Trainingssteuerung
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Laktateliminierungsrate
Laktateliminierungsrate (lactate elimination rate), Abbau von Laktat pro Zeiteinheit. Nach höherer Laktatkonzentration (> 5 mmol/l) liegt die Rate aus dem Blut bei 0,5 mmol/l/min. Sie ist abhängig von der Höhe des aeroben Umsatzes und der Laktatkonzentration; je höher beide sind, desto größer ist die Eliminationsrate (Heck, 1990, S.40. Diese kann durch aktive Bewegung mit niedriger…
Laktatgeier
„Laktatgeier“ („lactate volture“), umgangssprachlich ein Trainer, der Schwimmtraining eher ohne Wasser, denn ohne Laktatbestimmungen durchführen kann →Laktat.
Leistungsdiagnostik
Leistungsdiagnostik (performance diagnostics), „Erfassung und Beurteilung der sportlichen Leistungen und der aktuellen Leistungsfähigkeit auf der Grundlage von Kennwerten, Kennlinien und Merkmalen des Leistungsvollzuges sowie von Kennwerten der wesentlichsten personalen Leistungsvoraussetzungen“ (Schnabel et al. 2003). Dank fortschrittlicher Technologie und einfacher Implementierung werden heute mehr Informationen über Sportler erfasst als je zuvor. In Sportarten wie Fußball, Rugby…
Leistungsdiagnostik, komplexe (KLD)
Leistungsdiagnostik, komplexe (KLD) (performance diagnostics, complex), Leistungsdiagnostik, die versucht die gesamte Leistungsstruktur einer Sportart zu erfassen und auf der interdisziplinären Kooperation zwischen Trainingsmethodiker, Biomechaniker, Sportmediziner und Sportpsychologen fußt. Die Ergebnisse der KLD sind nur im Zusammenhang mit der Wettkampfanalyse und der Trainingsdokumentation zur Trainingssteuerung optimal für die Trainingspraxis nutzbar. Dabei sollte der „Drang nach Komplexität“…
Leistungsdiagnostik, zentrale
Leistungsdiagnostik, zentrale (performance diagnostics, centralized), Durchführung der Leistungsdiagnostik für Kadersportler unter Verantwortung des Dach- oder Landesverbandes an zentralen, dafür qualifizierten Einrichtungen (z.B. OSP, Bundesstützpunkt, Landesleistungszentrum). Der DSV führt pro Trainingsjahr zwei bis drei zentrale KLD durch, die für A-C-Kader verbindlich sind und in Hamburg, Leipzig und Heidelberg (Jugend) durchgeführt werden. Die zentrale Leistungsdiagnostik sollte zu…
Leistungsprognose
Leistungsprognose (performance prognosis), „wissenschaftlich begründete Aussage von möglichen sportlichen Leistungen zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt“ (Schnabel & Thieß, 1993, S.541). →Prognose Im Schwimmen werden auf der Grundlage der bisherigen Entwicklung mittels mathematischer Trendberechnungen (→Trend) die Zielzeiten für einen Olympiazyklus (→Olympiade) ermittelt. Oftmals bietet sich als optimale Lösung die lineare Regression an (Rudolph, 2001; Tillinger et…
Leistungsstruktur
Leistungsstruktur (performance structure), hier als Begriff aus der Sportwissenschaft, der „innere Aufbau der sportlichen Leistung aus bestimmten Elementen und ihren Wechselbeziehungen“ (Schnabel et al. 2008, S.45). Mit dieser Definition soll das Verständnis des Trainers geweckt werden, dass es im Training nicht um ein schematisches Ausbilden einzelner isolierter Fähigkeiten geht, sondern dass diese in ihrer gegenseitigen…
Leistungssystem
Leistungssystem (performance system) in der Betriebswirtschaftslehre zählen zum Leistungssystem die Teilfunktionen Beschaffung und Logistik (Materialwirtschaft), Produktion (Produktionswirtschaft) und Absatz (Absatzwirtschaft, Marketing, einschließlich Werbung, Vertrieb und Marktforschung). Übertragen auf den Sport handelt es sich um den Komplex an untereinander geordneten Faktoren und Bedingungen, die die sportliche Leistung ermöglichen →Leistungsstruktur.
Marschtabelle
„Marschtabelle“ (march table), auf der Wettkampfstrategie fußender Verlauf von anzustrebenden Zeiten (Zwischenzeiten) und Frequenzen, auf dessen Grundlage Trainer und Sportler mittels intern vereinbarter Zeichen (Finger, Handtuch usw.) kommunizieren. Für die Erstellung eines Zeitplanes sind Trainingsergebnisse und Wettkampfanalysen eine wichtige Grundlage. →Rennstrukturmodell Auf spezifischen Webseiten können Marschtabellen (Pace-Rechner, Tempo-Tabelle, Tempo-Rechner, Zwischenzeitenrechner...) für verschiedene Wettkampf-Distanzen berechnet und…
Norm
Norm (standard), lat. norma „Richtschnur, Maßstab, Regel, Vorschrift“; 1. verbindliche Regel des Zusammenlebens (soziale N.); 2. Sollgröße im Sinne der Regel des Durchschnitts (= normal), die empirisch bzw. statistisch aus Tests (→Leistungsdiagnostik) ermittelt (statistische Norm) oder von Topsportlern oder theoretischen Modellen abgeleitet (ideale Norm) werden. Normwerte sind eine wichtige Grundlage der Trainingssteuerung, da so über…
Normativ
Normativ (standard), von Norm, lat. „Winkelmaß, Richtschnur, Regel“; „vorgegebener Richtwert zur Quantifizierung bzw. Bewertung einzelner Vorgänge nach einheitlichen Grundsätzen bzw.Vorgaben, ungeachtet individueller Besonderheiten“ (Thieß 1993, S. 604). Im Sport sind Normative vor allem auf Leistungsnormen (→Norm) orientiert, wie z.B. normative Leistungsprofile in der Talentidentifikation. →Landesvielseitigkeitstest Exkurs: Der Ehrenkodex der Trainer entspricht in hohem Maße normativ-ethischen…
Optimierung
Optimierung (optimization), lat. optimus „Bester, Hervorragendster“; in der Mathematik ein Verfahren, das die optimale Festlegung von Größen, Eigenschaften, zeitlichen Abläufen u. a. eines Systems untersucht, in der Informatik die bestmögliche Lösung von Computerprogrammen (Optimierer), in der Leitungswissenschaft das Suchen nach Alternativen für effiziente Problemlösungen. Häufig wird "optimieren" zum Allerweltswort, wenn man zwar das Beste will, sich…
Planmaterialien
Planmaterialien (planning documents), Gesamtheit der für den Trainingsprozess erforderlichen Pläne. Borde (in Schnabel & Thiess 1993) erweitert die Planmaterialien auch auf Analysematerial wie Trainingsdokumentation, Leistungs- und Wettkampfanalysen. →Planung, →Rahmentrainingsplan, →Individueller Trainingsplan, →Grundkonzeption, trainingsmethodische, →Trainingssteuerung, →Mehrjahresplan, →Gruppentrainingsplan Nach der Atttributenliste des DOSB werden zur Bewertung der Fachverbände auch Planmaterialien (Rahmentrainingskonzeptionen) herangezogen, wobei besonders auf „Meilensteine“ (Normwerte)…
Prinzip
Prinzip (principle), lat. principium = Anfang, Ursprung; Grundsatz, Grundregel, auf die sich menschliches Denken und Handeln stützt. So sind z.B. die Unantastbarkeit der Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit Grundprinzipien unserer Verfassung. Im klassischen Sinne ist das (axiomatische) Prinzip eine Gesetzmäßigkeit, die anderen Gesetzmäßigkeiten übergeordnet ist. Da diese Gesetzmäßigkeit für gewöhnlich nicht ohne weiteres definierbar ist, wird das…
Prognosetraining
Prognosetraining (prognosis training), aus der Sicht der Sportpsychologie eine Variante des ”Kompetenzüberzeugungstrainings” (Eberpächer, 2004), indem wirklich das trainiert wird, was man im Wettkampf braucht (→Kompetenzerwartung). Aus trainingsmethodischer Sicht verweist Krug (2009) auf folgende Möglichkeiten für ein Prognosetraining: • In den Ausdauersportarten Unterdistanztraining auf dem Laufband oder im Strömungskanal (Prognoseschwimmen) mit dem Ziel, die prognostizierte Geschwindigkeit…
Quantifizieren
Quantifizieren (quantifying), lat. quantum „wie viel“, „wie groß“; messen, messbar machen von Menge, Größe, Intensität oder Häufigkeiten. Im Leistungssport spielt die systematische Quantifizierung von Belastungsreizen und Belastungsreaktionen eine bedeutende Rolle. Die zunehmende Digitalisierung eröffnet dabei vielfältige Möglichkeiten, die aber als objektive Kriterien für die Trainingssteuerung kritisch zu hinterfragen sind. So sind Wearables aktuell nur bedingt…
Rahmentrainingsplan (RTP)
Rahmentrainingsplan (RTP) (training program, general), Konzeption zur Gestaltung von Training und Wettkampf in einer Ausbildungsetappe des langfristigen →Leistungsaufbaus auf der Grundlage der trainingsmethodischen Grundkonzeption. Der RTP wird vom zuständigen Bundestrainer zusammen mit den erfolgreichsten Trainern des Ausbildungsbereiches und Sportwissenschaftlern erarbeitet (→Expertenbefragung). Er gibt allgemeine Ziele für die konditionelle und sporttechnische Ausbildung vor, legt zentrale Wettkämpfe…
Resistenz
Resistenz (resistance), lat. resistentia für „Widerstand“; Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen schädigende Umwelteinflüsse und bestimmte Wirkstoffe (z.B. Antibiotikaresistenz), aber auch Widerstand, Protest von Personen oder Gruppen. Personen mit erhöhter körperlicher und psychischer Belastbarkeit verfügen über mehr Stressresistenz. Sie betrachten die Stresssituation als Herausforderung, die aktivierend und anregend wirkt. →Immunsystem, →Resilienz, →Stress Ein von Kaluza (2015) entwickeltes…