A
361 Einträge
Anatomie, funktionelle
Anatomie, funktionelle (anatomy, functional), griech. anatemnein „trennen, zerschneiden“ und lat. funcere „verrichten“; die funktionelle Anatomie betrachtet die Struktur der Organe aus ihrer Funktion und im Wechselspiel mit anderen Organen, womit ihre Einordnung in das Ganze des Organismus verständlicher wird. Diese ganzheitlich- funktionale Betrachtung weckt wesentlich mehr Verständnis für sportliche Bewegungen als die nur beschreibende (deskriptive)…
Androgene
Androgene (androgens), griech. anér, andrós „Mann“ und -gen „erzeugend“; männliche Keimdrüsenhormone (Sexualhormone), die in Hoden und Nebennierenrinde gebildet bzw. synthetisch hergestellt werden. Sie fördern die Geschlechtsdifferenzierung Ihre anabole Wirkung zeigt sich in der Förderung des Proteinaufbaus und der Erhöhung der Stickstoffretention (zurückhalten des Stickstoffes). Hauptvertreter der Androgene ist Testosteron. Die ursprünglich für therapeutische Zwecke und…
Aneignung
Aneignung (acquisition), allgemein Eigentumserwerb einer herrenlosen Sache (Wikipedia). In der Psychologie der Erwerb von Erkenntnissen, Erfahrungen, Verhaltensmustern in der Auseinandersetzung mit der Umwelt (→Lernen). Sportler eignen sich im Training Inhalte an, die vordergründig an den Körper und seine Bewegung gebunden sind. Dabei sind biologische Anpassungsprozesse als auch motorische sowie kognitiv-intellektuelle und letztlich sozial orientierte Lernprozesse…
Anerkennung
Anerkennung (acceptation), menschliches Grundbedürfnis (→Motiv), das bei seiner Befriedigung das innere Gleichgewicht herstellt. Vor allem Jugendliche entwickeln durch Anerkennung ihrer Leistung, ihres Verhaltens, ihrer Position soziale Identität. Das Bedürfnis nach Anerkennung darf aber nicht grenzenlos sein, da sich sonst das eigene Verhalten nur noch auf die Reaktion der Umwelt richtet („im Mittelpunkt stehen“). →Lob Gelingt…
Anfängerausbildung
Anfängerausbildung (beginners’ training), →Grundausbildung, schwimmerische (Schwimmschule, Schwimmkurs)
Anfängerschwimmen
Anfängerschwimmen (beginner-swim) →Grundausbildung, schwimmerische (Schwimmschule, Schwimmkurs)
Anfängerschwimmtechnik
Anfängerschwimmtechnik (first swimming technology for beginners), auch "Erstschwimmart", die in der schwimmerischen Grundausbildung zuerst gelehrte Sportschwimmart. Dazu gibt es noch keine einheitliche Lehrmeinung. Neuerdings empfehlen immer mehr Schwimmlehrer „zunächst die Schwimmbewegung zu entwickeln, die den natürlichen Bewegungsformen des Kindes möglichst nahe kommt“ (DSV -jugend, 2006). Für Durlach (1998) haben Schwimmtechniken in der Anfängerausbildung keinen Platz.…
Anfangsgeschwindigkeit
Anfangsgeschwindigkeit (v0) (initial velocity), Geschwindigkeit zu Beginn einer Bewegung, z.B. eines Geschosses bei Verlassen der Mündung, oder beim Loslassen im Hammerwurf. Schwimmgeschwindigkeit im Übergang vom Startsprung zur Schwimmlage, die beim Start das 2-3fache der Schwimmgeschwindigkeit „auf der Strecke“ (reine Schwimmgeschwindigkeit) beträgt. Sie wird in der Wettkampfanalyse berechnet als mittlere Geschwindigkeit aus der Differenz zwischen der…
Anfangskraft
Anfangskraft (initial force), biomechanisches Prinzip, wonach der Kraftwert zu Beginn einer Bewegung erhöht wird, indem eine gegenläufige Bewegung vorgeschaltet wird, z.B. Ausholbewegung der Extremitäten bei Sprung und Wurf (Hochmuth, 1967). Dabei sollten der Bremsstoß der einleitenden Bewegung und der Beschleunigungsstoß der eigentlichen Bewegung optimal aufeinander abgestimmt sein. Da die Anfangskraft von der zur Verfügung stehenden…
Anforderungsprofil
Anforderungsprofil (requirment profile), Beschreibung erforderlicher Eigenschaften und Merkmale für eine bestimmte Tätigkeit, maßgebliches Element im Personalmanagement (z.B. bei Stellenbeschreibung). Im Sport der Ausprägungsgrad der anzustrebenden Leistungsvoraussetzungen als Ziel einer bestimmten Trainingsetappe. Das Anforderungsprofil des Schwimmers wird vom Leistungsziel, den dazu erforderlichen Leistungsvoraussetzungen im Verhältnis zu den erworbenen Leistungsvoraussetzungen (→Leistungsdiagnostik) abgeleitet. Es ist damit eine wesentliche…
Angehverhalten
Angehverhalten (tactics), Begriff aus der Trainingspraxis: Verhältnis der Schwimmgeschwindigkeit im ersten Teilabschnitt einer Wettkampfdistanz zur Schwimmgeschwindigkeit über die gesamte Strecke, zumeist mit taktischer Aufgabenstellung verbunden. Das Angehverhalten wirkt sich oft entscheidend auf das Wettkampfergebnis aus. Trotz Unterschieden im Angehverhalten zwischen „Ausdauer“ - und „Sprinttypen“, gibt es unter physiologisch-ökonomischen Aspekten ein optimales Maß, wobei die „Sprinter“…
Angiogenese
Angiogenese (angiogenesis), griech. angeion - Gefäß; genesis – Entstehung; Wachstum kleiner Blutgefäße (→Kapillaren) durch Aussprossung oder Einstülpung im Gegensatz zu deren Neubildung (Vaskulogenese). Unter den verschiedenen Faktoren, die eine Angiogenese bewirken spielt auch Hypoxie und damit das Höhentraining eine Rolle. Ferner stimuliert das unter Dopingmittel fallende Epo die Angiogenese (Kertesz et al. 2016, Klimakova et…
Angst
Angst (anxiety), ein durch eine direkte oder eingebildete Bedrohung ausgelöster, zumeist leistungsmindernder und somit negativer Erregungszustand ("negative Erwartungsemotion"), wobei die willens- und verstandesmäßige Steuerung weitgehend aufgehoben ist. Stammesgeschichtlich verwurzelt veranlasst die Angst zur Flucht („Angst verleiht Flügel“) oder zum Vermeiden gefährlicher Situationen (Verletzung bis Tod). Sie kann aber auch als lustvoll erlebt werden (→Extremsport). Oft…
Angstgegner
Angstgegner (anxiety-opponent), Gegner im Einzel- oder Mannschaftswettkampf, den man nicht zu bezwingen glaubt. Ursache sind häufig Fehleinschätzungen der eigenen Leistungsstärke oder der des Gegners und oft mit Niederlagen (→Misserfolge) gegen diese Sportler verbunden. Im Schwimmen ist das Problem bestimmt eher zu lösen als z.B. im Zweikampf, wo physisch schmerzhafte Auseinandersetzungen möglich sind, wobei auch mediale…
Ängstlichkeit
Ängstlichkeit (anxiety-opponent), Neigung, bestimmte Anforderungen und Situationen als Gefahr zu erleben und darauf mit „Verteidigungs- oder Fluchtstrategien“ (Müller, in: Schnabel & Thieß,1993) zu reagieren. Die moderne Persönlichkeitspsychologie sieht in der Ängstlichkeit mehr eine Eigenschaft (mehr angeboren) und in der Angst einen Zustand. In der sportpsychologischen Eingangsdiagnostik wird mit sportart-unspezifischen Kurzfragebögen gearbeitet, die die dispositionsbedingte Wettkampfängstlichkeit…
Animal Walks
Animal Walks ("Tierspaziergänge", übertragen Einnehmen von Tier-Positionen), ein von Tierbewegungen aus der Natur inspiriertes Trainingskonzept zur Förderung von Koordination und zum Aufbau von Rumpf- und Stützkraft, das besoders durch seinen spielerischen Charakter jüngere Sportler anspricht anspricht.
Animal Walks
Animal Walks ("Tierspaziergänge", übertragen Einnehmen von Tier-Positionen), ein von Tierbewegungen aus der Natur inspiriertes Trainingskonzept zur Förderung von Koordination, Beweglichkeit und zum Aufbau von Rumpf- und Stützkraft, das besoders durch seinen spielerischen Charakter jüngere Sportler anspricht. Als "Animal Flow" auch mit Elementen aus Break-Dance und Yoga versehen. Da vorrangig mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet wird,…
Anlage
Anlage, Veranlagung (disposition), Erbgut; die in den Chromosomen angelegte Disposition (→Genotyp), bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln. Die meisten Anlagen bedürfen eines Entwicklungsrahmens, was in den letzten Jahrzehnten besonders durch die Expertiseforschung hervorgehoben wird. So kann sich der veranlagte Schwimmer nicht „outen“, wenn eine Schwimmhalle fehlt. Auf diesem Zusammenhang beruht die Einheit von Erbe und…
Anlandbringen
Anlandbringen (tows s. o. on land), Ein im Wasser Verunfallter wird mit speziellen Griff- oder Tragetechniken aus dem Wasser herausgeholt, an Land gebracht, um dort einer weiteren Ersthelferversorgung oder medizinischen Behandlung zugeführt werden zu können, erfolgt in verschiedenen Techniken (bspw. dem Rautekgriff). (Text von Harald Rehn)
Anmutung
Anmutung (impression), “die Weise, wie Wahrnehmungen und Vorstellungen emotional beeindrucken, Gefühle auslösen“ (DORSCH 2004). Es geht um erste emotionale Wirkungen von Wahrnehmungen und Vorstellungen wie etwa bei einem Schaufensterbummel (https://www.qz-online.de/service/qm-glossar/artikel/anmutung-149253.html). Als Indikator für Antriebswirkung und Kommunikationserfolg (Esch in Gabler Wirtschaftslexikon) ist Anmutung besonders gefragt in der Werbebranche, wobei oft Äüßerlichkeiten über die wahren Werte hinwegtäuschen.…