Beweglichkeit
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Dehnungsgeschwindigkeit
Dehnungsgeschwindigkeit (extension velocity; stretch velocity), hier auf die Geschwindigkeit bezogen, mit der Dehnübungen durchgeführt werden. Die Dehnungsgeschwindigkeit ist je nach Methode unterschiedlich. Während beim aktiv-dynamischen Dehnen eine schwunghafte kontrollierte Ausführung möglich ist, ist die aktiv-statische Methode durch eine langsame Bewegung bis zur Endstellung charakterisiert, die 10-30 sec gehalten werden sollte. Zwischen der Größe des Dehnungsreflexes und…
Dehnungsreflex
Dehnungsreflex (myotatic reflex; stretch reflex), Reaktion auf einen Dehnungsreiz, die von den Muskelspindeln ausgelöst wird und den Muskel vor Überdehnungen und Rissen schützt. Die Muskelspindeln bestehen aus spezialisierten Skelettmuskelfasern und sind von einer Nervenfaser umgeben. Diese reagieren auf die Längenveränderungen der Muskelfasern mit einem Aktionspotential und lösen die Kontraktion des Muskels eigenständig aus (monosynaptischer Dehnungsreflex).…
Dehnungsrezeptor
Dehnungsrezeptor (stretch receptor), Empfangseinrichtungen eines Organs oder eines Organteils, die auf Dehnung des entsprechenden Gewebes ansprechen. Sie kommen z. B. in den Muskeln (→Muskelspindel), der Lunge, im Magen-Darm-Trakt und im Herzmuskel vor. So messen die Dehnungsrezeptoren der Herzkammer, wie sehr der Herzmuskel durch das hineinströmende Blut gedehnt wird und bestimmen daraufhin die Kraft des nächsten Herzschlages.…
Dorsalflexion
Dorsalflexion (dorsiflexion), Beugung von Hand oder Fuß zum Hand-/Fußrücken. Viele Erkrankungen der unteren Extremitäten stehen im Zusammenhang mit der Straffheit der Wadenmuskulatur und der verminderten Dorsalflexion des Knöchels. Um solche Störungen zu behandeln, werden häufig Dehnungen der Wadenmuskulatur verschrieben, um die verfügbare Dorsalflexion des Sprunggelenks zu erhöhen (Radford et al. 2006). Besonders die Dorsalflexion des…
Dysbalance, arthromuskuläre
Dysbalance, arthromuskuläre (arthromuscular imbalance), Ausweitung einer →muskulären Dysbalance auf die Muskel - Gelenk Beziehungen.
Dysbalance, muskuläre
Dysbalance, muskuläre (muscular imbalance), Missverhältnis zwischen Synergisten und Antagonisten als Folge einseitigen, spezifischen Trainings. Zu starke muskuläre Dysbalancen können auf ganze Muskelschlingen und die beteiligten Gelenke übergreifen und somit zu arthromuskulären Dysbalancen führen (Störung des arthromuskulären Gleichgewichts), die ganze Bewegungsmuster beeinträchtigen können und die Verletzungsanfälligkeit erhöhen. →Funktionssyndrom, →Dehnung, →Krafttraining Durch die hohen Trainingsumfänge von bis…
Elastizität
Elastizität (elasticity), mechanische Eigenschaft eines Systems oder Stoffes durch Druck oder Dehnung nur vorübergehend seine Form zu ändern und danach wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzukehren. So sichern etwa 27% organische Anteile in den Knochen dessen Elastizität. Auch der Muskel verfügt über Elastizität, indem er sich nach einer Dehnung wieder verkürzt, wofür vor allem die…
Faszientraining
Faszientraining (fascia training), Lösen der Verklebungen der kollagenbindegewebige Hülle der Skelettmuskeln ("Muskelbinde" oder Faszie). Verklebte Faszien können zu Verspannungen führen und infolge zu Verletzungen wie beispielsweise Zerrungen und Gelenkbeschwerden. Im Gegensatz zum normalen Dehnen des Muskels wird beim Faszientrainig das Bindegewebe intensiv bearbeitet. Dabei wird mit einer Faszienrolle (Foam-Rolling) oder einen Faszienball Druck auf das…
Freiheitsgrad
Freiheitsgrad (degree of freedom), allgemein die Bewegungsmöglichkeiten eines Körpers im Raum auf ein Koordinatensystem bezogen; in der Statistik die Schätzung unbekannter Parameter (Kennwert) einer Grundgesamtheit anhand einer Stichprobe (Wikipedia); in Anatomie und Biomechanik Anzahl und Art der möglichen Bewegungen eines Gelenkes (s. Abb.). →Beweglichkeit Für die sportliche Bewegung sind die Freiheitsgrade der Drehbewegungen in den…
Funktionskreis
Funktionskreis (feedback circuit; functional circle), allgemein in der Verhaltensbiologie der spezifische Zusammenhang zwischen Organismus und für das Individuum bedeutsamer Umwelt. In Anlehnung an die chinesische Medizin das harmonische Ineinandergreifen von Funktionen verschiedener Organe und Systeme. In der Physiotherapie funktionelle Einheiten des Bewegungsapparates, die aber von anderen Funktionskreisen nicht isoliert sind und sich gegenseitig überlappen. Es…
Fußbeweglichkeit
Fußbeweglichkeit (foot-mobility), Beweglichkeit des Fußes um zwei Achsen: Flexion/Extension im oberen Sprunggelenk und Supination/Pronation im unteren Sprunggelenk. Die Bewegungen in den beiden Gelenken sind voneinander unabhängig. Im Schwimmen ist eine gute Fußbeweglichkeit für eine effiziente Beintechnik erforderlich. Sie wird deshalb im Rahmen der Talentdiagnostik mit überprüft. In der KLD des DSV wurde die Fußbeweglichkeit mit…
Gelenkigkeit
Gelenkigkeit (litheness, flexibility) synonym verwendeter Begriff für Beweglichkeit, hier hauptsächlich durch die anatomischen Strukturen weitgehend anlagebedingt. →Dehnung, →Stretching Exkurs: Geht man vom Terminus "Gelenkigkeit" aus, dann beschränkt sich diese nur auf die Bewegungsweite der Gelenke ohne den Einfluss der sie umgebenden Bänder und Muskeln, nachweisbar nur am Skelett. Die Beweglichkeit des aktiven Menschen wird aber…
Gelenkwinkelmesser
Gelenkwinkelmesser (goniometer), Gerät zum Messen der Beweglichkeit in den Gelenken durch Erfassen der Winkel (Winkelmesser), die von großem biomechanischen Interesse sind. →Biomechanik, →Anthropometrie Das in der KLD des DSV verwendete Goniometer erfasst die Werte im Fuß- und Schultergelenk digital. Es gibt aber auch Winkelmesser mit zwei beweglichen Armen, zwischen denen eine Skala zum Winkelablesen angebracht…
Gewandtheit
Gewandtheit (agality), geistige wie körperliche Wendigkeit/Beweglichkeit. Im Sport die motorische Fähigkeit, schnell und zweckmäßig Bewegungshandlungen zu vollziehen., die „koordinative Qualität der Gesamtmotorik“ (Hollmann & Strüder, 2009, S.140). Als sehr universelle Leistungseigenschaft wird der Begriff Gewandtheit den vielseitigen und unterschiedlichen motorischen Handlungen nicht mehr gerecht und deshalb vom Begriff der koordinativen Fähigkeiten abgelöst, auch →Geschmeidigkeit/Beweglichkeit. Mehr…
Goniometrie
Goniometrie (goniometry), griech. gonia „Winkel“+ metrein „messen“; Winkelmessung zur Bestimmung von Körperwinkeln in der Biomechanik oder der Beweglichkeit in der Anthropometrie (→Goniometer). In der Mathematik übertragen auf das Rechnen mit Winkelfunktionen bzw. das Lösen von Gleichungen, die auf Winkelfunktionen basieren - trigonometrische Funktionen (sin, cos, tan). Das in der KLD des DSV verwendete Goniometer erfasst…
Hüftbeugemuskel
Hüftbeugemuskel (m. iliopsoas), von der Vorderseite der unteren Wirbelkörper bis zum oberen Drittel des Oberschenkelknochens verlaufendes Muskeltrio aus Darmbeinmuskel (m. iliacus) sowie großen und kleinen Lendenmuskel (m. psoas major und m. psoas minor), das das Bein hebt (indem es die Hüfte beugt) und die Wirbelsäule stabilisiert. Als tonischer Muskel tendiert der „Iliopsoas“ durch vieles Sitzen…