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Altruismus
Altruismus (altruism), lat. alter „der Andere“; Rücksichtnahme auf andere im Gegensatz zum Egoismus (wenn es ehrlich gemeint ist), die sich in Selbstlosigkeit, Uneigenützigkeit und Hilfsbereitschaft zeigt. Altruistisches Verhalten ist in der Sozialpsychologie an die Bedingungen geknüpft, für den Hilfeempfänger eine Wohltat zu sein, die absichtlich, freiwillig und ohne „Belohnung“ erfolgt (DORSCH 2004). Altruismus zu leben…
Alveole
Alveole (pulmonary alveoli), lat. alveolus „kleine bauchartige Vertiefung“; Lungenbläschen, in dem zu Ende der äußeren Atmung der Gasaustausch zwischen Atemluft (Alveolarluft) und Blut durch Diffusion stattfindet. Ein Lungenbläschen mit einer Größe von 50 bis 250 μm (je nach Ein-oder Ausatmung) kann den enormen Sauerstoffbedarf des Schwimmers nicht decken. Das gelingt nur in Mannschaftsstärke von 200-300…
Amateur
Amateur (amateur), lat. amator „Liebhaber“; Person, die ihre Tätigkeit aus Liebhaberei und nicht als Beruf ausübt. Sie ist für diese Tätigkeit nicht ausgebildet, zumindest nicht offiziell (zertifiziert) und zählt als Laie. Als Amateur bezeichnet man einen Sportler, der seinen Lebensunterhalt nicht aus dem Sport bestreitet. Der Begriff ist umstritten, da die Grenze zum Berufssportler (→Profi)…
Ambivalenz
Ambivalenz (ambivalence), lat. ambo „beide“ und valere „gelten“; Doppelwertigkeit von Sachen und Menschen; in der Psychologie das Nebeneinanderstehen gegensätzlicher Gefühle (→Emotionen), z.B. gleichzeitige Zu- und Abneigung gegenüber einer Person („Hassliebe“). Obwohl ambivalentes Verhalten häufiger bei Neurotikern (→Neurose) auftritt, sind gegensätzliche Gefühle normal. Man muss sie nur aushalten. Als Adjektiv steht ambivalent für Mehrdeutigkeit, Vielfältigkeit oder…
Amenorrhö
Amenorrhö (amenorrhea), griech. von a-men-rhoe = "ohne-Monat-Fluss"; Ausbleiben der Regelblutung durch Entwicklungs- oder Funktionsstörungen, aber auch durch Stress. Besonders bei hoch belasteten Sportlerinnen ist der Symptomkomplex "Athletinnen-Triade" (Essstörung, Amenorrhöe, Osteoporose) anzutreffen (Weimann 2008, Hoffmann 2009). Sportlerinnen mit funktioneller Hypothalamus Amenorrhoe (athletic amenorrhoea) reagieren auf intensives Training mit einer reduzierten adrenergen (durch Adrenalin wirkende) Reaktion, was sich…
Aminosäuren
Aminosäuren (amino acids), aus einer Carbonsäuregruppe und einer an Kohlenstoff angebundenen stickstoffhaltigen Aminogruppe bestehende Bausteine der Proteine. Von den über 400 Aminosäuren mit biologischer Funktion spielen etwa 20 im menschlichen Organismus eine Rolle (proteinogene Aminosäuren). Davon können 11 vom Organismus selbst hergestellt werden (nichtessentielle Aminosäuren), 7 müssen mit der Nahrung zugeführt werden (essentielle Aminosäuren). Als…
Amortisationsphase
Amortisationsphase (amortication phase), franz. amortir, ‚tilgen‘; Unter Amortisation versteht man allgemein, dass die Ausgaben wieder eingebracht werden („es kommt ‚raus, was man ‚reingesteckt hat“). In der Bewegungslehre eine Teilphase bei allen Beuge-Streck-Bewegungen mit sofortiger Bewegungsumkehr („Schwungübertragung“ bei Meinel & Schnabel, 2007, S. 107) die Phase der Beugung des Sprungbeines (→exzentrisch) bis zum Absprung/Abstoß (→konzentrisch). Typische…
Amphetamine
Amphetamine (amphetamine), auch als „Wachmacher“ bezeichnete illegale Suchtmittel (Stimulanzien) wie z.B. Speed, Crystal, Glass, Ecstasy, die das Zentralnervensystem zumeist auf Kosten eines verringerten Selbsteinschätzungsvermögens stimulieren. Sie führen dem Körper zwar keine Energie zu, wirken aber „wie eine Peitsche auf ein müdes Pferd, indem sie die Energiereserven des Körpers ausbeuten“ und somit kurzfristige Leistungssteigerungen ermöglichen (http://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-a/amphetamin/).…
Amputation
Amputation (amputation), lat. amputatio "Abschneiden; allgemein die Abtrennung eines Körperteils. Dabei gilt es zwischen der Amputation als chirurgischem Eingriff und der Amputation als Verletzung (Folge eines Unfallmechanismus) zu differenzieren. →Behindertenschwimmen (Verfasst von D- Paschke)
anabol
anabol (anabolic), griech. anabolé „Vertagung, Aufschiebung“; aufbauend, bezogen auf den →Anabolismus. Im Rahmen der Stoffwechselprozesse werden körpereigene Substanzen oder Gewebe aufgebaut (anabole Phase) oder abgebaut (katabole Phase).
Anabolika
Anabolika (anabolics), griech. anabolé „Vertagung, Aufschiebung“; auch anabole Steroide, synthetische Wirkstoffe, die strukturell Testosteron nachempfunden sind und proteinaufbauend (→anabol) wirken. Damit fördern sie das Muskelwachstum, allerdings mit sehr ernstzunehmenden Nebenwirkungen: vorzeitiger Epiphysenschluss bei Kindern, Störungen der Leberfunktion, törungen des Hormon- und Fettstoffwechsels, „Vermännlichung“ bei Frauen, erhöhte Mortalität und Suizidrate (Lindqist et al. 2014) ). Exkurs:…
Anabolismus
Anabolismus (anabolism), griech. anabolé „Vertagung, Aufschiebung“; Aufbaustoffwechsel, zumeist auf den Proteinstoffwechsel bezogen und charakteristisch für Wachstum bei Kindern oder Muskelwachstum bei Missbrauch von →Anabolika, Gegensatz: Katabolismus. →Doping
anaerob
anaerob (anaerobic), griech. aer „Luft“, hier „ohne Luft“; Energiestoffwechsel ohne Sauerstoffbeteiligung. Mit zunehmender Belastungsintensität (→Schwimmgeschwindigkeit) wird anaerob gearbeitet, aber weitgehend in Kooperation mit dem "Partner Aerob“. Bei der kürzesten Wettkampfstrecke (50m) geht man von einem Verhältnis 80% anaerober zu 20% aerober Stoffwechsellage aus. Das Ausdauertraining fußt zwar auf Schwellenkonzepten, wonach die dominant anaerobe Phase ab…
Analysator
Analysator (analyser), griech. analysis „Auflösung“; für die Wahrnehmungsprozesse zuständige Funktionseinheit zur Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung eines Sinnesreizes. Der Analysator besteht aus Rezeptor (zur Aufnahme von Informationen), afferenter Nervenbahn bis hin zu spezifischen Arealen in der Hirnrinde. Für die motorische Koordination sind fünf Analysatoren bedeutsam: kinästhetischer, taktiler, statico-dynamischer oder vestibularer, optischer und akustischer Analysator. Diese wirken…
Analyse
Analyse (analysis), griech. analysis „Auflösung“; Zerlegung, Zergliederung eines Ganzen in seine Teile als Erkenntnisprozess, um wesentliche Eigenschaften und Beziehungen von unwesentlichen, notwendige von zufälligen, allgemeine von individuellen zu unterscheiden und so zum Wesen einer Erscheinung und den sie bestimmenden Gesetzmäßigkeiten vorzudringen. Das setzt wiederum voraus, die analysierten Eigenschaften miteinander zu verknüpfen, letztlich die dialektische Einheit…
Anamnese
Anamnese (anamnesis), griech. anámnēsis „Erinnerung“; Vorgeschichte eines Tatbestandes, im medizinischen oder psychologischen Bereich Informationen zur Vorgeschichte eines Kranken, weiterhin in der Ernährungsberatung. Gegensatz: →Katamnese, Übertragen auf die Leistungsdiagnostik im Sport geht es um zusätzliche Informationen zur Aufhellung der Testergebnisse, da der Trainingszustand eines Sportlers immer das Ergebnis vorausgegangener Trainingsbelastungen und Lebensumstände ist. Dazu kann das…
Anatomie
Anatomie (anatomy), griech. anatemnein „trennen, zerschneiden“; Zweig der medizinischen Lehre, der sich mit dem Bau des Körpers und seiner Teile befasst. Anatomische Grundkenntnisse sind fundamentaler Bestandteil der Sportlehrer- und Trainerausbildung. Ein Problem ist die Vermittlung der meist in der „gehobenen“ Fachsprache geschriebenen und dem Trainer oft unverständlichen Inhalte. Im Vordergrund dieses Lexikons steht deshalb die…