Biochemie
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Lutealphase
Lutealphase (luteal phase), lat. luteus "gelb"; auch Gelbkörperphase, zweite Phase des Menstruationszyklus, die 10-15 Tage nach dem Eisprung (Ovulation) mit der nächsten Zyklusblutung endet. Die Lutealphase ist durch eine erhöhte Progesteronkonzentration im Blut gekennzeichnet, der eher eine katabole Wirkung nachgesagt wird (Platen, 2008). →Follikelphase Nach aktuellem Forschungsstand sollten zur Optimierung der Leistungsfähigkeit von Athletinnen ohne…
Magnesium
Magnesium (magnesium) (Mg), chem. Element, das als essentieller Faktor zahlreicher intrazellulärer Prozesse (z.B. Membranstabilisierung) für Muskel- und Nervenfunktionen bedeutungsvoll ist. Magnesium wirkt als physiologischer Kalzium-Kanal-Blocker. Es ist in Milch, Milchprodukten, Vollkornprodukten, Nüssen und Gemüse enthalten. Magnesiummangel durch Fehlernährung oder „Gewichtmachen“ kann zu reduzierter Leistungsfähigkeit und einem gestörten Energiestoffwechsel führen. Die Häufigkeit von Magnesiummangel wird bei…
Mechanobiology
Mechanobiologie (mechanobiology), Bereich der Biomechanik, der sich auf die Fähigkeit menschlicher Zellen stützt, mechanische Signale wahrzunehmen und im Sinne einer biochemischen Antwort verarbeiten zu können. Obwohl diese Eigenschaft (Mechanosensitivität) seit langem bekannt ist, war unklar, wie mechanische Kräfte in Zellen verarbeitet werden, da die Kräfte auf molekularer Ebene sehr klein und daher schwer zu messen…
Meldonium
Meldonium (Meldonium), Herz- und Kreislaufmedikament, das einer Minderdurchblutung entgegenwirken soll. Meldonium ist als Arzneimittel in Deutschland nicht zugelassen. In Russland ist es in jeder Apotheke rezeptfrei zu bekommen (Mildronate®). →Doping „Aufgrund eines Monitoring-Programms der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) für den Wirkstoff Meldonium konnte 2014 ein hoher Missbrauch der Substanz in verschiedenen Sportarten festgestellt werden. Es ist zu…
Methyltrienolon
Methyltrienolon (methyltrinolone), orale (über den Mund aufgenommene) Variante des anabolen Steroids Trenbolon, das 1963 erstmals synthetisiert und wegen seiner hohen toxischen Nebenwirkungen nicht für die Humanmedizin zugelassen wurde. Ungeachtet dessen wurde 2008 erstmals bei Sportlern die Einnahme von Methyltrienolon. nachgewiesen, u.a. bei dem griechischen Schwimmer Drymonakis, der mit 1:54,16 min über 200m Schmetterling Europarekord schwamm.…
MGF
MGF (mechano growth factor), Eiweißsubstanz aus der Gruppe der Wachstumsfaktoren (GF), die bei intensiver Dehnung in den Muskelzellen entsteht und zu Muskelwachstum führt. So hat auch der trainierte Muskel mehr MGF als der untrainierte. MGF ist im Blutserum nachweisbar und verändert sich bei Genmanipulation beträchtlich. Im Sport wird es zu den Dopingmitteln gezählt, in der…
Mineralstoffe
Mineralstoffe (mineral substances), als Nährstoffe anorganische, lebensnotwendige Baustoffe des Skeletts, als Komponenten von Hormonen und Enzymen und als Bestandteil biologisch wirksamer Verbindungen (z.B. Hämoglobin). Je nach Konzentration unterteilt man in Mengenelemente (>50mg/kg Körpergewicht wie Natrium, Kalium, Kalcium, Magnesium, Chlorid) und Spurenelemente (<50mg/kg Körpergewicht wie Eisen, Jod, Fluorid, Zink, Mangan). Der normale Bedarf an Mineralstoffen wird…
Mitochondrium
Mitochondrium (mitochondrion), Bestandteil der Zelle, in deren Doppelmembran die Enzyme des Citratzyklus und der Atmungskette Adenosintriphosphat (ATP) produzieren, der deshalb auch „Kraftwerk der Zellen“ genannt wird. Ohne die 1890 erstmals beschriebenen Mitochondrien könnte der Mensch nicht existieren. Er braucht das ATP, um zu atmen, zu sprechen, sich zu bewegen, zu denken sowie für den Transport…
Muskelglykogen
Muskelglykogen (muscle glycogen), der im Skelettmuskel (und nicht im Blut oder der Leber) gespeicherte Anteil an Glykogen von etwa 1,5g pro 100g Feuchtmuskel. Durch Superkompensation ist eine Erhöhung auf 4 g / 100 g möglich. Glykogen ist nicht gleichmäßig in den Skelettmuskelfasern verteilt, sondern eher in verschiedenen Pools lokalisiert. Diese Verteilung variiert je nach Trainingsintensität, Faserphänotyp, Trainingszustand und Immobilisierung…
Muskelkrampf
Muskelkrampf (muscular spasm; in der Arbeits- und Sportmedizin "exercise-associated muscle cramps" - EAMC), Funktionsstörung des Muskels als unwillkürliche, schmerzhafte Kontraktion. Im Sport zumeist in folge von Überlastung verbunden mit Unregelmäßigkeiten des Substratstoffwechsels ("Stoffwechseltheorie"), der Flüssigkeitsbalance ("Dehydratationstheorie"), des Serumelektrolytspiegels ("Elektrolyttheorie") oder durch extreme heiße oder kalte Umweltbedingungen ("Umwelttheorie") (Schwellnus et al. 1997). Die Ursachen werden kontrovers…
Myostatin
Myostatin (myostatin), Kunstwort aus „Muskel“ und „Stehen, Stillstand“; Eiweiß (→Protein), das als negativer Regulator des Muskelwachstums erstmals 1997 beschrieben wurde. Muskelschwund führt zu verstärkter Bildung von Myostatin. Dessen Deaktivierung erhöht folglich die Muskelmasse. Aus internationalen Publikationen ist bekannt, dass ab dem 40. Lebensjahr das Protein Myostatin ansteigt und damit ein Muskelschwund (Sakopenie) von 1 %/Jahr…
Nandrolon
Nandrolon (nandrolon), Synthetischer Wirkstoff aus der Gruppe der Anabolika, anabolen Steroide, dessen exakter Nachweis noch recht umstritten ist, da der Wert nach hohen Trainingsbelastungen ansteigt und Urinkonzentration (z.B. Flüssigkeitsentzug bei „Gewicht machen“), hormonbehandelte Nahrungsmittel sowie Eigenproduktion durch Muskelwachstumsreiz, selbst Höhentraining den Wert beeinflussen. Auf dem Markt sind vor allem oral anwendbare Substanzen als Vorhormone (→Prohormone)…
Narkotika
Narkotika (narkotics), griech. narkotikos „betäubend“; Betäubungsmittel, die im Sport unerlaubt wegen ihrer euphorisierenden (das Wohlbefinden steigernden) Wirkung genutzt werden und deshalb seit 1967 verboten sind. Der Opioidkonsum ist unter Sportlern weit verbreitet, besonders in Kontaktsportarten (z.B. National Football League bei 52 %). In den USA wurde eine enge Beziehung zwischen dem Konsum während der Spielerkarriere…
Natrium (Na)
Natrium (Na) (sodium), arab. Natrun; Mineralstoff, wichtiger Bestandteil des menschlichen Körpers, der zusammen mit Kalium und Chlor bedeutsam für die Erregungsbildung der Nervenzellen (→Erregungsübertragung) und Muskelfasern (→Aktionspotential) sowie für den Wasser-Salz-Haushalt ist. →Gleitfilamenttheorie Mit der Nahrung (Kochsalz, gesalzene Lebensmittel, Mineralwasser) wird zumeist mehr Natrium aufgenommen als der Körper benötigt, somit ist ein Natriummangel äußerst selten…
Nebennierenrinde
Nebennierenrinde (adrenal cortex), äußerer Anteil der Nebenniere mit wichtiger hormoneller Funktion (→Kortikosteroide). Durch Stress bedingter erhöhter Auswurf von Adrenalin erschöpft die Nebennierenrinde, die dadurch weniger Adrenalin und Kortisol produziert. Die Folgen sind Müdigkeit, Depression, Antriebs- und Konzentrationsschwäche. Kortisol als "Streshormon" beeinflusst die Leistungsfähigkeit. Besonders langanhaltende oder intensive Belastungen steigern die Kortisolbildung bis zur Verschiebung in…
Neurotransmitter
Neurotransmitter (neurotransmitter), griech. neuron „Sehne, Nerv“ und lat. transmittere „übertragen“; biochemische Substanz, die in der Synapse eines Neurons freigesetzt wird, um ein anderes Neuron oder eine Muskelfaser zu aktivieren. →Transmitter Studien, die den Einfluss körperlicher Belastung auf die Gehirnkonzentrationen von Noradrenalin, Serotonin und Dopamin untersucht haben, zeigen Veränderungen in Synthese und Abbau der Monoamine (organisch-chemische…
Noradrenalin
Noradrenalin (noradrenaline), Hormon aus der Gruppe der Katecholamine, dessen Synthese sowohl in den Vesikeln der Nervenendigungen von Neuronen, die Noradrenalin als Neurotransmitter freisetzen, als auch im Nebennierenmark erfolgt. Zusammen mit Adrenalin zählt es zu den Stresshormonen. Noradrenalin verengt die Blutgefäße und steigert damit den Blutdruck. Als Neurotransmitter steuert es über das Zentralnervensystem Aufmerksamkeit oder Wachsamkeit.…
Östrogene
Östrogene/Estrogene (estrogens), lat. oestrus „Stachel“, „Leidenschaft“; Follikelhormone, zur Gruppe der Steroidhormone gehörend, die bei der Frau die sekundären Geschlechtsmerkmale ausprägen und die Uterusschleimhaut wieder aufbauen (→Follikelphase). Östrogen kann einen signifikanten Einfluss auf die Stabilität der Muskelmembran und möglicherweise auf die Verminderung von trainingsinduzierten Muskelschäden haben (Tidus 2003). Leistungssportliche Belastungen können den normalen Zyklusablauf stören. Besonders…