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Schnelligkeit

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Präaktivierung, neuromuskuläre

Präaktivierung, neuromuskuläre (neuromuscular pre-activation), mehrere maximale willkürliche Kontraktionen (maximal voluntary contractions, MVCs) der spezifischen Muskulatur vor Belastungen im Wettkampf/Test. Dadurchi werden die aktivierten neuromotorischen Einheiten mit tetanischen Reizfrequenzen erregt. Dies erhöht vorübergehend die Effizienz der Reizübertragung und -fortleitung in synaptischen Verbindungen und Muskelzellen (posttetanische Potenzierung/PTP). Die PTP beschleunigt die Emission von Calciumionen (Ca2+) aus dem…

Reaktionsschnelligkeit

Reaktionsschnelligkeit (reaction speed), Erscheinungsform der Schnelligkeit, die sich in der Fähigkeit äußert, auf einen Reiz (z.B. Startkommando) in kürzester Zeit zu reagieren. Sie wird als Reaktionszeit gemessen und ist damit ein wichtiges Element des Starts. Die Reaktionsschnelligkeit ist stark von der Latenzzeit abhängig und bis zum 10. Lebensjahr recht schwach ausgeprägt, erreicht aber zum späten…

Reaktionstraining

Reaktionstraining (reactive training), Training zur Verbesserung der Reaktionsschnelligkeit als eine Form des Schnelligkeitstrainings, das fast immer an andere Leistungsvoraussetzungen gekoppelt ist und sich durch die schnelle Reaktion auf ein Signal vor oder während einer Übung ergibt. Grundlegende methodische Anforderungen sind: Steigerung vom Einfachen zum Komplizierten (von einfachen elementaren zu wettkampfnahen komplexen Handlungen), Anwendung emotional positiver…

Reaktionszeit

Reaktionszeit (reactio time; response time), Zeit zwischen Reizsetzung und Reaktion, die individuell sehr unterschiedlich ausfällt. So wirken sich Müdigkeit, geringe Aufmerksamkeit, hohe Temperaturen oder Alkohol negativ auf die Reaktionszeit aus; positiv ein gut funktionierender Gehör- und Sehsinn und Erfahrung. Angeblich ist die Geschwindigkeit, mit der ein Mensch Informationen verarbeitet, ein Maß für die Intelligenz (https://de.wikipedia.org/wiki/Hicksches_Gesetz…

Schnelligkeit

Schnelligkeit (speed caoacity), koordinativ - konditionell determinierte Fähigkeit, um Bewegungshandlungen in kürzester Zeit zu vollziehen und/oder schnellstens zu reagieren. In der Sportwissenschaft gibt es verschiedene Sichtweisen zur Einordnung der Schnelligkeit in das System der sportlichen Leistungsfähigkeit. Ungeachtet dessen bleibt die Schnelligkeit eine „elementare →Leistungsvoraussetzung, die aus physiologischer Sicht an besondere Leistungen des neuromuskulären Systems gebunden…

Schnelligkeit, azyklische

Schnelligkeit, azyklische (speed capacity, acyclic), →azyklische Bewegungsschnelligkeit, Form der Komplexschnelligkeit bei azyklischen Bewegungen. →Schnelligkeit  Beispiel: Start und Wende beim Schwimmen = Aktionsschnelligkeit

Schnelligkeit, elementare

Schnelligkeit, elementare (speed caoacity,elementary), Schnelligkeit im engeren Sinne als „anatomisch-physiologisch annähernd eindimensional begründbarer Fähigkeitskomplex“ (Hohmann et al. 2002), auch: „reine“ Schnelligkeit oder „Grundschnelligkeit“ (Hauptmann in Schnabel et al. 2008, S.169). Die elementare Schnelligkeit ist stark anlagebedingt und gliedert sich in Reaktionschnelligkeit und Koordinationsschnelligkeit. Sie spielt besonder bei der Spezialisierung (Sprint) eine Rolle. →Talentauswahl

Schnelligkeit, komplexe

Schnelligkeit, komplexe (speed capacity, complex), kombinierte konditionelle Fähigkeit, die sich aus den vielfältigen Anforderungen der sportlichen Praxis, schnell zu Handeln (Handlungsschnelligkeit) und zu bewegen (Bewegungsschnelligkeit). Der dazu erforderliche Mix an Kraft, Ausdauer und Koordinationsschnelligkeit (Technik) ist die Grundlage sowohl von schnellen Einzelbewegungen (Aktionsschnelligkeit, Reaktionsschnelligkeit) als auch von "Sprints" als zyklische Bewegungsschnelligkeit.  →Schnelligkeit

Schnelligkeit, lokomotorische

 Schnelligkeit, lokomotorische (speed capacity, locomotor) „konditionelle Fähigkeit des Sportlers, sich durch zyklische Bewegungen mit höchstmöglicher Geschwindigkeit fortzubewegen“ (Heß, in Schnabel & Thiess, 1993, S.697), auch als Bewegungsschnelligkeit, Sprintschnelligkeit, Frequenzschnelligkeit bezeichnet.  →Schnelligkeit  

Schnelligkeit, zyklische

Schnelligkeit, zyklische (speed capacity, cyclic), → zyklische Bewegungsschnelligkeit, Form der Komplexschnelligkeit bei zyklischen Bewegungen. (→Schnelligkeit)

Schnelligkeitsbarriere

Schnelligkeitsbariere (speed-barrier), Sachverhalt, bei dem durch zu häufige Wiederholung in submaximalem Tempo das betreffende Erregungsmuster im Zentralnervensystem so gefestigt wird, dass Schnelligkeit in ihren zeitlichen, räumlichen und frequenzmäßigen Komponenten der Bewegung stagniert. Im Training eine Schranke in der Entwicklung der Schnelligkeit im Sinne eines Deckeneffektes, indem sich räumlich-zeitliche Parameter wie die Zugfrequenz zu stark verfestigt…

Schnelligkeitsdiagnose

Schnelligkeitsdiagnose (speed diagnosis), Tests zur Überprüfung des Niveaus der Schnelligkeitsfähigkeiten, zumeist sportmethodische Tests unterstützt durch biomechanische Messverfahren, wie Geschwindigkeitsmessungen für die Zyklusschnelligkeit (in sec oder m/s), Zug- oder Schlagfrequenzen, Tappingfrequenz für die Frequenzschnelligkeit, Kontaktzeiten, Nieder-Hochsprünge für azyklische Schnelligkeit (→Aktionsschnelligkeit), Fallstabtest für Reaktionsschnelligkeit. Im Schwimmen wird die Sprintschnelligkeit durch die Zeitnahme von 15m bzw. 25m-Sprints in…

Schnelligkeitstraining

Schnelligkeitstraining (speed training), planmäßiger Prozess der Ausbildung der Schnelligkeit, die stark anlagebedingt und damit nur begrenzt trainierbar ist (→Talent, →Muskelfaserstruktur). Im langfristigen Leistungsaufbau sind im Interesse einer vielseitigen Ausbildung (→Vielseitigkeit) die Schnelligkeitsfähigkeiten bereits ab frühem Schulkindalter zu schulen. Dabei wurden besonders in der azyklischen Bewegungsschnelligkeit die höchsten Steigerungsraten nachgewiesen. Kraftabhängige Formen der Schnelligkeit können nach…

Sprint

Sprint (sprint), im allgemeinen Sprachgebrauch „ein kurzes und mit höchstmöglicher Geschwindigkeit bestrittenes Rennen“, das im Schwimmen bis auf die 100m ausgedehnt wird (MEYERS Lexikon 1996) und damit im Widerspruch zur trainingswissenschaftlichen Erklärung steht, wonach Sprint auf die Schnelligkeitsfähigkeiten beschränkt bleibt, aber die Schnelligkeitsausdauer einschließt. Obwohl es sich hierbei um "überschaubare" Distanzen handelt, verläuft die Geschwindigkeit…

Sprint-assisted-Training

„Sprint-assisted-Training“ (unterstützendes Sprinttraining) – aus der Leichtathletik übernommene Trainingsmethode, bei der mit Hilfsmitteln höhere Geschwindigkeiten als unter normalen Bedingungen erreicht werden (→Schnelligkeitsbarriere). Das Gegenteil ist das Resisted Sprint Training, bei dem durch Widerstand (Bremsen) mehr Kraft aufgewendet werden muss. Beispiel: Schwimmen am Gummiseil, zurück mit ausgespannten Seil (assisted), mit Ausdehnen des Seils (resisted). →SWG Nach…

Sprinter

Sprinter (sprinter), Schwimmer, dessen Hauptwettkampfstrecke die 50m sind (→Sprint) und der folglich sein Training danach ausrichtet (→Sprinttraining). Platonov & Bulatova (1993) ermittelten bereits bei Kindern im Grundlagentraining „Sprinter“, die sich durch hohe Werte in Körperhöhe und Gewicht, in den Umfangs- und Längenmaßen der Extremitäten, hohe anaerobe Intensität und funktionale Beweglichkeit sowie Vorteilen in der alaktaziden…

Sprintschnelligkeit

Sprintschnelligkeit (sprinting speed), im Schwimmen leistungsrelevante Erscheinungsform der komplexen Schnelligkeit, indem zyklische Bewegungen mit höchster Geschwindigkeit ausgeführt werden (→Bewegungsschnelligkeit, zyklische). Das Training der Sprintschnelligkeit setzt eine höhere Schwimmgeschwindigkeit als maximales Renntempo voraus und ist deshalb von der Streckenlänge auf 15 – 25m begrenzt. Zugleich soll durch Pausen von drei Minuten die energetische und neuromuskuläre Regeneration…

Sprinttraining

Sprinttraining (sprint training) →Kurzstreckentraining  

Stabfalltest

Stabfalltest (staff-drop-test), einfacher Reaktionstest (Reaktionsschnelligkeit), indem ein mit einer Zentimeterskala versehener, senkrecht in der Hand gehaltener Rundstab plötzlich losgelassen und sofort wieder ergriffen wird. Die Fallstrecke des Stabes zählt als Maß der Reaktionszeit. →Schnelligkeit

Tapping

Tapping-Test (tapping-test), psychomotorischer Test, bei der die Versuchsperson mit der dominanten Hand so schnell wie möglich auf eine Unterlage klopft (to tap - klopfen). Mit dem Tapping-Test können Geschwindigkeit und Genauigkeit von Hand- und Beinbewegungen ermittelt werden. Deshalb werden in der Schnelligkeitsdiagnose mittels Kontaktplatten kleinräumige, alternierende Bewegungen gemessen. Beim Beintapping sollten die Kontaktzeiten bei 50-80…