Öffnet in einem neuen Tab

Leistungsdiagnostik

172 Einträge

CONCONI-Test

CONCONI-Test (Conconi-test),  Stufentest, der vom weitgehend linearen Anstieg von Herzfrequenz und Belastungsintensität ausgeht und im oberen Knickpunkt (Deflektionspunkt) die anaerobe Schwelle vermutet. Der Vorteil des Tests besteht im geringen Aufwand. Seine Aussagen für die Trainingspraxis sind aber umstritten. So ist der “Conconi-Knick” der in der Regel linear verlaufenden Herzfrequenzkurve meistens gar nicht eindeutig feststellbar und kann…

Datenerfassung

Datenerfassung (data input), Aufnahme von Daten aus Training, Wettkampf und Leistungsdiagnostik zur weiteren statistischen Bearbeitung als unverzichtbare Grundlage eines wissenschaftlichen Trainings. Die Genauigkeit der Daten ist neben der exakten Erfassung (Zeitmessung, Gerätetechnik usw.) an eindeutige terminologische Abgrenzungen der einzelnen Trainingsbereiche und Messstrecken gebunden. Zudem erfordert sie in der Zusammenarbeit mit Biomechanikern, Sportmedizinern und Psychologen, die…

Datenschutz

  Datenschutz (data protection), Maßnahmen, die Personen vor Missbrauch der über sie gespeicherten Daten schützen und die im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und den Datenschutzgesetzen der Länder geregelt sind. Sie verbieten die ungerechtfertigte Weitergabe personenbezogener Daten, über die jeder Einzelne selbst bestimmen kann. Da sich der Leistungssport in der Öffentlichkeit abspielt, sind die Grenzen schwer zu ziehen.…

Dauerleistungsgrenze

Dauerleistungsgrenze (endurance threshold), Begriff aus der Arbeitswissenschaft, bezogen auf die maximale Intensität, die über längere Zeit ohne zunehmende Ermüdung gehalten werden kann (→steady state), damit gleichzusetzen mit aerober Schwelle (Laktat 2 mmol/l). Die Dauerleistungsgrenze kann durch Ausdauertraining verschoben werden. Sie liegt bei 20-30Jährigen bei einer Herzfrequenz von 100-120 Schlägen/min (Frauen etwas weniger) und nimmt mit…

Diagnose

Diagnose (diagnosis), griech. dia+gnosis „Erkenntnis, Urteil“; Feststellung und Einordnung von Sachverhalten, Symptomen oder Untersuchungsdaten mittels diagnostischer Verfahren. →Diagnosemethoden, →Diagnostik Im Sport als Leistungsdiagnostik und Eignungsdiagnostik (→Talentauswahl) bekannt. Die stets wechselnde Abstimmung zwischen Diagnose und Zielansteuerung ist das eigentliche Herzstück der Trainingssteuerung (Hoffmann, in Schnabel et al. 2008, S.448). Dank moderner (zunehmend digitaler) Diagnoseverfahren werden Trainer…

Diagnosemethoden

Diagnosemethoden (diagnostic methods; diagnostic procedures), griech. dia+gnosis „Erkenntnis, Urteil“; in der Diagnostik angewendete Verfahren, die zumeist in der Forschung erprobt wurden und dann als Routinemethoden eingesetzt werden, um bestimmte Sachverhalte festzustellen, auf deren Grundlage Veränderungen in der Praxis vorgenommen werden können (in der Medizin geheilt werden kann). Im Sport werden sowohl bekannte Verfahren aus den…

Diagnostik

Diagnostik (diagnostics), griech. dia+gnosis „Erkenntnis, Urteil“; „Lehre und Verfahren der Feststellung, Differenzierung und Einordnung von Sachverhalten nach vorgegebenen Erkenntniskriterien“ (Schnabel & Thieß, 1993, S. 209), wie z.B. zur Erkennung von Krankheiten. →Diagnose Im Leistungssport ist die(Leistungs-)Diagnostik einmal auf die Strukturierung der sportlichen Leistung (trainingswissenschaftlicher Akzent) und zum anderen auf die Steuerung des Trainings (trainingspraktischer Akzent)…

Digi-Coach

Digi-Coach (digi-coach), Videosystem zur Technikanalyse im Schwimmen, wonach die Beschleunigung mit Hilfe von g-Sensoren und die Lage über Drehratsensoren bestimmt wird. Durch Integration kann die Schwimmgeschwindigkeit berechnet werden. Der „digitale Trainer“ wurde nach Untersuchungen am OSP Heidelberg zur Weiterentwicklung an das European Media Laboratory (EML) übergeben. Inzwischen scheint er aber von Fittness-Tracker überholt worden zu…

Dynamic Strength Index (DSI)

Dynamic Strength Index (DSI) (Dynamischer Kraft-Index/dynamisches Kraftdefizit), Unterschied zwischen der maximalen und der explosiven Kraftkapazität eines Athleten. Mit dem DSI wird der Grad der maximalen Kraft gemessen, die eine Person dynamisch aufbringen kann. Er verweist darauf, "ob der Athlet einmaximales Krafttraining, ballistisches Krafttraining oder c ein gleichzeitiges Training (d.h. eine Kombination) als Stimulus in seinem…

Dynamografie

Dynamografie (dynamography), griech. dynamis "Kraft" und graphein "schreiben, zeichnen"; Methode zur Erfassung physikalischer Kräfte bei sportlichen Bewegungen, deren Ergebnis (→Dynamogramm) wichtige Informationen über das Niveau der sportlichen Technik und der spezifischen Kraft geben kann. Die Dynamografie gestaltet sich im Schwimmen wegen des Mediums Wasser und der komplizierten Bewegungsabläufe als außerordentlich kompliziert. →Dynamometrie Exkurs: "Durch die…

Dynamogramm

Dynamogramm (dynamogram), griech., dynamis "Kraft" und gramma "Geschriebenes"; neuerdings auch als Begriff in die Unternehmensorganisation übernommen. Hier als Begriff der Biomechanik die Aufzeichnung des Kraftverlaufs über den Weg und/oder über die Zeit. Dynamogramme geben wichtige Hinweise für den Kraftverlauf beim Training an Schwimmbänken. Mit dem Neuaufbau eines dynamometrischen Startblocks können Erkenntnisse über den Absprung beim…

Dynamometrie

Dynamometrie (dynamometry), griech. dynamis "Kraft" und metrikos "auf das Maß bezogen"; Messung von Kräften, die durch Muskelkontraktion entstehen, z.B. mittels Handdynamometer in der Sportmedizin, Griffkraft im Eishockey, Tretkraft am Pedal beim Radfahren, Bodenreaktionskräfte beim Sprung usw. Im Schwimmen durch das Fehlen fester Widerlager und der Einhaltung elektrotechnischer Sicherheitsbestimmungen kompliziert zu erfassen und vorrangig auf simultane…

Echokardiografie

Echokardiografie (echocardiography), Ultraschalldiagnostik des Herzens mit der die Vergrößerung aller vier Herzkammern gut nachgewiesen, die Wanddicke exakt vermessen und somit die Gesamtmuskelmassenzunahme berechnet werden kann.→Herzhypertrophie, →Herzvolumen, →Kardiologie Das Verfahren ist als nicht-invasive („unblutige“) und risikofreie Untersuchungsmethode besonders bei Sportlern mit hohen Trainingsumfängen interessant. Es ist aber relativ zeitaufwendig (15 min) und erfordert einen erfahrenen Arzt…

Elektroenzephalogramm (EEG)

Elektroenzephalogramm (EEG) (electroencephalogram), griech. encephalon „Gehirn“; grafische Darstellung der durch Potentialschwankungen der Nervenzellen des Gehirns hervorgerufenen elektrischen Aktivitäten („Hirnströme“). Damit hat man Zugang zu den bioelektrischen Vorgängen, die kognitiven Prozessen oder emotionalen Zuständen zugrunde liegen, welche fundamentale Prozesse im Sport darstellen (Doppelmayr & Amesberger, 2012). Inzwischen hat man erkannt, dass hirnphysiologische Verarbeitungsprozesse ebenso sportliche Leistungen…

Elektrokardiogramm

Elektrokardiogramm (EKG) (electrocardiogram), griech. kardia „Herz“; Herzstromkurve, d.h. Messung des zeitlichen Verlaufs der Aktionsströme des Herzens. Elektrokardiografie ist ein grundsätzliches Verfahren in der sportmedizinischen Funktionsdiagnostik (s. http://www.sportmedizin-hamburg.com/images/pdfs/LeitlinienDGSP.pdf).  Dabei treten im Belastungs-EKG Herzveränderungen deutlicher hervor als im Ruhe-EKG. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen können verhindern, dass Sportler mit Durchblutungs- oder Herzrhythmusstörungen im weiteren Training hoch belastet werden. Das Sportherz…

Elektromyografie

Elektromyografie (EMG) (electromyography), griech. myos „Muskel“; Aufzeichnung der Aktionsströme des Muskels bei willkürlichen Bewegungen oder elektrischer Reizung (→Elektromyostimulation). Mit der EMG sind Aussagen über den zeitlichen Einsatz der an einer Bewegung beteiligten Muskeln und damit zur intermuskulären Koordination möglich. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erwies sich auch die drahtlose EMG (KINE EMG-Geräte, Mini Wave Infinity Waterproof) als…

Ergometrie

Ergometrie (ergometry), griech. érgon „Arbeit“ und métron „Maß"= Messung der Arbeit;  Belastungsverfahren zur Einschätzung der physischen Leistungsfähigkeit mittels Ergometern im Rahmen der Leistungsdiagnostik. Dabei hat sich im Leistungssport eine stufenförmige Belastungssteigerung bis zur maximalen Ausbelastung  (Mobilisation) durchgesetzt. Die Ergometrie auf Fahrrad und Laufband wird nach den Leitlinien zur Belastungsuntersuchung in der Sportmedizin durchgeführt (http://www.sportmedizin-hamburg.com/images/pdfs/LeitlinienDGSP.pdf). Die…

Ernährungsberatung

Ernährungsberatung (nourishing consultation), Beratung von Sportlern durch Ernährungswissenschaftler an den Olympiastützpunkten, „um gemeinsam herauszufinden zu welchem Zeitpunkt welche Lebensmittel einen günstigen Einfluss auf Regeneration und Leistungsfähigkeit haben“ (Braun, 2005). Dabei handelt es sich generell um individuelle und praxisnahe Lösungen, die durch Ernährungsanalysen erarbeitet und mit dem einzelnen Sportler oder mit Trainingsgruppen/Mannschaften beraten werden. Ferner qualifizieren…

Erregbarkeit, neuromuskuläre

Erregbarkeit, neuromuskuläre (NME) (neuromuscular excitability), „Messgröße, die auf morphologischen Strukturen und physiologischen Prozessen von motorischem Nerv und Muskelfaser beruht! (Schneider et al, 1998). Sie wird durch reizstromdiagnostische Messungen bestimmt (Reizintensität - Reizzeit =IT - Werte). Neuronale Funktionen sind eng an den Säure-Basen-Haushalt gebunden. So steigern Verschiebungen im Elektrolythaushalt die NME, u.a. auch bei Hyperventilation. Beispiel…

Fahrradergometer

Fahrradergometer (bicycle ergometer), spezielles für die medizinische Funktionsdiagnostik entwickeltes Ergometer mit dem die Leistung in Watt gemessen wird. Die Bedingungen sind einheitlich geregelt (DIN 13405). Das Fahrradergometer wird in Verbindung mit EKG-Geräten und Blutdruckmessungen zur allgemeinen Gesundheitsbeurteilung der Sportler (→Grunduntersuchung, sportmedizinische) eingesetzt. Die Belastung erfolgt als Stufentest und ist durch den Bundesausschuss Leistungssport standardisiert vorgegeben.…