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ATP-Mangel-Theorie
„ATP-Mangel-Theorie“, Hypothese, wonach die ATP-Konzentration nach einem Maximalkrafttraining verringert sei und zu einer verstärkten Proteinsynthese als Schutzfunktion gegen den temporären Mangel an ATP führe. Gilt heute als widerlegt. Damit müsste sich als konkurrierende Theorie die „Reiz-Spannungs-Theorie“ (Hettinger 1968) behauptet haben, wonach eine maximale Muskelspannung die effektivsten Kraftzuwachsraten hervorbringt. →Hypertrophie
ATP-Resynthese
ATP-Resynthese (resynthesis of ATP), Wiederaufbau von Adenosintriphosphat durch andere Energieträger, wie z.B. durch Kreatinphosphat (anaerob), Glykogen oder Fettsäuren (aerob). Bei sehr intensiven Belastungen dominiert die Resynthetisierung von ATP aus Kreatinphosphat, dessen Menge aber nur für 5-8 Sekunden ausreicht, während die aerobe Energiebereitstellung eine Belastungsdauer von 1,5- 2,5 Stunden erlaubt. Abb.: ATP-Bildungsrate in mol*min-1 (nach Neumann…
Atrophie
Atrophie (atrophy), griech. atrophia „Abmagerung, Nahrungsmangel“; Gewebsschwund, Verkleinerung von Organen oder Muskelgruppen. Ursachen können sein: genetische Defekte, Krankheiten, Alterung und/oder Bewegungsmangel. Bei Sportlern können längere Pausen zur Muskelatrophie führen (Muskelschwund), die durch systematisches, mehrwöchiges Krafttraining oder Elektromyostimulation kompensiert werden kann. Studien zeigen, dass die Anwendung von Hitze während der Ruhigstellung der Gliedmaßen (McGorm et al.…
Attribution
Attribution, Attribuierung, (attribution), lat. attributio „Schuldanweisung“; Ursachenzuschreibung bei der Erklärung von Ereignissen oder Handlungen, das Fragen nach dem Warum? Warum bin ich so schlecht geschwommen? Warum hat mich mein Trainer in der Staffel aufgestellt? Dabei sind bei der Bewältigung von Erfolgs oder Misserfolgserleben selbstwertdienliche oder selbstwertschützende Attributionsmuster typisch. Diesen attributionalen Verzerrungen unterliegen Sportler, Trainer wie…
Audiomotorik
Audiomotorik (audiomotor system), lat. audio „ich höre“ + motor „Beweger“; auf Klangvorstellungen beruhende Motorik. Audiomotorik beschreibt innerhalb der Resonanzlehre das Verhältnis und die Synchronisation von Hören und Bewegen. Die Muskulatur selbst wird musikalisch, d.h. sie reagiert direkt und in jeder gewünschten Dosierung auf gehörte Klänge. Die Möglichkeiten der Audiomotorik im Sinne der Fortschreibung der sportwissenschaftlichen…
Aufbautraining (ABT)
Aufbautraining (ABT) (build-up training), zweite Ausbildungsetappe im langfristigen Leistungsaufbau mit einer vielseitigen Ausbildung an Land (mindestens ein Drittel) und im Wasser zur Schaffung von Leistungsgrundlagen für das folgende Anschluss- und Hochleistungstraining. Hauptziele sind: Die zunehmende Spezialisierung äußert sich in der stärkeren Hinwendung zum Sportschwimmen, aber noch in seiner ganzen Bandbreite vom Sprintbis zur Langstrecke, um…
Aufbauwettkampf
Aufbauwettkampf (build-up competition) auch synonym mit Vorbereitungswettkampf gebraucht; Wettkampftyp ohne spezifische Vorbereitung, aber mit Inhalten und Aufgaben in bezug zum Hauptwettkampf, z.B.Einbeziehen neuer Technikelemente, veränderte Renneinteilung, Erhöhen der Wettkampfstabilität, Varianten des Einschwimmens bis zur gezielten Auseinandersetzung mit bestimmten Gegnern ("organisiertes Erfolgserlebnis") oder Wettkampfbedingungen (Kurz- zu Langbahn usw.). Das Wettkampfergebnis (Zeit oder Platz) kann dabei dem…
Auffinden eines Verunfallten (Notfallpatienten)
Auffinden eines Verunfallten (Notfallpatienten) (locating a patient in emergency; find a person in need), Für einen Ersthelfer relevantes Vorgehen nach einem standardisierten Schema zur möglichen Erhaltung lebenswichtiger Körperfunktionen bei einem Verunfallten vom ersten Kontakt mit demselben, der Einleitung von Erste- Hilfe- Maßnahmen, wie bspw. der Herz- Lungen- Wiederbelebung, bis zum Eintreffen notfallmedizinischer Hilfe, ist bei…
Aufhebungsvertrag
Aufhebungsvertrag (termination agreement), einvernehmliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer anstelle einer Kündigung zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Ein Arbeitnehmer kann ein Beschäftigungsverhältnis jederzeit von sich aus kündigen, muss dabei jedoch die gesetzlich, arbeits- oder tarifvertraglich geregelten Kündigungsfristen einhalten und hat dann keinen Anspruch auf eine Abfindung. (Berechtigte Frage eines Schwimmtrainers: Was ist eine Abfindung?) Der Aufhebungsvertrag…
Aufholwachstum
Aufholwachstum (catch up growth), beschleunigtes (kompensatorisches) Wachstum bei Heranwachsenden nach einer Phase der Stagnation durch Krankheit oder Mangelernährung. Ferner kann auch zu hohe Belastung (→Stress) das Wachstum einschränken, Sie wirkt auf das Großhirn, das bei der Ausschüttung von Wachstumshormonen eine Rolle spiele. Allerdings sind 95 % der Wachstumsstörungen durch zum Teil noch unbekannte Ursachen bedingt.…
Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit (attention), Fähigkeit aus der Reizflut der Umwelt nach Bedarf zu selektieren und damit ein „Zustand gesteigerter Bewusstheit und Konzentration“ (Psych. Wörterbuch 2004). Der Sportler agiert wiederholt in Situationen, wo er seine ganze Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand (Absprunglinie, Startsignal, Beckenwand zur Wende usw.) richten muss. Dabei werden unbeteiligte neurophysiologische Regelkreise regelrecht abgeschaltet („Tunnelblick“). Denn sich…
Aufmerksamkeitsregulation
Aufmerksamkeitsregulation (attention regulation) → Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), → Aufmerksamkeitsstörung
Aufmerksamkeitsstörung
Aufmerksamkeitsstörung (attention deficit), Verhaltensweise, die durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gekennzeichnet ist. Aufmerksamkeitsgestörte Kinder haben Schwierigkeiten, Einzelheiten zu beachten und länger bei einer Sache zu verweilen. Sie sind leicht ablenkbar, sprunghaft, ungesteuert und redselig, fallen durch vorschnelles und unbedachtes Verhalten auf und neigen zu unbedachten Handlungen. Ihr Vorgehen ist oft unnütz und durch verkürzte Problemlösungen…
Aufsichtspflicht
Aufsichtspflicht (control duty), Juristischer Fachbegriff, der am Sachverhalt der Unterlassung (§ 13 Strafgesetzbuch) festgemacht wird und sich sich auf die Verantwortung einer Person für die Sicherheit und Unversehrtheit anderer Personen (Garantenstellung) entsprechend § 832 BGB gründet. Die Aufsichtspflicht hat das Ziel, einem möglichen Schadens- oder Unfallgeschehen vorzubeugen oder im Zusammenhang mit einem Unfall stehende Folgen…
Aufstellungsform
Aufstellungsform (toeing the lines), Ordnungsform, Anordnung der Sportler im Rahmen zueinander, zum Trainer, zur Trainingsstätte und zum Trainingsablauf. Sie muss ein übersichtliches, der Aufgabenstellung angemessenes und gesichertes Training gewährleisten. Während die Formen beim Wassertraining, dass zumeist in Bahnen, seltener im ganzen Becken (z.B. →Querbahntraining) stattfindet, durch die Umstände eingeschränkt und ungebunden (Haufen oder Rudel)…
Aufstieg
Aufstieg (rice), steht für beruflichen oder gesellschaftlichen Aufstieg (Karriere), einen Weg nach oben (Bergsteigen). Im Sport der Wechsel von einer niedrigen in eine höhere Leistungsgruppe bei Mannschaftswettkämpfen, praktiziert bei den DMS. Danach steigen die beiden punktbesten Mannschaften der 2. Bundesligen (übergreifende Wertung) in die 1. Bundesliga auf die Plätze 11 und 12 auf. (s. http://www.dsv.de/fileadmin/dsv/documents/schwimmen/Amtliches/180220_Wettkampfbestimmungen-Fachteil_Schwimmen_2018_02_12.pdf)…
Auftaktbewegung
Auftaktbewegung (initial movement), in der Biomechanik wird eine Bewegung, bei der eine hohe Endgeschwindigkeit erreicht werden soll, nach dem Prinzip der Anfangskraft (Hochmuth, 1967) durch eine entgegengesetzt gerichtete Bewegung eingeleitet. Wichtig ist hierbei, die einleitende Bewegung flüssig in die eigentliche Bewegung zu überführen. Die entgegengesetzte Bewegung wird in der Praxis durch eine Auftaktbewegung realisiert. →Ausholbewegung …
Auftrieb
Auftrieb (lift), psychologisch für Aktivität, Schwung. In der Physik die entgegengesetzt zum Körpergewicht wirkende Kraft. Der Schwimmer erfährt statischen und dynamischen Auftrieb. Der dynamische Auftrieb tritt auf, wenn sich der Schwimmer bewegt oder angeströmt wird. Er führt zu der günstigen hohen Wasserlage. Der optimale Anstellwinkel („Gleitbootlage“) liegt bei einem Winkel von α= 0-15°. Der Auftrieb…
Auftrieb, dynamischer
Auftrieb, dynamischer (lift dynamic), Kraft, die an umströmten Körpern senkrecht zur Bewegungsrichtung wirkt (→BERNOULLI-Prinzip), auch hydrodynamischer Auftrieb genannt. Er ist gut bei Rennbooten zu sehen, die vorn sichtbar aus dem Wasser gehoben werden („Gleitbootlage“). Beim Schwimmen ist zudem eine hohe Wasserlage erforderlich, da zum Einatmen der Kopf und bei der Armbewegung (Kraulen, Rückenschwimmen, Schmetterlingsschwimmen) die…