Psychologie
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Moral
Moral (morality), lat. mos, mores „Sitte, Sitten“; von der Gesellschaft anerkanntes Norm- und Wertesystem (verbindliche Sinneinsichten), das die Grundlage des Zusammenlebens bildet und dem Einzelnen eine Orientierung gibt (Empfinden von Recht und Unrecht, Gut und Böse, richtig und falsch). Zunächst hat die Familie entscheidenden Einfluss auf die Moralentwicklung des Kindes, später Gleichaltrige sowie Vorbilder und…
Motiv
Motiv (motive), lat. motus „Bewegung, Antrieb“; Beweggrund menschlichen Verhaltens. Die Abgrenzung zu Bedürfnis und Trieb ist unscharf. Es werden Grundbedürfnisse, die bei allen Menschen anzunehmen sind, von Primärbedürfnissen unterschieden, die sich als Folge gesellschaftlicher Entwicklungen und Prozesse im Laufe der individuellen Lebensgeschichte gebildet haben. Als Grundbedürfnisse zählen: Sicherheit, Anerkennung, Bewegung, Vertrauen und Selbstachtung, die nur…
Motivation
Motivation (motivation), lat. movere „bewegen, antreiben“; „Hauptdimension der Antriebsregulation, strukturelles Gefüge einzelner Beweggründe, das dem individuellen und kooperativen Handeln subjektiven Wert und Sinn verleiht…. Die Motivation erklärt das Warum des Handelns und Leistungsstrebens“ (Müller in Schnabel & Thieß, 1993, S.587). →Motiv, →Dropout Maßgebliche Beweggründe im Sport sind Bewegungsbedürfnis, Erlebnis- und Geltungsstreben, Streben nach sozialem Kontakt und…
Motivation, extrinsische
Motivation, extrinsische (motivation,extrinsic), lat. extrinsecus „von außen angeregt“; durch äußere Beweggründe angeregt, wie Lob/Tadel, Kadereinstufung, Förderhilfen usw. Auch als sekundäre Motivation bezeichnet, bei der die Gefahr besteht, dass der Sportler Angst vor dem Ausbleiben der Bestätigung hat (Baumann 2006). →Motiv, →Motivation, →Internalisierung Der kompetente Trainer bespricht die sportlichen Ziele mit seinem Sportler. Dadurch fühlt sich…
Motivation, intrinsische
Motivation, intrinsische (motivation, intrinsic), lat. intrinsecus „inwendig“ oder „hineinwärts“; innere Beweggründe, ausgelöst durch Anreiz, eine Sache oder Aufgabe zu bewältigen, etwas Neues zu machen, Schwierigkeiten zu meistern, erfolgreich zu sein usw., auch als primäre Motivation bezeichnet. Der primär Motivierte erlebt sein Handeln tiefer und befriedigender (Baumann 2006). →Motivation, →Motiv, →Motivation, extrinsische, →Selbstmotivation, →Training, mentales, →Selbstbestimmung Die…
Motivationsdynamik
Motivationsdynamik (motivational dynamics), Änderung der Motivation in Struktur und Stärke, so z.B. mit verändertem sportlichem Leistungsniveau und Alter. Denn die Motivation Bedürfnisse zu befriedigen, verändert sich mit jedem befriedigtem Bedürfnis. →Bedürfnishierarchie Beispiel: Wenn ein Sportler sein angestrebtes Ziel „Weltmeister“ erreicht hat, dann ist der Titel Europameister weniger „wert“ für ihn. Häufig wird nach dem Olympiasieg…
Motivationstechnik
Motivationstechnik (motivational technique), Vorgehensweise, sich und/oder andere zu motivieren. Dabei sind Angst, Wecken von Schuldgefühlen oder Beschämen ebenso schlechte Wegbereiter, wie gegen den Widerstand von Vorurteilen, festgefahrenen Gewohnheiten und so genannten Glaubenssätzen angehen zu wollen. Voraussetzungen sind hingegen ein klares und akzeptiertes Ziel, ein motivierbarer Sportler und ein motivierter Trainer. →Motivation, →Selbstmotivierung Baumann (2006) erklärt…
Motivationstraining
Motivationstraining (motivational training), Anwendung individuell erarbeiteter Motivationstechniken (z.B. →Selbstbefehl) zur Selbstmotivation vorwiegend zu Beginn einer Handlung bzw. bei Störungen. In der Arbeitswelt oft die Spielwiese selbsternannter Gurus (→Mentaltrainer), Auf den Sportler übertragen heißt das: Ziele selbst bestimmen, Teilziele ableiten, bei der Realisation der Wege (→Training) mit Selbstbefehlen arbeiten und Nutzen von Motivationstechniken. Selbst das positive…
Mündigkeit
Mündigkeit (majority), juristisch Volljährigkeit, in der Pädagogik die Fähigkeit, selbstständig zu urteilen und zu entscheiden, "Kultivierung der Freiheit" (Kant). Roth (1971) unterscheidet drei Bereiche: a. Selbstkompetenz (für sich selbst verantwortlich zu handeln) b. Sachkompetenz (urteils- und handlungsfähig zu sein) c. Sozialkompetenz (sozial-gesellschaftlich handlungsfähig zu sein). →Selbstständigkeit Der mündige Sportler ist das erklärte Ziel erzieherischen Wirkens…
Mut
Mut (courage), „bereitwillig etwas wagen, wozu man für gewöhnlich Angst hat“ (Wikipedia) und damit für die meisten Sportler eine Tugend. Die begriffliche Spannbreite äußert sich schon in den zahlreuchen Wortkombinationen von Gleichmut bis Unmut, gesteigert als Wagemut bis zu negativ als Hochmut. Die Ausführung des Schwimmens verlangt vergleichsweise weniger Mut als eine Reckübung oder der…
Nachahmung
Nachahmung (imitation), eine Handlung, die bewusst oder unbewusst fremde Verhaltensweisen nachvollzieht, wobei die Häufigkeit der Verhaltensbeobachtung, die emotionale Beziehung zu der nachahmenden (imitierenden) Person und deren Autorität bedeutsam sind (Psychologisches Wörterbuch 2004). Nachahmung ist ein angeborener Lernmechanismus („Nachahmungstrieb“, "Lernen auf Anhieb", bestes Lernalter) und orientiert sich an einem Modell (Vorbild). →Imitation Beim «Vorzeigen und Nachmachen»…
Narzissmus
Narzissmus (narcissism), mythol.: Narziss verliebte sich in sein Spiegelbild; allgemein Verliebtsein in sich selbst bis zum Ausdruck eines gesunden Selbstwertes. In der Psychologie Persönlichkeitsstörung, die gekennzeichnet ist durch mangelndes Einfühlungsvermögen (Empathie) und Kritikempfindlichkeit auf der Grundlage eines geringen Selbstwertgefühls. Nach Aussagen vom Psychologen sind manche Berufsgruppen besonders häufig von narzisstischen Persönlichkeitsstörungen betroffen, neben Topbankern, Politikern…
Nativismus
Nativismus (nativism), lat. nativus „angeboren, natürlich“; in der Ethnologie und Religionssoziologie "die Orientierung von politischen Bewegungen, die für die Rechte der in einem Lande geborenen nationalen Mehrheit und gegen die Zuwanderung Fremder beziehungsweise gegen die Ansprüche einer fremden Minderheit kämpft." (Wikipedia) und damit ideologische Grundlage aktueller politischer Bewegungen (AfD usw.). In der Psychologie eine Anschauung,…
Natürlichkeit
Natürlichkeit (naturalness), im Sinne der Sportanthropologie die Entfaltung der natürlichen Kräfte und Abwehr der zivilisatorischen Einflüsse oder deren Herausbildung in Einklang mit der Umwelt. Im Sport kann der Mensch seinen Bedürfnissen, sich in der freien Natur zu bewegen, nachkommen, so auch im Bewegungsraum Wasser. In dem Sinne ist das Schwimmen bedeutsam bei der Wiederherstellung des…
Neid
Neid (enwy), Missvergnügen, Ärger über Besserstellung anderer durch materielle Werte oder persönliche Eigenschaften, besonders bei Kindern ausgeprägt. Erwachsene versuchen Neid zu unterdrücken oder zu verheimlichen, da er mit Scham besetzt ist (in der Religion eine der sieben Todsünden). Im Leistungssport ist die Neidspanne so vielfältig wie in der Gesellschaft an sich: Der Sportler beneidet den…
Nervensystem, somatisches
Nervensystem, somatisches (nervous system, somatic), dem Willen des Menschen unterworfener Teil des Nervensystems.
Nervosität
Nervosität (nervousness), zeitlich begrenzte erhöhte Reizbarkeit „im Vorfeld belastend erlebter Anforderungen“ (Müller, in Schnabel & Thieß, 1993, S.599). Nervosität wächst im Sport vor Wettkämpfen oder kritischen Belastungen im Training (→Lampenfieber, →Startfieber). Es äußert sich in Störungen geistiger Abläufe, motorischer Unruhe, Harndrang, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, verändertem Puls, Verschiebungen im Hormonspiegel, Verunsicherung, Gereiztheit. Mit realistischen Zielsetzungen, dem Vertrauen…
Neugier
Neugier (curiosity), relativ kurzzeitiges Streben nach Neuem oder Fremdartigem. Kinder erkunden bereits frühzeitig aus Neugier ihre Umwelt. Untersuchungen zeigten, dass hochängstliche Kinder (→Angst) mit hohem Neugierverhalten besser Probleme lösen können. Neugierverhalten hat eine motivationale und kognitive Komponente. Die sich rasant verändernde Welt erfordert Menschen in allen Bereichen, die nach neuen Wegen streben; Neugier ist eine…
Neurose
Neurose (neurosis), psychische Störungen ohne organischen Hintergrund. Die Ursachen werden in der Nichtbewältigung und damit Verdrängung innerer Konflikte gesehen. Ihr zentrales Erlebnis ist die Angst. →Psychotherapie, Durch Sporttreiben können neurotisch gefärbte Konflikte verarbeitet, aber durch extreme Belastungen (→Stress) auch verstärkt werden (Gabler in Röthig & Prohl, 2003, S.405). In einer Studie mit Skiläufern zeigten die…