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Muskelquerschnitt

Muskelquerschnitt (muscle cross-sectional area - CSA), Schnitt im rechten Winkel zur Muskellängsachse als anatomischer Muskelquerschnitt, senkrecht zu den Faserbündeln als physiologischer Muskelquerschnitt, der maßgeblich die Kraft des Muskels bestimmt (u.a. Ikai & Fukunaga, 1968 bis Wirth et al. 2018). Als Mittelwert werden für Männer 7 ± 1 kp/cm2 und bei Frauen 6 ± 1 kp/cm2…

Muskelriss

Muskelriss/-ruptur (myorrhexis), lat. ruptura, „Zerreißung, Durchbruch‘; innere Verletzung eines Muskels durch Riss von einzelnen Muskelfasern oder des gesamten Muskels (zumeist am Übergang zur Sehne) durch direkte Gewalteinwirkung oder Überdehnung bei schnellkräftigen Bewegungen. Eine Ursache ist die ungenügende Durchblutung der Arbeitsmuskulatur durch unzureichende Erwärmung, Gewalteinwirkung durch Gegner bei Spielen, Ermüdung und Technikfehler. →Sehnenriss Erste Hilfe: nicht…

Muskelschlinge

Muskelschlinge (muscle loop), auch Muskelkette, koordinierter Einsatz mehrere Muskelgruppen. Sportliche Bewegungen resultieren immer aus der Arbeit mehrerer Muskeln. „Nicht ein einzelner →Muskel, mag er auch noch so kräftig entwickelt sein, sondern nur die innige funktionelle Verbindung der die Hauptarbeit synergistisch und antagonistisch leistenden, gut aufeinander abgestimmten Muskeln gewährleisten einen reibungslosen, ökonomischen und zugleich ästhetischen Bewegungsablauf“…

Muskelschwäche

Muskelschwäche (Myasthenie) (myasthenia), im Gegensatz zur Schlappheit nach Belastungen oder durch Trainingsausfälle bedingtem Rückgang der Muskelkraft handelt es sich hier um krankhafte Schwäche oder Ermüdung der Muskulatur, die auf ein Zusammenbrechen der normalen Kommunikation zwischen Muskeln und Nerven zurückzuführen ist. Folglich ist sie auch zu unterscheiden von der „zur Abschwächung neigenden (→phasischen) Muskulatur“, die zu…

Muskelschwund

Muskelschwund (muscle wasting) →Muskelatrophie

Muskelspannung

Muskelspannung (muscle tension, →Muskeltonus.

Muskelspindel

Muskelspindel (neuromuscular spindle), spezifische Muskelfaser, die als Propriozeptor der Skelettmuskulatur auf Längenveränderung (→Dehnung) und damit auch über den Spannungszustand (→Muskeltonus) informiert. →Sensomotorik, →Kinästhesie Muskelspindeln sind ein wesentlicher Teil des komplexen Steuer- und Regelsystems sportlicher Bewegungen. Sie erfüllen gleichzeitig mehrere Aufgaben und Funktionen zur Koordination von grob- und feinmotorischen Bewegungen, zur Herstellung und Aufrechterhaltung statischer Stellungen…

Muskeltonus

Muskeltonus (muscle tone), griech. tonos „Spannung“; Spannungszustand des Muskels, der zentralnervös über die Muskelspindeln gesteuert wird. Die Skelettmuskulatur ist lediglich im Schlaf entspannt (Schlaffheit 〈Atonie〉 während der REM-Phase), für die aufrechte Körperhaltung ist bereits ein Ruhetonus erforderlich. Der Muskeltonus unterliegt Muskeldehnungen, seelischen Erregungen (Verspanntheit) oder Temperaturschwankungen („steif vor Kälte“). Niedriger Muskeltonus wird auch als Muskelhypotonie,…

Muskeltraining, inspiratorisches

Muskeltraining, inspiratorisches (Inspiratory muscle strength training-IMST) →Atemtraining

Muskelverhärtung

Muskelverhärtung (Muskelhartspann, Myogelose) (muscular induration), anhaltende Verspannung der Muskulatur (reflektorischer Dauertetanus) durch Überbelastung, Fehlhaltung oder seltener durch Nerveneinklemmung und Arthrose. Maßnahmen: Massage, durch Wärme lokale Durchblutung anregen, bei schwerer Muskelverhärtung entzündungshemmende Mittel anwenden, aber vor allem sollten die zur Verhärtung führenden Ursachen beseitigt/vermieden werden. Nach exzentrischem Krafttraining kommt es zu einer Muskelschädigung, die von einer…

Muskelverkürzung

Muskelverkürzung (muscle shortening), hier ist nicht die Verkürzung bei isotonischer Muskelkontraktion gemeint, sondern eine bestimmte Veränderung der Grundspannung (Tonus) des Muskels bis zur schmerzhaften Dauerspannung, die durch eine reflektorische Dauererregung aufrechterhalten wird (→Muskelspindel). Im Extremfall führt sie zu schmerzhaften Fehlhaltungen und Bewegungseinschränkungen (Muskelkontraktur). Bei der Auswahl sportlicher Übungen sind die unterschiedlichen Muskelstrukturen zu beachten. So…

Muskelversagen

Muskelversagen (muscle failure), hier als Trainingsvariante, die sich besonders im Bodybuilding und Kraftsport (→Maximalkrafttraining) etabliert hat und selbst dort erfahrenen Sportlern vorbehalten bleibt. Unter Muskelversagen wird die Situation verstanden, in der der Athlet die Übung nicht mehr ausführen kann („mit der Kraft am Ende“ ist), eigentlich „Training bis zum Maximum“ (worüber intensiv gestritten wird). Problematisch…

Muskelzerrung

Muskelzerrung (Distension) (muscular strain), Verletzung der Sarkomere des Muskels durch plötzliche Überdehnung, häufig durch Ermüdung oder unzureichendes Aufwärmen, zeigt sich durch Schmerzen bei Muskelanspannung gegen Widerstand, Dehnungs- und Belastungsschmerz. Maßnahmen: je nach Umfang Trainingspause erforderlich, Kühlung, Flüssigkeitszufuhr (→Elektrolyte), keine Schmerzmittel, Nachbehandlung mit Dehnübungen (Maibaum et al. 2001) Exkurs: Eine Studie mit jungen Fußballern zeigte, dass…

Muskulatur, ischiocrurale

Muskulatur, ischiocrurale (ischiocrural muscles), auch Muskulatur der Oberschenkelrückseite, bestehend aus zweiköpfigen Schenkelmuskel (m. biceps femoris), Halbsehnenmuskel (m. semitendinosus), Plattensehnenmuskel (m. semimembranosus) und Kniekehlenmuskel (m. popliteus), zusammengefasst als Hamstring. Ihre wesentlichen Funktionen sind die Hüftstreckung und die Kniebeugung. Sie spielen beim Gehen eine wichtige Rolle sowie bei typischen Streckbewegungen im Sport (Radfahren, Rudern, Sprünge usw.) und…

Muskulatur, leistungsbestimmende

Muskulatur, leistungsbestimmende (musculature, achievement-determining), bewegungsrelevante Muskulatur für sportliche Bewegungen, (z.B. "radfahrspezifische Muskulatur") die über elektromyografische Untersuchungen ermittelt werden kann.  Das Wissen über diese Muskelgruppen (→Muskelschlingen) spielt eine große Rolle bei der Übungsauswahl für das Athletiktraining. Diese beschränkt sich nicht nur auf das spezifische Krafttraining, sondern auf das effektive Zusammenspiel der Muskelgruppen (→Muskelschlingen), das einen optimalen…

Muster, motorisches

Muster, motorisches (motor pattern) →Bewegungsmuster

Mut

Mut (courage), „bereitwillig etwas wagen, wozu man für gewöhnlich Angst hat“ (Wikipedia) und damit für die meisten Sportler eine Tugend. Die begriffliche Spannbreite äußert sich schon in den zahlreuchen Wortkombinationen von Gleichmut bis Unmut, gesteigert als Wagemut bis zu negativ als Hochmut. Die Ausführung des Schwimmens verlangt vergleichsweise weniger Mut als eine Reckübung oder der…

Myofibrillen

Myofibrillen (myofibrils), Teil der quergestreiften Muskelfaser, deren Untereinheiten Aktin- und Myosinfilamente die typische Querstreifung der Skelettmuskulatur ausmachen und im Verbund (Sarkomer) die kleinste kontraktile Einheit des Muskels sind. Die maximale Kraft eines Muskels ist von der Anzahl seiner Myofibrillen im physiologischen Querschnitt abhängig. →Muskelspindel Mehr zum Thema: http://flexikon.doccheck.com/de/Myofibrille - Zugriff 29.11.20 Steinacker, Wang, Lormes, Reißnecker…

Myogelose

Myogelose (myogelosis) →Muskelverhärtung  

Myoglobin

Myoglobin (Mb) (myoglobin), lat. globus ‚Kugel‘; ein dem Hämoglobin ähnlicher Eiweißkörper im Muskel (ST-Fasern/Muskelfaserstruktur), der die Sauerstoffaufnahme aus dem Blut beschleunigt und als Sauerstoffspeicher hilft, die Energiegewinnung über den anaeroben Weg (→anaerobe Energiestoffwechsel) zu begrenzen. Durch Ausdauertraining wird der Myoglobingehalt erhöht. Myoglobin ist als biochemische Kennziffer nach Herzinfarkt oder für eine trainingsbedingte Muskelschädigung (→Muskelkater) nachgewiesen (u.a.…