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Versuchsgruppe

Versuchsgruppe (test-group), Gruppe von Personen zur Durchführung eines Experiments (auch: Experimentalgruppe), die nach den   Auswahlregeln empirischer Forschung zusammengesetzt sein muss. Diese Zusammensetzung sollte über die gesamte Zeit des Experiments beibehalten werden. Die Rahmenbedingungen von Versuchs- und Kontrollgruppe sollten identisch sein. Beispiel: Die Hypothese “Ein achtwöchiges Krafttraining mit der Schwimmbank verbessert die Leistung über 50m Freistil“…

Versuchsperson

  Versuchsperson (VP) →Proband

Verteilung

Verteilung →Verteilung, statistische (distribution, statistical)

Verteilung, statistische

Verteilung, statistische (distribution, statistical), Ausmaß und Dichte einer Anzahl von Messwerten (Häufigkeit). In der Biologie und auch im Sport folgen die meisten Verteilungen einer Binominalkurve (GAUSS-Kurve, GALTON-Kurve), die durch eine symmetrische Verteilung um ein arithmetisches Mittel (→Streuung) gekennzeichnet ist. →Normalverteilung Beispiel: Die 963 Schwimmer, die an den Olympischen Schwimmwettbewerben 2004 teilnahmen, lagen mit ihrer Körperhöhe…

Vertikalgeschwindigkeit

Vertikalgeschwindigkeit (vertical velocity), wichtige wie komplizierte Größe in der Meteorologie und Luftfahrt. In der Biomechanik die Geschwindigkeit eines Körpers senkrecht vom Boden nach oben. Beispiel: Beim Absprung (ob Weitsprung oder Startsprung) ist die Absprunggeschwindigkeit immer die Resultierende aus Vertikal- und Horizontalgeschwindigkeit. Schwimmer, die über geringere Sprungkraft verfügen, sollten leicht abwärtsgerichtet (geringe Vertikalgeschwindigkeit) abspringen (Küchler, 1994;…

Vertikalsprung

Vertikalsprung (vertical jump), senkrechter Sprung aus dem Stand ohne (→squat jump) oder mit Ausholbewegung (→countermovement-jump) zur Messung der Sprungkraft. Test in der Leistungsdiagnostik des DSV.   Mit einer Studie unterstreicht Balsalobre-Fernández (2026) das Potenzial einer neuartigen KI-App zur Echtzeitmessung des Conter-movement-Sprung (CMJ-h). Angesichts des Charakters dieser Untersuchung sind jedoch weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um die beobachteten…

Vertrauen

Vertrauen (trust), in unterschiedlichen Handlungskontexten gebrauchter Begriff. In der Psychologie spricht man auch von Urvertrauen als „ein grundlegendes Gefühl gegenüber der Umwelt und hinsichtlich der Kontaktaufnahme mit anderen Menschen“ (Wörterbuch Psychologie, 2004, S.353). Eine große Rolle spielt dabei das frühe Kindesalter, indem das Kind erfährt von seinen Eltern angenommen, gewollt und akzeptiert zu werden. Vertrauen…

Vertrauensintervall

Vertrauensintervall/Konfidenzintervall (interval of confidence), In der mathematischen Statistik der Wertebereich, in dem man den interessierenden Parameter einer Grundgesamtheit mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit erwartet. Wenn z.B. innerhalb eines Streuungsintervalls 95% aller Messwerte liegen, dann kann mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% angenommen werden, dass ein beliebig herausgegriffener Einzelwert in dieses Intervall fällt. Nur 5% der Werte liegen…

Vertraulichkeit

Vertraulichkeit (privacy), durch Rechtsnormen geschützte Eigenschaft einer Nachricht: je nach Situation und Branche Schutz der Vertraulichkeit des Wortes, Brief- und Fernmeldegeheimnis, Schweigepflichten, Beichtgeheimnis, Verschwiegenheitspflicht. Nicht zu verwechseln mit Vertrauen. Vertraulichkeit ist auch im Leistungssport Grundlage der Informationssicherheit, die sowohl im Wettbewerb notwendig ist, da Verlust an Wissensvorsprung zu Rangverlust führen kann, zum anderen zum Schutz…

Verwringung

Verwringung (writhe), als Knotentheorie Teilgebiet der Mathematik. In der Biomechanik die schraubenförmige Verdrehung von Schulter- und Beckenachse gegeneinander zur Vordehnung diagonal verlaufender Muskelschlingen zwischen rechtem Arm und linkem Bein und umgekehrt. Als aktive Form des Rumpfeinsatzes werden durch die Verwringung große Muskelgruppen optimal auf schnellkräftige Kontraktionen vorbereitet, wie z.B. bei Wurf- und Schlagbewegungen. →Rumpfbeugung, →Rotation,…

Vestibularapparat

Vestibularapparat (vestibular organ), Gleichgewichtsorgan im inneren Ohr. Rezeptoren im Vorhof und in den Bogengängen dienen der Orientierung im Raum und der Aufrechterhaltung des Körpergleichgewichts und sind damit die anatomisch-physiologische Basis der Gleichgewichtsfähigkeit. →Surfer’s ear   Mehr zum Thema: http://teaching.thehumanbrain.info/neuroanatomie.php?kap=19  

Vibrationstraining

Vibrationstraining (vibration training), auch Beschleunigungstraining, stochastisches Resonanztraining, Biomechanische Stimulation oder auch Whole Body Vibration (WBV) im Englischen. Darunter wird die Übertragung von mechanischen Vibrationen eines Gerätes (z.B. Plattform) auf den Körper (→Muskulatur) verstanden. Der Muskel reagiert unbewusst, wobei besonders dem Dehnungsreflex (ähnlich Kniesehnenreflex) eine muskelstärkende Wirkung zugesprochen wird. Der Nutzen im Leistungssport ist bei Fachleuten…

Videotechnik

 Videotechnik (video technique), „elektronische Verfahren zur Aufnahme, Übertragung, Bearbeitung und Wiedergabe von bewegten Bildern sowie ggf. des Begleittons“ (WIKIPEDIA) mit großer Bedeutung für die rückgekoppelte visuelle Wahrnehmung (Feedback). Im DSSV/DSV wird seit den 1970iger Jahren die klassische Videozeitmessung zur Analyse von Schwimmwettkämpfen eingesetzt. „Dabei werden vordergründig Durchgangszeiten an festgelegten Messstellen oder bei Einnahme bestimmter Körperhaltungen…

Vielseitigkeit

Vielseitigkeit (versatility), „komplexe Eigenschaft eines Menschen im Sinne von disponiblen Verhaltens- und Leistungsvoraussetzungen“ (Schnabel, 2008, S. 591) Vielseitigkeit ist zugleich ein trainingsmethodisches Prinzip, das im langfristigen Leistungsaufbau auf breite und vielfältige Leistungsvoraussetzungen bei Anwendung vielfältiger Mittel und Methoden orientiert. Dabei werden allgemeine Vielseitigkeit (deliberate play) und spezielle Vielseitigkeit (deliberate practice) unterschieden. Aus der umfangreichen Diskussion…

Vielseitigkeit, allgemeine

Vielseitigkeit, allgemeine (versatility, general), „alters- und entwicklungsgemäß effektive Herausbildung von Leistungsvoraussetzungen (im Nachwuchsbereich) bzw. deutliches Anheben der funktionellen Basis (im Hochleistungsbereich) durch gezielte Anwendung von Trainingsübungen verschiedener Sportarten“ (Schnabel et al. 2003). →Vielseitigkeit, →deliberate play

Vielseitigkeit, spezifische

Vielseitigkeit, spezielle (versatility, spezial), „Ausbildung der Sportler in der Vielfalt des konditionellen, koordinativen und technisch-taktische Repertoires einer Sportart oder mehreren Disziplinen einer Sportart mit dem Ziel, die dabei erworbenen Leistungsvoraussetzungen für die Entwicklung der Leistung in der Spezialsportart (-disziplin) zu nutzen“ (Schnabel et al. 2003). →Vielseitigkeit,  →deliberate play Mehr zum Thema: Rudolph et al. (2020).…

Viererschlag

„Viererschlag“ (four kick stroke), Im Schwimmen die Zuordnung von vier Beinschlägen auf einen Bewegungszyklus, angewandt im Kraulschwimmen, seltener im Rückenschwimmen. Im Training der Schlagschwimmarten erweitert ein Wechsel der Anzahl an Beinschlägen die Bewegungserfahrung, verhindert motorische Stereotype und kann im Wettkampf aus taktischem Interesse genutzt werden (Sechserschlag = "Turbo" einschalten)

Vierjahresplan

Vierjahresplan (four-year-plan), hier sind nicht die auf einen Auftrag Hitlers zurückgeführte nationalsozialistische Wirtschaftsprogrammatik oder Elemente sozialistischer Planwirtschaft gemeint. In der Trainingswissenschaft verstehen wir unter einem Vierjahresplan den Rahmentrainingsplan des Dachverbandes über den Zeitraum eines Olympiazyklus. Ausgehend von der Prognose der Zielzeiten zu den angestrebten Olympischen Spielen werden im Schwimmen die Teilziele und die methodischen Schritte…

Vigilanz

Vigilanz/Vigilität (vigilance), lat. vigilantia „Wachheit“, „Schlauheit“; Aufmerksamkeitsleistung über längere Zeit, somit eine „aktive Komponente der Wahrnehmung“ (http://lexikon.stangl.eu/271/vigilanz/), in der Medizin die Wachheit bzw. Daueraufmerksamkeit eines Patienten. Wenn man mit Vigilanz solche Eigenschaften wie Bewusstseinshelle, Wachsamkeit, Bereitschaft zur Zuwendung u. Aufmerksamkeit versteht, dann ist sie eine Voraussetzung für ein wirksames Training und Wettkampfverhalten speziell unter Langzeitaspekt.…

Virtual Reality (VR)

Virtual Reality (virtuelle Realität), "computergenerierte Wirklichkeit mit Bild (3D) und in vielen Fällen auch Ton. Sie wird über Großbildleinwände, in speziellen Räumen (Cave Automatic Virtual Environment, kurz CAVE) oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille…