Sportmedizin
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Überlastung
Überbelastung (overloading), über ein erträgliches Maß hinausgehende Belastung, z.B. Knochenbruch bis zum Erschöpfungssyndrom, In der Psychologie spricht man eher von Fehlbelastung/Fehlbeanspruchung. →Übertraining Mit steigendem Trainingsumfang und zunehmendem Alter gehen Überlastungserscheinungen einher, wie muskuläre Dysbalancen, Achillessehnenreizung, Fersensporn, Kniescheibenschmerz oder Stressfraktur. Oft wird zu wenig beachtet, dass Knorpel, Sehnen, Bänder und Knochen eine etwa dreimal längere Anpassungszeit…
Überlastungsschaden
Überlastungsschaden (overuse injury), durch langzeitige Überbelastung ausgelöste Schädigung des Stütz- und Bewegungssystems. Eine Untersuchung amerikanischer Topschwimmer ergab zu 66,3% Schulterbeschwerden (→Schwimmerschulter), 30% Kniebeschwerden (→Schwimmerknie) und 20% Rückenbeschwerden (Hall, 1980). Bei deutschen Kaderschwimmern waren es Anteile von 31,1% (Schulter), 32,4% (Knie) und 15,6% (Rücken), die vor allem auf die sich nach langjährigem Training ergebenden muskulären Dysbalancen…
Überlastungssyndrom
Überlastungssyndrom (overloading syndrome), krankhafter Zustand als Folge mechanischer Überlastung (→Überlastungsschaden), aber auch zunehmend psychischer Fehlbelastung. Bis zu 50% aller Verletzungen im Nachwuchssport sind auf Übertraining (darunter auch Überlastung) zurückzuführen (Dalton, 1992) →Übertrainingssyndrom
Übertrainingssyndrom
Übertrainingssyndrom (ÜTS) (overtraining syndrome), unter Syndrom versteht man ein durch einen Komplex von Symptomen gekennzeichnetes Krankheitsbild, dessen Ursachen nicht umfassend bekannt sind. Das ÜTS ist dann ein „Komplex subjektiver Beschwerden und objektiven Symptomen infolge eines Übertrainings“ (Kent & Rost1999, S. 430), verbunden mit einem Abfall der sportlichen Leistung. Obwohl eine Objektivierung ohne sportmedizinische Diagnostik (Bestimmung…
Ultraschalltherapie
Ultraschall-Therapie (ultrasonic therapy), Einsetzen des Ultraschalls über die Kopplungsmedien Öl, Gel oder Wasser zur örtlichen Erwärmung von tiefer gelegenem Gewebe mit Mikromassage-Effekt. Dadurch können in das Gewebe ausgetretene Flüssigkeiten reabsorbiert („zurückgesaugt“), die Entstehung von Narbengewebe verhindert und Schmerzen reduziert werden. Studien belegen aber nicht, dass die Ultraschallbehandlung die Regeneration von Muskelverletzungen beschleunigt (Wilkin et al.…
Umknickverletzung
Umknickverletzung/Supinationstrauma (chronische fibulare Kapsel-Band-Insuffizienz) (Supination injury of the foot and ankle), Lockerung des äußeren Kapsel-Band-Apparates am Sprunggelenk durch häufiges Umknicken und damit eine der häufigsten Sportverletzungen. Die oft „bindegewebsschwachen“ Schwimmer sind bei Spielsportarten besonders durch Umknicken des Fußes gefährdet (→Bindegewebe). Typische Symptome sind Schmerzen am und unterhalb des Außenknöchels, Schwellung und Bluterguss. Erste Maßnahmen sind…
Unfall
Unfall (accident), „ungewolltes negatives Ereignis, ausgelöst durch menschliches oder technisches Versagen, mit oft schwerwiegenden Folgen“ (WIKIPEDIA). →Sportunfall
Unterdruckkammer
Unterdruckkammer (low pressure chamber), Kammer mit regulierbarem Luftdruck zur Simulation unterschiedlichen Kabinendrucks (Luftfahrt) oder unterschiedlicher Höhenbedingungen (Alpinistik). Der Leistungssport nutzt die Unterdruckkammer zum „Sauerstoffmangeltraining“ (Hypoxietraining), wobei angeblich für vergleichbare Ausdauereffekte gegenüber NN-Bedingungen weniger Zeit benötigt wird, da die Reize stärker wirken. Unterdruckkammern für den Leistungssport gibt es gegenwärtig in Deutschland in Berlin (TOSMA) und an…
Unterdruckwellenbehandlung
Unterdruckwellenbehandlung (Negative pressure treatment), patentiertes Verfahren aus der Weltraumtechnik, wonach in einer Regenerationsröhre (Vacustyler) Druck und Unterdruck in wechselnden Intervallen auf den Unterkörper einwirken mit positiven Effekten auf die Blutgefäße (Kreislauf), das Lymphsystem und das Gewebe. Hauptsächlich wirkt dieses Verfahren bei Cellulite, schwachem Bindegewebe und lokaler Fettleibigkeit, Unterdruckwellenbhandlung wird auch zur schnelleren Regeneration und Steigerung…
Untersuchung, sportmedizinische
Untersuchung, sportmedizinische (sports-medical examination) →Grunduntersuchung, sportmedizinische
Untersuchungsstelle, sportmedizinische (US)
Untersuchungsstelle, sportmedizinische (US) (investigation place, sport-medical), „Die sportmedizinische Untersuchungsstelle ist eine Einrichtung mit besonderer Verbindung zu einer oder mehreren Sportdisziplinen. In einer US führt ein erfahrener Sportmediziner wissenschaftlich begründete Untersuchungen im Sinne der Prävention und Behandlungs- bzw. Betreuungsaufgaben bei Bundeskaderathlet/-innen der entsprechenden Sportdisziplinen durch. Die sportmedizinische US verfügt wie das Untersuchungszentrum (UZ) über entsprechend ausgebildetes…
Untersuchungszentrum, sportmedizinisches (UZ)
Untersuchungszentrum, sportmedizinisches (UZ) (investigation center, sport-medical), „Das sportmedizinische UZ ist eine Einrichtung mit Anbindung an eine wissenschaftliche/klinische Institution in der räumlichen Nähe eines OSP. Es führt in der Hauptsache wissenschaftlich begründete sportmedizinische Gesundheitsuntersuchungen durch. Im Idealfall geht das UZ eine Kooperationsvereinbarung über sportmedizinische Leistungen mit dem nahe gelegenen OSP ein. Wegen der erforderlichen Verlässlichkeit und…
Urinstatus
Urinstatus (urinalysis), Gesamtheit der Laborbefunde im Harn. Der Urinstatus ermöglicht Infektionen, Blutungen im Urogenitalbereich, Azidosen, Alkalosen zu erkennen, Diabetiker zu überwachen, Harnsteine zu diagnostizieren usw. Der Urinstatus ist grundsätzlicher Bestandteil der sportmedizinischen Grunduntersuchung. Im Spitzensport basieren Dopingtests auf Blut- und Urinproben. Selbst für Koffein, das erst in hohen Dosen als Dopingmittel zählt, wurde vom IOC…
Vagotonie
Vagotonie (vagotonia), lat./griech. auch Parasympathikotonie, Parasympathotonie, Trophotropie; Erregung des parasympathischen Systems, die sich durch niedrigen Blutdruck (Hypotonie), Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie), Verkrampfungen der Bronchien und verstärkte Magen-Darm-Aktivität äußern kann. Im Gegensatz zur Vagotonie als konstitutionelle - vegetative Labilität ist sie beim Leistungssportler ein Zeichen der Anpassung an langjährige Ausdauerbelastung. Der Vagus funktioniert dabei als „Erholungsnerv“,…
vaskulär
vaskulär (vascula), lat. vas „Gefäß“, auf Blutgefäße bezogen; vaskuläres System = Gefäßsystem So beschäftigt sich die vaskuläre Sportmedizin mit Mechanismen, die durch Sporttreiben frühe Gefäßveränderungen reduzieren oder vermeiden.
Vasomotion
Vasomotion (vasomotion), lat. vas „Gefäß“, movere „bewegen“; rhythmische Erweiterung oder Verengung der Blutgefäße zur Stoffwechselregulation (→Stoffwechsel). In der physikalischen Gefäßtherapie wird durch niedrigfrequente elektromagnetische Felder die Vasomotion in den Kapillaren aktiviert und damit Strömung und Verteilung des Blutes gesteuert. Dadurch werden Abläufe der Ver- und Entsorgung in den Zellen gefördert, wie Studien in der Sportmedizin…
Verbandsarzt
Verbandsarzt (federation physician), „Der Verbandsarzt wird vom Spitzenverband benannt und führt die sportmedizinische Betreuung der Athleten bei zentralen Maßnahmen durch. Bei ihm laufen die Ergebnisse der sportmedizinischen Grunduntersuchung (an den Untersuchungszentren) und der Maßnahmen der Leistungsdiagnostik, Behandlung und Betreuung (an den OSP) zusammen. Er ist bei der Planung verschiedener Maßnahmen auf Bundesebene als Berater beteiligt“…
Verbrennung
Verbrennung (combustion; oxidation), 1. Gewinn metabolischer Energie (→ATP) durch Abbau von Nährstoffen 2. Verletzung durch Hitze, UV-Strahlung oder ionisierender Strahlung. Besonders die UV-Strahlung ist beim Training im Freiwasser, im Klimalager und Höhentraining nicht zu unterschätzen, auch wegen der Hautkrebsgefahr. Zudem sollte selbst bei geringerer Verbrennung im Sport auf die Infektionsgefahr geachtet werden. →Sonnenstich Mehr…