Soziologie
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Toleranz
Toleranz (tolerance), lat. tolerare „erdulden“, „ertragen“; Akzeptanz von Einstellungen, Meinungen und Weltanschauungen anderer, die von den eigenen Ansichten abweichen. Toleranz. ist eine wichtige Grundlage des Olympischen Gedankens und damit des internationalen Sports. →Wertorientierung. Gegenteil = Intoleranz, Der DOSB erachtet eine Erziehung zu tolerantem und fairem Verhalten gegenüber Andersdenkenden, Ausländern, Aussiedlern, sozialen Randgruppen etc. als sehr…
Tradition
Tradition (tradition), Überlieferung und Weitergabe von Werten und Normen. Das Bewahren von Traditionen ist ein wichtiges Element des Vereins- und Verbandslebens. →Mannschaftsatmosphäre, →Gruppennorm „Die Pflege von Traditionen ist nicht einfach ein stures Festhalten an Altem – es ist nicht das Aufbewahren von Asche, sondern das Aufrechterhalten einer Flamme.“ (Unbekannt)
Trainer
Trainer (coach), engl. to train „ausbilden“; im Amerikanischen bezieht sich der Begriff auf den Physiotherapeuten (Betreuer), der Trainer wird als Coach bezeichnet. Inzwischen geht es mit den Begriffen kunterbunt durcheinander. Im Rahmen von Weiterbildungen werden Trainings durchgeführt und es wird gecoacht, die Ausbilder nennen sich dementsprechend Trainer, Speaker oder Coach. Im deutschen Sport ist der…
Traineroffensive
„Traineroffensive“ (im deutschen Sport) (coach offensive), Arbeitspapier, das am 29.11.2005 vom Bundesvorstand des DSB verabschiedet wurde, um Position und Stellenwert von Trainern im Leistungssport weiter zu stärken. Die Traineroffensive beinhaltet vier wichtige Arbeitsfelder: Ausbau der Trainerstrukturen Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Trainerberuf Größere Wertschätzung des Trainerberufs in der Öffentlichkeit Steigerung der Attraktivität des Trainerberufs Motivierung…
Trainingsgruppe
Trainingsgruppe (training group, team), begrenzte Anzahl von Sportlern, die regelmäßig nach einem (weitgehend) gemeinsamen Trainingsprogramm trainieren und durch gemeinsame Interessen und Ziele verbunden sind. Im Interesse eines effektiven Lernens sollte die Trainingsgruppe im Nachwuchsbereich weitgehend heterogen (Alters- und Leistungsniveau) sein und nicht mehr als 12 Schwimmer betragen. Mit zunehmender Individualisierung im Hochleistungstraining liegt sie noch…
Trainingspartner
Trainingspartner (training partners), Sportler aus der gleichen Trainingsgruppe, die sich bei der Verwirklichung der Trainingsziele unterstützen. So empfinden viele das gemeinsame Training in der Gruppe oder mit einem Partner als freudvoller und leichter. Das setzt aber ein etwa gleiches Leistungsniveau, gegenseitige Achtung und Verständnis wie Einfühlungsvermögen voraus. Der Trainer kann entsprechend der Aufgabenstellung und des…
Transgender
Transgender (lat. trans "jenseitig" und engl. gender "soziales Geschlecht"), Bezeichnung für Menschen, deren Geschlechtsidentität oder Geschlechtsrolle von demjenigen Geschlecht abweicht, das ihnen zu Beginn ihres Lebens aufgrund augenscheinlicher körperlicher Geschlechtsmerkmale zugewiesen wurde. Der Begriff Transgender hat sich als Selbst- oder Fremdbeschreibung und Positionsbestimmung im gesellschaftlichen heteronormativen Raum etabliert (WIKIPEDIA). "Trans" ist für den Sport besonders interessant,…
Transition
Transition (transition), lat. "transitus" "Übergang"; In der Pädagogik/Sozialpsychologie der Übergang in eine andere/neue Lebensphase, wie der Eintritt in den Kindergarten, die Schule, das Jugendalter, aber auch die Scheidung und damit verbundene Trennung fallen darunter. Die leistungssportliche Karriere erfordert auch Phasen mit wichtigen Veränderungen im Lebenslauf, wie die Aufnahme in die Sportschule, an einen Stützpunkt, in…
Überbehütung
Überbehütung (over protecting), überzogene beschützende Haltung gegenüber dem Kind, wodurch der Erfahrungsraum des Heranwachsenden eingeschränkt wird und die Entwicklung von eigenen Fähigkeiten, Selbstständigkeit, Selbstvertrauen und Durchsetzungsfähigkeit erschwert wird (Psychologisches Wörterbuch 2004). Man tut dem Kind keinen Gefallen, wenn man ihm alle Steine aus dem Weg räumt. Schon von Anfang an sollten Grenzen gezogen werden, d.h.…
Umfeld
Umfeld (milieu) die Gesamtheit der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen sich jemand entwickelt. Diese Entwicklung verläuft nach dem ökosystemischen Ansatz von Bronfenbrenner (1981) auf verschiedenen Systemebenen: in Mikrosystemen (Familie, Schulklasse, Arbeitsteam) im Mesosystem als Beziehung der Mikrosysteme untereinander (z.B. Verein und Elternhaus) im Exosystem als ein einflussreiches System ohne zugehörig zu sein (z.B.…
Umfeldmanagement
Umfeldmanagement (milieu management), Abstimmen des Umfeldes auf die persönlichen Ziele oder als öffentliches Vorhaben zur Steuerung in den politischen und gesellschaftlichen Umfeldern. Es ist als strategisches Umfeldmanagement bedeutsam für die Akzeptanz von Projekten in der Öffentlichkeit. Im Leistungssport ist Umfeldmanagement eine Serviceleistung der Laufbahnberatungen der Olympiastützpunkte zur Unterstützung von Kadersportlern bei der Organisation ihres sozialen…
Vorbild
Vorbild (idol; ideal; model), Person, die zur Nachahmung anregt, nach FREUD ein psychodynamischer Prozess, der Angleichung des eigenen Ich an das Vorbild, des Findens von eigenen Wertmaßstäben, Denk- und Verhaltensweisen (→Einstellungen, →Ideale). Das Vorbild wirkt besonders im Bereich des motorischen Lernens durch Antrieb, Attraktivität, Aktion und Akzeptanz (Kirchner & Pöhlmann, 2005). Bei der Erziehung junger…
Vorurteil
Vorurteil (prejudice), vorgefasste, sachlich und an Erfahrungen nicht überprüfte Meinung zu Dingen, Personen oder Gruppen („Denkschablone“). Diese ist zumeist übernommen und hartnäckig, weshalb sich ihr Abbau schwierig gestaltet („Es ist leichter ein Atom zu spalten als ein Vorurteil“ EINSTEIN). Die meisten Vorurteilsdefinitionen konzentrieren sich auf Vorurteile negativen Inhalts, da diese eher als positive Vorurteile schädigende…
Wahrnehmung, interpersonelle
Wahrnehmung, interpersonelle (perception, interperson), auch Personenwahrnehmung; gegenseitige Wahrnehmung von sich wechselseitig beeinflussenden Personen oder Gruppen. →Fremdbild, →Selbstbild
Ware
Ware (im Englischen keine Entsprechung; goods), Produkt menschlicher Arbeit zur Bedürfnisbefriedigung. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung unterliegt der Sport auch den Gesetzen des Marktes, er wird selbst zur Ware, so auch der Sportler, der als Produkt die sportliche Leistung anbietet. Sein Gebrauchswert äußert sich in der Befriedigung der Interessen der Zuschauer und ist damit stark an…
Wegezeiten
Wegezeiten (time for ways), Der Begriff ist nicht einheitlich definiert. Juristisch ist Wegezeit zum einen die Zeit für die An- und Abfahrt des Arbeitnehmers zum Betrieb des Arbeitgebers (ErfK/Preis, 17. Aufl. 2017, BGB, § 611, Rn. 513), zum anderen berufsbedingte Reisezeit (Dienstreise). Die hierfür eingesetzte Zeit stellt keine Arbeitszeit dar und muss daher durch den Arbeitgeber…
Wert, sozialer
Wert, sozialer (social value), gesellschaftlich bedingte Handlungs- und Verhaltensorientierung, die jede Gesellschaft für sich macht und damit Anstandsregeln im Miteinander fixiert. Der in den 70iger Jahren erfolgte Wertewandel von Leistung und Pflichterfüllung zur Dominanz von Selbstentfaltung, Lebensqualität und Lebensgenuss trifft den Sport unterschiedlich (→Gender mainstream, mehr Bedarf an Breiten- und Gesundheitssport, weniger an Leistungssport, Ablehnung…
Wertorientierung
Wertorientierung (value orientation), „Fähigkeit des Menschen, gesellschaftliche und individuelle Tätigkeiten sowie ihre unterschiedlichen Ergebnisse zu erkennen und zu werten“ (Kuhnke & Sperling in Schnabel & Thieß, 1993, S. 948). Sie sind Ausdruck der Bedeutsamkeit, die den Eigenschaften zur Bedürfnisbefriedigung beigemessen werden. Wertorientierungen stehen damit in enger Wechselwirkung zu den Motiven, werden aber nur unter bestimmten…
Zeitbudget
Zeitbudget (time budget), die Zeit über die jemand verfügt. Zeitbudgetuntersuchungen sind folglich statistische Erhebungen, um den zeitlichen Aufwand zu ermitteln, die Personen oder Gruppen für bestimmte Tätigkeiten und Verrichtungen benötigen. Solche Erhebungen sind ein unverzichtbares Forschungsinstrument zur Beobachtung und Evaluierung zahlreicher sozialer Phänomene und zählen zu den wichtigsten Basisstatistiken über die Arbeits- und Lebensverhältnisse (Merz,…
Zuschauer
Zuschauer (spectators), Personen, die einer Veranstaltung, Vorführung zusieht (öffentlich wie auch im eigenen Heim als Fernsehzuschauer). Mit Milliarden von Zuschauern ist der Sport zum größten Zuschauer- und Medienspektakel der Gegenwart geworden. Zugeschaut wird in Stadien oder zuhause vor Bildschirmen. Vor Ort hat der Zuschauer die (allerdings stark beschränkte) Möglichkeit, auf das sportliche Geschehen unmittelbar einzuwirken.…