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Psychologie

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Vigilanz

Vigilanz/Vigilität (vigilance), lat. vigilantia „Wachheit“, „Schlauheit“; Aufmerksamkeitsleistung über längere Zeit, somit eine „aktive Komponente der Wahrnehmung“ (http://lexikon.stangl.eu/271/vigilanz/), in der Medizin die Wachheit bzw. Daueraufmerksamkeit eines Patienten. Wenn man mit Vigilanz solche Eigenschaften wie Bewusstseinshelle, Wachsamkeit, Bereitschaft zur Zuwendung u. Aufmerksamkeit versteht, dann ist sie eine Voraussetzung für ein wirksames Training und Wettkampfverhalten speziell unter Langzeitaspekt.…

Vision

Vision (vision), lat. visio „Anblick, Erscheinung“ (frz. Traum); ein in unbestimmter Zukunft befindlicher Traum, Wunsch ohne konkrete Strukturen, aber mit motivierender Kraft, diese zu erhellen. Visionen sind oft die Quelle großer Leistungen und so auch im Leistungssport ein Muss, denn sie bringt Klarheit und Richtung in unser Denken und Handeln und begeistert für neue Aufgaben.…

Visualisierung

Visualisierung (visualization), lat. visualis, „zum Sehen gehörig“; allgemein die Darstellung eines Sachverhaltes mit optischen Mitteln (Wikipedia), in der Pädagogik das Sichtbarmachen der Arbeitsergebnisse für alle Gruppenmitglieder (Moderation). Da auch Trainingsaufgaben über das Bewusstsein gesteuert werden, spielt die Übertragung von (Lern-)Inhalten in Form von visuell (sehend) erfassbaren Formen (Schaubilder, Grafiken) und mit audiovisuellen Mitteln (→Medien) eine…

Volition

Volition (volition) →Wille

Vorbild

Vorbild (idol; ideal; model), Person, die zur Nachahmung anregt, nach FREUD ein psychodynamischer Prozess, der Angleichung des eigenen Ich an das Vorbild, des Findens von eigenen Wertmaßstäben, Denk- und Verhaltensweisen (→Einstellungen, →Ideale). Das Vorbild wirkt besonders im Bereich des motorischen Lernens durch Antrieb, Attraktivität, Aktion und Akzeptanz (Kirchner & Pöhlmann, 2005). Bei der Erziehung junger…

Vorsatz

Vorsatz (mens rea), in der Psychologie auf einen Willensbeschluss (Wille) beruhende feste Absicht zur Ausführung einer bestimmten Handlung (DORSCH-Lexikon, 2004).  Die Bildung eines Vorsatzes erhöht die Wahrscheinlichkeit des Handelns. Nach deutschen Strafrecht beschreibt Vorsatz das Wissen und Wollen der Verwirklichung eines Straftatbestands (§ 276 BGB). Der „Vorsatz“ spielt eine besondere Rolle bei der Ahndung von…

Vorstartzustand

Vorstartzustand (pre-competition nerves, start fright), psychophysische Verfassung des Sportlers vor dem Wettkampf, die wesentlich die Leistungsbereitschaft beeinflusst und sich in Kampfbereitschaft, Startfieber oder Startapathie äußern kann. Der Vorstartzustand hängt ab von der Bedeutung des Wettkampfes, dem aktuellen Trainingszustand und der Wettkampferfahrung (→Erfahrung) des Schwimmers. Zur Regulierung des Vorstartzustandes werden psychoregulative Verfahren genutzt. Dabei haben sich…

Vorstellung

Vorstellung (image), Bilder in unserem Bewusstsein, die in der Vergangenheit Wahrgenommenes (→Wahrnehmung) widerspiegeln oder mit der Fantasie zu neuen Vorstellungsinhalten kombiniert werden und bewusst oder unbewusst unser Handeln beeinflussen. Vorstellungen helfen uns, Gedanken und Wissen zu ordnen und damit das Handeln der Situation besser anzupassen. Im Sport macht man sich das zunutze, indem Bewegungsabläufe in…

Vorurteil

Vorurteil (prejudice), vorgefasste, sachlich und an Erfahrungen nicht überprüfte Meinung zu Dingen, Personen oder Gruppen („Denkschablone“). Diese ist zumeist übernommen und hartnäckig, weshalb sich ihr Abbau schwierig gestaltet („Es ist leichter ein Atom zu spalten als ein Vorurteil“ EINSTEIN). Die meisten Vorurteilsdefinitionen konzentrieren sich auf Vorurteile negativen Inhalts, da diese eher als positive Vorurteile schädigende…

Wahlreaktionstest (WRT)

Wahlreaktionstest (WRT) (choice-reaction test), psychomotorischer Test mit dem Genauigkeit und Schnelligkeit von Reaktionen (→Reaktionsschnelligkeit) bei der Beantwortung verschiedener Reize mit unterschiedlichen Handlungen erfasst werden. Kombiniert mit Videomaterial können besonders im Sport (vor allem in Spiel- und Kampfsportarten) Entscheidungsschnelligkeit/-genauigkeit, Konzentrationsvermögen, taktisches Verhalten (→Taktik), Willenseigenschaften getestet werden (Matthesius, in: Schnabel & Thieß, 1993, S. 937).

Wahrnehmung

Wahrnehmung (perception), „Aufnahme und Verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und dem eigenen Körper“ (Psych. Wörterbuch 2004). Die Informationen werden durch verschiedene Sinnessysteme mit unterschiedlicher (z.T. veranlagter) Intensität aufgenommen: sehen (visuell), hören (auditiv), empfinden (kinästhetisch), riechen (olfaktorisch) oder schmecken (gustatorisch). Dabei werden nur die Informationen verarbeitet, die bedeutungsvoll erscheinen, um die Verarbeitungskapazität nicht zu überfordern…

Wahrnehmungstäuschung

Wahrnehmungstäuschung (perceptive deceipt) oder Sinnestäuschung, fehlerhafte oder verzerrte Wahrnehmung, letztlich Betrug der „Partner Auge und Gedächtnis“. Aber es können alle Sinne betroffen sein. Und Wahrnehmungstäuschungen lassen sich nicht verhindern und sind unabhängig von Eigenschaften wie Leichtgläubigkeit oder Intelligenz. Wahrnehmungstäuschungen können im Schwimmen von bedrohlich (Wassertiefe unterschätzt) bis leistungslimitierend (im Wettkampf) sein, z.B. bei falscher Einschätzung…

Waschbrettbauch

„Waschbrettbauch“ (washboard abs; sixpack), flacher Bauch mit gut sichtbaren Konturen der Bauchmuskulatur, als sexy von den Fitnesscentern gepriesen. Für einen Waschbrettbauch reicht Bauchmuskeltraining allein nicht aus, da dickeres Unterhautfettgewebe und Depotfette das Abzeichnen der tiefer liegenden Muskelmassen verhindern. Da ein lokaler Fettabbau nicht möglich ist, muss das Gesamtkörperfett (→Fettstoffwechsel) reduziert werden (Männer auf einen Anteil…

Wassergefühl

Wassergefühl (water feeling), auch Wasserbewegungsgefühl (Staub et al. 2021), komplexe koordinative Fähigkeit als Folge von Veranlagung und Erfahrung im Umgang mit dem Wasser, wobei Vortrieb (→Widerlager finden) und geringe Widerstandsbildung die wesentlichen Kenngrößen sind. Wassergefühl wird über taktiles, visuelles, vestibulares und vor allem kinästhetisches Sinnessystem erschlossen. Es ist der „Modus des Sich-selbst-Erlebens in Veränderungen im…

Webmood

Webmood (Wortschöpfung DSHS Köln für onlinebasierte Messung der Stimmunghslage),  online-basiertes Screeningverfahren zur Erfassung von Befindlichkeit mit dem auch Trainingspläne und -inhalte weiter individualisiert und optimiert werden können. Weitere Erläuterungen zu den technischen Aspekten von Webmood – verwendete Messinstrumente, Datenerfassung und -auswertung, Anwendungskonstellationen sowie Settings finden sich unter http://www.webmood.de/public/index.aspx Mehr zum Thema: Anderten, Pels, Raven &…

Wertorientierung

Wertorientierung (value orientation), „Fähigkeit des Menschen, gesellschaftliche und individuelle Tätigkeiten sowie ihre unterschiedlichen Ergebnisse zu erkennen und zu werten“ (Kuhnke & Sperling in Schnabel & Thieß, 1993, S. 948). Sie sind Ausdruck der Bedeutsamkeit, die den Eigenschaften zur Bedürfnisbefriedigung beigemessen werden. Wertorientierungen stehen damit in enger Wechselwirkung zu den Motiven, werden aber nur unter bestimmten…

Werturteil

Werturteil (value judgement), im Zivilrecht das Ergebnis einer wertenden Schlussfolgerung aus Tatsachen. Danach liegt ein Werturteil vor, wenn die Behauptung durch Elemente der subjektiven Stellungnahme geprägt ist und ihre Richtigkeit eine Sache der persönlichen Überzeugung bleibt (www.123recht.net). In der Psychologie/Pädagogik ist der Begriff umstritten. Die Palette geht von „Wirklichkeitsfaktor“ bis „Ausdruck von Gefühlszuständen“. Verschiedentlich werden…

Wettkampfangst

Wettkampfangst (Competitive anxiety), „eine akute emotionale Reaktion auf eine bedrohliche oder als bedrohlich empfundene Wettkampfsituation“ (Martens et al. 1990) →Versagensangst Zum Verständnis des Zusammenhangs von Angst und Leistung ist es bedeutsam sowohl Intensität (Wie stark ist die Angst?) als auch Richtung (Wird die Angst positiv oder negativ interpretiert?) der Wettkampfangst zu kennen. Eine positiv interpretierte Wettkampfangst kann die…

Wettkampfbereitschaft

Wettkampfbereitschaft (competition readiness), Bereitschaft des Sportlers zur Aktivität unter den extremen Bedingungen eines sportlichen Wettkampfes. Sie verbindet als vielschichtiges System ideelle, seelische, funktionelle, spezielle (technische, physische, taktische und theoretische) Bereitschaft und psychische Bereitschaft zu einer Einheit (Puni, 1972, S.219). Als optimale Variante des Vorstartzustandes, ist die Wettkampfbereitschaft einer der wichtigsten Aspekte der psychologischen Vorbereitung des…

Wettkampfnachbereitung

Wettkampfnachbereitung (competition evaluation), für den Aktiven zunächst Ausschwimmen, Auffüllen der Energiespeicher, gegebenenfalls physiotherapeutische Behandlung, später (bei genügendem Abstand) durch Trainer und Schwimmer die detaillierte Auswertung des Rennverlaufes (→Wettkampfanalyse/ Videoaufzeichnungen usw.) mit Folgerungen für den folgenden Wettkampf oder den weiteren Trainingsabschnitt. Besonders im Hochleistungstraining erfordert die zunehmende Belastung durch den „Wettkampfwildwuchs“ eine systematische Nachbereitung der Wettkämpfe.…