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Erziehung, antiautoritäre
Erziehung, antiautoritäre (education, anti-authoritarian), aus der Rebellion gegen Gesellschafts- und Machtverhältnisse der BRD in den 60er Jahren entstandene „Erziehungsphilosophie“ (Wikipedia) mit dem Ziel, eine gesellschaftskritische und freie Persönlichkeit zu entwickeln, ihre psychische Unabhängigkeit, Konflikt- und Kritikfähigkeit zu fördern (Vollmer, 2005). Das Ergebnis dieser „pädagogischen Romantiker“, die inzwischen ganze Lehrergenerationen ausgebildet haben, sind eine verbreitete Nichterziehung…
Erziehung, autoritative
Erziehung, autoritative (education, autoritative), ausgewogener Erziehungsstil zwischen autoritärer Erziehung und Laissez-faire. Er zeichnet sich aus durch viel Liebe und Unterstützung durch die Eltern einerseits, die aber auch klare Grenzen und Regeln für das Kind aufstellen und diese konsequent durchsetzen. Es ist ein akzeptierendes, sensibles, kindzentriertes, forderndes und kontrollierendes Verhalten gegenüber dem Kind, gekennzeichnet durch offene…
Erziehungskompetenz
Erziehungskompetenz/Erziehungsfähigkeit (educational competence), über das Erziehungswissen hinausgehende Fähigkeit, dieses Wissen auch erzieherisch umsetzen zu können. Eigentlich werden Kompetenz und Fähigkeit synonym gebraucht, als Wortpaar mit dem Erziehungsbegriff gehen sie hier getrennte Wege. Der Begriff Erziehungsfähigkeit wird von Sozialpsychologen definiert als die Fähigkeit „an den Bedürfnissen und Fähigkeiten eines Kindes orientierte Erziehungsziele und Erziehungseinstellungen auf der…
Erziehungsmittel
Erziehungsmittel (educational means), alle Handlungen, um auf Erziehende einzuwirken, unterstützend (Lob, Belohnung, Ermutigung…) oder entgegenwirkend (Grenzen setzen, Ermahnung, Drohung, Strafe…). Als erzieherische Maßnahmen wesentlicher Bestandteil der individuellen Trainingspläne, der oft unterschlagen wird nach dem Motto „das weiß ich auch so“ („Aus dem Bauch-Erziehung“). →Erziehung, →Erziehungskompetenz Mehr zum Thema: http://www.grin.com/de/e-book/116765/erziehungsmittel-in-der-erziehung (eBook)
Erziehungsstil
Erziehungsstil (educational style) Art und Weise des Erziehungsverhaltens und seiner Auswirkungen auf die (Persönlichkeits-)Entwicklung des zu Erziehenden, zumeist des Kindes. Deshalb spricht man im Sport eher vom Führungsstil, ohne dessen erzieherischen Einfluss leugnen zu wollen. →Erziehung, autoritäre, autoritative, demokratische; →Laissez-faire
Es
Es (id), aus der Psychoanalyse, nach dem FREUDschen Persönlichkeitsmodell (Es, →Ich, →Über-Ich) die dritte und tiefste Schicht des psychischen Apparates, der unbewusste, triebhafte Teil der Persönlichkeit. "Psycho-Analyse: Seelische Mülltrennung" Karl-Heinz Karius (*1935) Gründervater des Worthupferl Verlags
Ess-Brechsucht (Bulimie)
Ess-Brechsucht (bulima nervosa), psychische Verhaltensstörung, die durch Heißhungerattacken mit anschließenden Maßnahmen einer Gewichtsreduktion charakterisiert ist, um nicht zuzunehmen. Bulimie kann auch als Folge einer Magersucht auftreten. Durch das Diätverhalten zwischen den Heißhungeranfällen kommt es zur vorübergehenden Mangelernährung mit Stoffwechsel- und Hormonveränderungen (Wanke 2004, S. 287). Hauptbetroffen sind junge Frauen. Die Ursachen liegen oft im Ernährungsverhalten…
essentiell
essentiell/essenziell (essential), lat. essentialis „wesentlich, unentbehrlich“; Merkmal, das das Wesen einer Sache bestimmt. In der Medizin: pathologisch nicht organisch bedingt, biologisch: lebensnotwendig (z.B. essentielle Aminosäuren, die zugeführt werden müssen, weil sie der Körper nicht selbst produzieren kann).
Essstörungen
Ess-Störungen (Eating Disorders), psychosomatische Erkrankung, gekennzeichnet durch gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper. Eine eindeutige Zuordnung zu einer Ess-Störung ist wegen der vielfältigen Ursachen nicht immer einfach. Bundesweit sind 21,9% der Kinder- und Jugendlichen auffällig in ihrem Essverhalten. Besonders bei den Mädchen nimmt sie vom 11. Lebensjahr (20%) zum 17. Lebensjahr (30%) erheblich…
Europäisches Paralympisches Komitee (EPC)
Europäisches Paralympisches Komitee (EPC) (European Paralympic Committee), Internationale gemeinnützige Organisation zur Vereinigung der Nationalen Paralympischen Komitees (NPC) in Europa. Das EPC ist verantwortlich für die Koordinierung und Entwicklung des Behindertensports in Europa. (verfasst von D. Paschke)
Europameisterschaft
Europameisterschaft (European championships), Im Schwimmen 1926 in Budapest erstmals ausgetragene Kontinentalmeisterschaft, die in der Folge aller vier Jahre, seit 1981 aller zwei Jahre durchgeführt wurde. 1995 kamen die Langstrecken, 1999 die 50m Brust, Schmetterling und Rücken, 2014 die Mixed-Staffeln (4 x 100F, 4x100L), 2018 die Mixed-Staffel über 4x200F hinzu. Sieger erhalten den Titel Europameister. Mehr…
Evaluationsforschung
Evaluationsforschung (evaluation research), Methode der empirischen Forschung zur Bewertung einer Maßnahme oder eines Konzepts, deren Umsetzung und Effektivität, womit letztlich praktisches Wissen wissenschaftlich aufbereitet wird. Evaluationsforschung ist eine komplementäre Forschungsstrategie zur Grundlagen- und Anwendungsforschung und hat in der Zusammenarbeit von Trainingswissenschaftler und Trainer ihren Platz in der Sportwissenschaft. In dem Sinne sind ideologische Barrieren abzubauen…
Evaluierung
Evaluierung/Evaluation (evaluation), lat. valere „stark, wert sein“; fachliche Bewertung, Beurteilung von Programmen, die sich von allgemeinen Bewertungen unterscheidet, indem sie auf einen eindeutig definierten Gegenstand bezogen ist, von Experten durchgeführt wird, anhand präzise festgelegter und offengelegter Kriterien bewertet wird, Informationen durch empirische Datenerhebung gewinnt, diese Informationen systematisch anhand bestimmter Regeln bewertet (WIKIPEDIA). Auswerten und Vergleichen…
evidenzbasiert
evidenzbasiert (evidence-based), lat. evidens „ersichtlich, augenscheinlich“; auf der Grundlage empirisch zusammengetragener und bewerteter wissenschaftlicher Erkenntnisse erfolgend. Evidenzbasierte Medizin sieht die Wirksamkeit einer Therapie, eines Medikamentes nur als nachgewiesen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, z.B. eindeutige Fragestellung, Vergleichbarkeit der Gruppen, statistische Signifikanz der Ergebnisse, Verallgemeinerungsgrad usw. Mit diesen strengen Regeln möchte man therapeutische Irrtümer ausschließen. Sie…
Evolution
Evolution (evolution), lat. evolvere „entwickeln“; allgemein eine langsame, kontinuierlich fortschreitende Entwicklung als Gegensatz zur Revolution, phylogenetisch die stammesgeschichtliche Entwicklung der Lebewesen durch Anpassung, Differenzierung, Spezialisierung und Reduktion, →Talent. Exkurs: Viele Themen und Aufgaben bei der Sichtung und Führung talentierter Sportler erschließen sich dem Trainer aus einem tieferen Verstehen evolutionärer Prozesse. Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster betrachtet…
Exosystem
Exosystem (exosystem), griech. exo „außen“; nach dem ökosystemischen Modell von Bronfenbrenner (1981) ein oder mehrere Lebensbereiche, an denen eine Person nicht selbst direkt beteiligt ist (die außerhalb ihr liegen), die aber ihren Lebensbereich beeinflussen (soziale Rahmenbedingungen). →Umfeld, →exogene Leistungsvoraussetzungen Beispiele sind etwa das Arbeitsverhältnis der Eltern, das die Fördermöglichkeiten des Kindes maßgeblich beeinflusst oder…
Experiment
Experiment (experiment), lat. experimentum „Versuch, Beweis, Prüfung, Probe“; wissenschaftlicher Versuch zur Überprüfung einer Hypothese, nach KANT eine Frage an die Natur. Das klassische Experiment ist der Königsweg zur Aufdeckung kausaler Beziehungen. Es ist gekennzeichnet durch: Wiederholbarkeit, Variierbarkeit und Willkürlichkeit (Einfluss des Versuchsleiters). →Gütekriterien Bedingungen zur Durchführung eines Experiments sind Auswahl einer Personengruppe als Untersuchungsgruppe (Experimentalgruppe)…
Experimentalgruppe
Experimentalgruppe (experimental's group), auch Versuchsgruppe. Nach definierten Auswahlregeln gebildete Untersuchungsgruppe, die repräsentativ für eine Grundgesamtheit sein sollte und für die die Handlung/Intervention zur Beweisführung (Hypothese) bestimmt ist, im Gegensatz zur Kontrollgruppe. →Experiment, →Population, →Empirische Forschung Beispiel: Um die Wirkung von Intervall-Hypoxietraining auf die körperlicher Belastung im Schwimmen zu ermitteln, absolvierten zwei Probandengruppen (Experimental- und Kontrollgruppe)…
Experte
Experte (expert), lat. expertus „erfahren, kundig, erprobt“; qualifizierter Fachmann, sowohl in der Theorie (Wissenschaft) als auch in der Praxis (Handlungswissen). Im weiteren Sinne auch jeder, der in einem Problembereich, z. B. als Beteiligter oder Betroffener, sich besonders gut auskennt.→Fachkompetenz Im gewissen Sinne ist der Trainer durch seinen hohen Spezialisierungsgrad „Experte“. Inwiefern das stimmt, möge jeder Kollege…
Expertenbefragung
Expertenbefragung (expert questioning), Erlangung genauerer Kenntnisse über ein Problem, zu dem die Grundlagen schon erarbeitet worden sind und suchen nach Lösungsmöglichkeiten, an denen andere schon gearbeitet haben bzw. Erfahrungen sammeln konnten durch die Einbeziehung von Experten. Durch die zahlreichen Lücken der Trainingswissenschaft ist es angebracht, bei der Erarbeitung von Trainingskonzeptionen erfahrene Trainer (Experten) zu beteiligen.…