Didaktik
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Lernschritt
Lernschritt (learning Stepp), Zwischenetappe zum Lernziel. Im Sport „durch lehrmethodische Gesichtspunkte bestimmter Abschnitt im motorischen Lernprozess“ (Krüger & Schmidt in Schnabel & Thieß, 1993, S. 550), der vom Lernenden informell erfasst, verarbeitet und gesteuert werden kann. Beim Erlernen der Schwimmarten verdeutlichen die einzelnen Lernschritte das zweckmäßige Vorgehen durch die Reihung Beinbewegung- Armbewegung- Gesamtbewegung ohne und…
Lernschrittfolge
Lernschrittfolge (learning step sequence), Erlernen von Bewegungsabläufen durch aufeinander abgestimmte Lernschritte, das „zweckmäßige methodische Vorgehen beim Erlernen einer Schwimmart“ (Schramm, 1987, S.154) nach der Reihenfolge: Beinbewegung – Armbewegung- Gesamtbewegung – ohne und mit Atmung. Jedem Lernschritt sind konkrete technische Schwerpunkte, zu vermittelnde Kenntnisse, vorbereitende und ergänzende Übungen an Land und im Wasser sowie spezielle, leitbildorientierte…
Lernstrategien
Lernstrategien (learning strategies), Handlungspläne zur Bewältigung von Lernaufgaben, die auf das Lernziel ausgerichtet individuell und geschlechtsspezifisch bedingte effektive Lösungen anstreben. Im Techniktraining spielen zwei polare Lernstrategien eine Rolle, einmal durch verbale Instruktion oder Demonstration/Imitation (motor approach), zum anderen durch die Selbstorganisiertheit des motorischen Systems (action approach), indem unbewusst effektive Bewegung ausgeführt werden (z.B. S-Zug der…
Lerntheorie
Lerntheorie (learning theory), Modell oder Hypothese zur Erklärung von Lernmechanismen. Beispiele sind: Lernen durch Herstellen von Assoziationen zwischen Vorstellungen, Lernen durch Erwerb von bedingten Reaktionen (klassische Konditionierung), Lernen durch Erwerb einer instrumentellen Reaktion (operante Konditionierung), Lernen durch Einsicht, Lernen am Modell (durch Beobachtung), Lernen durch Versuch und Irrtum. Die verschiedenen Lerntheorien lassen sich nicht hierarchisch…
Lerntraining
Lerntraining (learning training), auch Lerncoaching, vereinfacht „Lernen lernen“, Erlernen von Lerntechniken in Verbindung mit entsprechender Motivierung: u.a. Umgang mit Prüfungsangst, Blackout, Unlust zum Lernen oder „vor-sich-herschieben“ von Lernaufgaben. Lerntraining ist inzwischen zu einem beachtlichen Markt avanciert und selbst in Fernkursen über Internet möglich. Martin et al. (1999) empfahlen ein koordinatives Lerntraining für Kinder und Jugendliche…
Lerntyp
Lerntyp (type of learning), individuell unterschiedlich bevorzugter Nutzung der Sinne beim Lernen: visueller Typ (Sehen), auditiver Typ (Hören), haptischer Typ (Fühlen), verbaler Typ (Sprechen). Eine solche Typisierung von Lernverhalten kann dann nützlich sein, wenn die Lernmethoden auf den eigenen Lerntyp abgestimmt werden. Eine reine Trennung ist praxisfremd, da bei der Erfahrung immer mehrere Sinne beteiligt…
Mediendidaktik
Mediendidaktik (media didactics), Umgang und Gebrauch (Didaktik) von Medientechnik als Teilbereich der Medienpädagogik. Der Einsatz von Medien im Leistungssport betrifft vor allem zwei Ebenen, einmal den audiovisuellen Medieneinsatz zur Unterstützung individualisierter Lehr-Lern-Prozesse, zum anderen das Erlernen des Umganges mit den Medien und zur kritischen Reflexion von Medieninhalten (Altenberger, in Röthig & Prohl, 2003, S.359). →Massenkommunikationsmittel,…
Methode
Methode (method), griech. methodos „Weg zu etwas hin“; Verfahren zur Lösung theoretischer oder praktischer Aufgaben, die sich auf Planmäßigkeit, Orientierung auf das Wesentliche, Prinzipien und Regeln (Theorien) stützt. Im Training sind Methoden allgegenwärtig (Trainingsmethoden). Sie bestimmen Wege und Verfahren, mit denen Ziele angestrebt und Inhalte vermittelt werden. Sie betreffen das WIE der Trainerarbeit. Der Trainer…
Modell
Modell (model), lat. modulus "Maßstab"; notwendige Vereinfachung der realen Welt (z.B. Landkarte), allgemein: Vorbild, Muster, Entwurf von Gegenständen, auch gedankliche Konstruktionen. In den Naturwissenschaften mathematische, physikalische, grafische oder Computerdarstellung eines Phänomens durch ein anderes, wobei die Empirie Prüfstein für jedes Modell ist.So werden unter Sportlehrern verschiedene fachdidaktische Modelle diskutiert, von klassischen Modellen bis zur Bewegten…
Modifikation, didaktische
Modifikation, didaktische (didactical modification), Abänderung eines Trainings- oder Ausbildungsziels (→Trainingsplan), hauptsächlich bezogen auf das Leitbild der sportlichen Technik bei optimaler Beachtung individueller körperbaulicher und konditioneller Voraussetzungen. →Reduktion, didaktische Beispiel: Didaktische Aspekte und Modifikationen eines Konzeptes der bewegten Schule für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (Dinter, A. 2015).
Neulernen
Neulernen (learn a new movement), auch Neuerwerb, Phase der Erstaneignung usw. Erwerb zentral gespeicherter Bewegungsentwürfe, die von der Zieltechnik abgeleitet sind. Neulernen gelingt zunächst mit Vereinfachungsstrategien und monotonen Wiederholungen (Reischle, 2015, S.113). Die Aufmerksamkeit wird ständig auf die neu zu erlernende Bewegung gelenkt (S.101). In den Ausdauersportarten erfolgt ein Neulernen vor allem "in der Grundausbildung,…
Orientierungshilfe
Orientierungshilfe (guideline; guite), allgemein ein Material, das einen Weg aufweist (z.B. Navigationsgerät) oder eine Handlungsgrundlage (Handbuch, Konzeption) ist. Inzwischen sind Orientierungshilfen als Softwareanwendungen für Mobiltelefone und Tablets („Apps“) alltägliche Begleiter in Beruf und Freizeit. Bei der Ausübung sportlicher Handlungen sind Orientierungshilfen Gegenstände oder Signale, die den Sportler visuell oder akustisch unterstützen, z.B. ein kurzes Signal,…
Paddelübungen
Paddelübungen (Sculling), an- und auftriebswirksame Armbewegung im Wasser (→Auftrieb) durch die optimale Anstellung der Handflächen. Das Skullen ist beim Schwimmen eine grundlegende Vortriebsaktion mit vier Handbewegungen: Outweep (auswärts), Supination, Insweep (einwärts) und Pronation (Arelano et al. 2014). Bei der Skulling-Bewegung "erzeugt ein geübter Schwimmer große instationäre Strömungskräfte, wenn der Leitkantenwirbel auf der Dorsalseite der Hand…
Reaktionstraining
Reaktionstraining (reactive training), Training zur Verbesserung der Reaktionsschnelligkeit als eine Form des Schnelligkeitstrainings, das fast immer an andere Leistungsvoraussetzungen gekoppelt ist und sich durch die schnelle Reaktion auf ein Signal vor oder während einer Übung ergibt. Grundlegende methodische Anforderungen sind: Steigerung vom Einfachen zum Komplizierten (von einfachen elementaren zu wettkampfnahen komplexen Handlungen), Anwendung emotional positiver…
Reduktion, didaktische
Reduktion, didaktische (Didactic reduction), didaktische Vereinfachung, Begriff aus der schulischen Fachdidaktik, worunter eine überschaubare und verständliche Aufbereitung von Sachverhalten verstanden wird. Besonders in den Nachwuchsgruppen sollten komplexe Themen alters- und reifegemäß vermittelt werden (Sporttheorie). →didaktische Modifikation, →Reduktion Mehr zum Thema: https://wb-web.de/wissen/lehren-lernen/didaktische-reduktion.html - Zugriff 26.10.22
Reflexion
Reflexion (reflection), lat. reflexio „Zurückbeugen“; 1. In der Physik (Optik) das Zurückwerfen von Strahlen, Wellen. 2. Bildungssprachlich Nachdenken, Vertiefung in eigene Gedanken; in der Pädagogik als Teil der didaktischen Planung die Auswertung am Ende eines Vorhabens, in der Psychologie eine kritische Selbstbetrachtung, d.h. die Aufmerksamkeit ist auf das Ich zentriert. →Selbstkontrolle Über die Reflexion überprüft…
Reihe, methodische
Reihe, methodische (sequence, methodical), Übungsanordnung nach Schwierigkeitsgrad, um schrittweise zum Ziel (z.B. Technik des Kraulschwimmens) zu gelangen. Der Aufbau erfolgt nach den folgenden Prinzipien: vom Bekannten zum Unbekannten, vom Einfachen zum Komplexen, vom Leichten zum Schwierigen, vom Sicheren zum Risikoreichen. Während viele Sportarten auf motorische Vorerfahrungen (Laufen, Springen, Werfen usw.) aufbauen können, steht der Schwimmanfänger…