential force), in Richtung der Tangente einer Bewegungsbahn wirkende Kraft, die senkrecht zur Radialkraft (Zentripedalkraft) wirkt; bedeutungsvoll bei kreisförmigen Bahnen wie im Diskuswurf. Im Radsport wirken z.B. am Vortrieb des Fahrrades viele verschiedene Kräfte, aber die Tangentialkraft entspricht unmittelbar der Leistung, die das Rad bewegt.

Tauchtiefe

Tauchtiefe (Depth of diving), Tiefe die für das Tauchen des Menschen physiologisch (ohne Zusatzgeräte) möglich oder für das Schwimmen unter Wasser optimal ist. Experimente im Schwimmen haben ergeben, dass der Wasserwiderstand eines geschleppten Körpers mit zunehmender Tauchtiefe abnimmt (Pendergast et al. 1977, Wick, 2005). Das betrifft besonders den Wellenwiderstand, der durch den steigenden Wasserdruck gemindert…

Technikeffizienz

Technikeffizienz (technical efficiency) →Technikrentabilität

Technikmodell

Technikmodell (technical model) →Zieltechnik, →Leitbild  

Technikrentabilität

Technikrentabilität (technology profitability, technical efficiency), umgekehrt proportionale Abhängigkeit zwischen dem sporttechnischen Niveau und dem Grad der Anstrengung (→Beanspruchung), letztlich das Verhältnis von Aufwand (körperliche Anstrengung) und Nutzen (sportliches Resultat) oder die Lösung der Bewegungsaufgabe bei möglichst geringer Muskelarbeit (Djackov 1973, S.15). →Phasenstrukturquotient, →Bewegungstalent, →Schwimmtechnik, →Wirkungsgrad, →Widerstandsbeiwert, →Wassergefühl

Techniksollwert

Techniksollwert (technical set point; technique desired value), „aus der Zieltechnik abgeleitete konkrete Vorgabegröße für einen einzelnen Technikparameter” (Nitsch & Neumaier, 1997), z.B. ein bestimmter Winkel in der Armhaltung, die Amplitude der Beinbewegung oder die Hüftgeschwindigkeit.

Tempo

Tempo (tempo), lat. tempus „Zeit“; allgemein für Geschwindigkeit, Schnelligkeit, aber auch das Zeitmaß einer Bewegung.