Recht
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Kindeswohl
Kindeswohl (best interests of the child), unbestimmter Rechtsbegriff, dem die elterliche Sorge und Verantwortung zugrunde liegt (§ 1627 BGB). Diese erstreckt sich auf folgende Merkmale (nach Remschmidt & Mattejat, 2010: Körperliche und psychische Gesundheit, störungsfreie Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit, weitgehende Freiheit von Belastung, Angst und Konflikten, Entwicklung und Aufrechterhaltung interpersonaler und emotionaler Beziehungen, Familie…
Kündigung
Kündigung (notice), Beendigung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses durch Arbeitgeber oder (einseitig) Arbeitnehmer. Der Regelfall ist die ordentliche Kündigung, die schriftlich erfolgt und bei der die Frist zu beachten ist. Im Gegensatz zum Arbeitgeber braucht der Arbeitnehmer keine Gründe anzugeben. Die Kündigung durch den Arbeitgeber muss sozial gerechtfertigt sein, das ist auch dann der Fall, wenn häufige…
Medikamentenmissbrauch
Medikamentenmissbrauch (drug abuse), Einnahme von ein dem deutschen Arzneimittelgesetz unterliegendem Medikament zum Zwecke der Leistungssteigerung ohne medizinische Indikation oder in Überdosen; vorwiegend Schlaf- und Beruhigungsmittel, Appetitzügler und Abführmittel. Im Sport werden missbräuchlich Medikamente zum „Gewicht machen“ und zur Leistungssteigerung (→Doping) verwendet. Dabei verweisen Untersuchungen vorwiegend auf leistungssteigernden Medikamentenmissbrauch größeren Ausmaßes im ambitionierten Breitensport, insbesondere im…
Mehrarbeit
Mehrarbeit (additional work), Arbeit, die der Arbeitnehmer über die gesetzlich, tariflich oder vertraglich geregelte Arbeitszeit hinaus leistet (Überstunden). Vorauszusetzen ist eine klare Regelung, was beim Trainer unter Arbeitszeit fällt, z.B. die Betreuung der Sportler in Training und Wettkampf, sowie sonstige mit der Trainertätigkeit verbundenen Aufgaben, z. B. die Teilnahme an Mannschafts- /Vorstandsbesprechungen, Trainingsplanung und –…
Minderjährigkeit
Minderjährigkeit (nonage), Rechtszustand einer Person bis zum Eintritt der Volljährigkeit (in Deutschland mit 18 Jahren). Der Minderjährige steht unter besonderem Schutz und hat eingeschränkte Rechte und Pflichten. So haftet er bis zur Erreichung der Volljährigkeit nur, soweit er sein Unrecht einsehen kann. Im Sport können Minderjährige ab 16 Jahre als Übungsleiter tätig sein, wenn sie…
Minijob
Mini-Job (minijob),geringfügige Beschäftigungen mit höchstens 450 Euro monatlichem Arbeitsentgelt oder einem Arbeitseinsatz von maximal 70 Tagen pro Kalenderjahr. Durch fehlende Beiträge zu den Sozialversicherungen sichern Minijobs sozial nicht ab. Aber nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz gelten Minijobber als Teilzeitbeschäftigte. Sie haben damit im Arbeitsrecht grundsätzlich die gleichen Rechte wie Vollzeitbeschäftigte (https://www.arbeitsagentur.de/lexikon/minijob - Zugriff 30.07.20). Auch:…
Mischfinanzierung
Mischfinanzierung (mixing financing), Übernahme der Kosten von mehreren Aufgabenträgern, z.B. ein Mix aus öffentlichen und privaten Geldern. In Deutschland sind die Durchführung, Organisation und Finanzierung des Sports grundsätzlich eine Angelegenheit seiner autonomen Organisationen (Position der Bundesregierung). Diese können aber die zunehmenden Kosten nicht mehr allein schultern. Das führt zu kaum noch überschaubaren Finanzierungsmodellen bei Trainern…
Missbrauch, sexueller
Missbrauch, sexueller (sexual abuse), sexuelle Handlungen vor, an oder mit einem Kind (§ 176 StGB) oder Jugendlichen, die gegen Entgelt stattfanden oder wenn die Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung des Jugendlichen fehlt und der Erwachsene dies ausnutzt (§ 182 StGB). Beim Trainer-Sportler-Verhältnis würde eine sexuelle Handlung mit jugendlichen Sportlern nach § 174 StGB als sexueller Missbrauch…
Mündigkeit
Mündigkeit (majority), juristisch Volljährigkeit, in der Pädagogik die Fähigkeit, selbstständig zu urteilen und zu entscheiden, "Kultivierung der Freiheit" (Kant). Roth (1971) unterscheidet drei Bereiche: a. Selbstkompetenz (für sich selbst verantwortlich zu handeln) b. Sachkompetenz (urteils- und handlungsfähig zu sein) c. Sozialkompetenz (sozial-gesellschaftlich handlungsfähig zu sein). →Selbstständigkeit Der mündige Sportler ist das erklärte Ziel erzieherischen Wirkens…
NADA
NADA (National Anti Doping Agancy), Private Stiftung und unabhängige Einrichtung, mit dem Ziel der unabhängigen Bekämpfung des Dopings in Deutschland fern von institutionellen Interessenkonflikten. Die NADA ist allein dem Ziel der Dopingbekämpfung verpflichtet und bindet alle maßgebenden gesellschaftlichen Kräfte in die Verfolgung des Stiftungszwecks ein, die an der Erhaltung der kulturellen und gesellschaftlichen Rolle des…
Pädophilie
Pädophilie (pedophilia), griech. pais „Knabe, Kind“ und philia „Freundschaft“= „Kinderliebe“; sexuelles Interesse an Kindern. „In der Sexualmedizin spricht man von Pädophilie erst dann, wenn sich ein Erwachsener (oder ein älterer Jugendlicher am Ende der Pubertät) zu Kindern hingezogen fühlt, die selbst noch nicht in der Pubertät sind. Des Weiteren geht man heute davon aus, dass…
Pflicht
Pflicht (obligation), was man aus moralischen oder rechtlichen Gründen tun muss. Sie unterscheidet sich vom Zwang, indem sie auf einem gesellschaftlichen, rationalen oder ethischen Diskurs einschließlich Findung eines Konsenses beruht (Wikipedia). Im Sport auch für Übungen, deren Ausführungen vorgeschrieben sind (im Unterschied zur Kür). Die haupt- oder nebenamtliche Mitarbeit in Einrichtungen oder Organisationen des Sports…
Rechtsordnung
Rechtsordnung (legal system), Gesamtheit der in einem umschriebenen Anwendungsraum gültigen Rechtsnormen mit dem Grundgesetz als Basis, wobei das Europarecht immer größeren Einfluss gewinnt. Im Gegensatz zu Familienrecht, Erbrecht usw. gibt es in Deutschland kein Sportrecht. Aber mit ihren Satzungen verfügen die Organisationen im deutschen Sport (Verbände, Vereine) jeweils über eine Rechtsordnung. Im DSV sind Rechtsordnung…
Regel
Regel (rule), lat. regula „Maßstab, Richtschnur“; Norm, Vorschrift, Richtlinie; umgangssprachlich auch für Menstruation. Eine Sammlung von Regeln heißt Regelwerk oder Reglement. Kinder benötigen im Interesse einer seelisch gesunden Entwicklung nicht nur Liebe, sondern Beständigkeit, Halt und Orientierung durch klare Grenzen und verbindliche Regeln. Regeln haben soziale Bedeutung, d.h. Bedeutung für das Verhalten in sozialen Situationen,…
Regelwerk
Regelwerk (codes; corporate governance statements), Summe aller Regeln eines Sachbereiches Die internationalen Sportverbände sind aufgefordert, umfassende, alle Aspekte der sportlichen Aktivitäten umfassende Regelwerke zu erstellen und sie mit nationalem und internationalem Recht zu synchronisieren. Das Unions- und Assoziierungsrecht haben dabei eine herausgehobene Bedeutung erlangt, da dieses sowohl im nationalen Rahmen, aber auch in vielen transnationalen…
Rettungsfähigkeit
Präventions- und Rettungsfähigkeit (ability to prevent and rescue), Geistige und körperliche Fähigkeit Unfällen im und am Wasser vorzubeugen und aus diesem retten zu können, für das Schulschwimmen definiert als Handlungssicherheit einer Lehrkraft bei Wassersportangeboten und sonstigen Schulveranstaltungen am, auf und im Wasser; die DLRG konkretisiert sie auch für die Schwimmausbildung im Verein auf der Basis…
Satzung
Satzung (statute), Grundordnung eines Zusammenschlusses nach dem Prinzip der Selbstverwaltung, die Aufgaben, Struktur, Arbeitsweise der jeweiligen Gesellschaft prägt. Im Sportverein ist die Satzung das Kernstück aller Regelwerke und Ordnungen des Vereins. Sie muss den Zweck, den Namen und den Sitz des Vereins enthalten und gegebenenfalls angeben, dass der Verein in das Vereinsregister eingetragen werden soll.…
Schadenersatzanspruch
Schadensersatzanspruch (claim for damages), Anspruch, der sich ergibt, wenn “ vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, der Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt (werden)“ (§ 823 BGB). Das deutsche Recht kennt keine speziellen gesetzlichen Bestimmungen, die auf die Sporthaftung zugeschnitten sind. Deshalb werden Schadensersatzansprüche hauptsächlich über die…
Schiedsgericht
Schiedsgericht (judging panel), Gremium im DSV zur Entscheidung über Verbandsstreitigkeiten, dessen Mitglieder vom Verbandstag gewählt werden (s. Abschnitt II der Rechtsordnung des DSV unter www.dsv.de).