Öffnet in einem neuen Tab

Koordination

91 Einträge

Koordination

Koordination (coordination), lat. ordinare „in Reih und Glied stellen, regeln, ordnen“; Begriff mit zahlreichen Anwendungsfeldern, allgemein wird unter Koordination „das Aufeinanderabstimmen, die gegenseitige Zuordnung verschiedener menschlicher, sozialer, wirtschaftlicher oder technischer Vorgänge“ verstanden (Wikipedia). → Fähigkeiten, koordinative, →Lateralität In der Sportwissenschaft versteht man unter Koordination das Zusammenwirken von Zentralnervensystem und Skelettmuskulatur innerhalb eines gezielten Bewegungsablaufes“ (Hollmann &…

Koordination, intermuskuläre

Koordination, intermuskuläre (coordination, intermuscular), Zusammenwirken der verschiedenen an einer Bewegung beteiligten Muskeln, so im Rahmen von Muskelschlingen und dem Wirken von Agonist und Antagonist. Intermuskuläre Bewegungskoordination ist nicht auf anders strukturierte Bewegungen übertragbar, womit die Bedeutung bewegungsspezifischer Ausbildung unterstrichen wird. Beispiel im Schwimmen: Von zwei Hochleistungsschwimmern wurde die Muskelaktivität mittels EMG bei vier verschiedenen Schwimmgeschwindigkeiten…

Koordination, intramuskuläre

Koordination, intramuskuläre (coordiantion, intramuscular), Zusammenwirken von motorischen Einheiten eines Muskels. Sie wird bestimmt durch die Fähigkeit, alle motorischen Einheiten einzubeziehen (→Rekrutierung), diese möglichst schnell mit höchster Entladungsfrequenz (→Frequenzierung) und gleichzeitig (Synchronisation) einzusetzen. So kann ein Sportler bis zu 90-95% der motorischen Einheiten eines Muskels aktivieren, gegenüber 70% des Untrainierten. Es kommt aber nicht nur darauf…

Koordination, motorische

Koordination, motorische (neuromuscular coordination) →Bewegungskoordination (sensomotorische Koordination)

Koordination, räumliche

Koordination, räumliche (spital coordination), Abstimmung des neuromuskulären Systems bei komplexen Bewegungshandlungen unter räumlichem Aspekt. Eine gezielte Erarbeitung zentral-peripherer und intertonischer Aktivierungsmuster der Auge-Kopf-Körpersteuerung bei Schwung- und Sprungbewegungen sind bereits im Grundlagenbereich von fundamentaler Bedeutung für die spätere Leistungsentwicklung, da sie maßgeblich zur Verkürzung von Lernzeiten als auch zur Effektivierung von Bewegungsabläufen beitragen (Laßberg & Krug,…

Koordination, zeitliche

Koordination, zeitliche (temporal coordination), Abstimmung des neuromuskulären Systems bei komplexen Bewegungshandlungen unter zeitlichem Aspekt. →Timing, →Koordinationsschnelligkeit, →Koordination, →Raumorientierung, →Raumsinn Beispiele: Mit einer neuen sensorbasierten Messmethode erfassten Köhler et al. (2016) die Bewegungen von Hüft- und Schulterachse in Amplitude, Dynamik und zeitlicher Koordination beim Kraulschwimmen. Sie stellten fest, dass die Phasenverschiebung mit der Schwimmgeschwindigkeit zunahm. Während…

Koordinationsfähigkeit

Koordinationsfähigkeit (coordination ability) →Fähigkeit, koordinative

Koordinationsindex

Koordinationsindex (IdC) (coordination index), von Cholett et al. (2000) entwickelter Index zur Quantifizierung der Armkoordination im Kraulschwimmen, um Lücken (negative IdC) und Überlappungen (positive IdC) im Armantrieb zu messen. Der IdC steigt mit dem Leistungsniveau an und steht damit in Beziehung zur Schwimmgeschwindigkeit. Einen maßgeblichen Anteil hat dabei die Überlappung der Vortriebsphasen ("Superposition"). Die IdC…

Koordinationsschnelligkeit

Koordinationsschnelligkeit (coordination speed), Bestandteil der elementaren Schnelligkeit, basierend auf der Schnelligkeit im Dehnungs- Verkürzungszyklus (Übergang von der exzentrischen zur konzentrischen Kontraktion) und damit bei zyklischen Bewegungen als Frequenzschnelligkeit, bei azyklischen Bewegungen mit äußerst kurzer Bewegungszeit (Kampfsportarten, Wasserspringen, Eiskunstlauf usw.) als Aktionsschnelligkeit (Weineck, 2002). Im Skiläuferverband (DSV) versteht man unter Schnellkoordination "unter Zeitdruck koordinativ schwierige Aufgaben…

Koordinationstraining

Koordinationstraining (coordination training), Training zur Verbesserung allgemeiner, technikübergreifender koordinativer Leistungsvoraussetzungen, zur Erweiterung allgemeiner Bewegungserfahrungen und der Ausprägung eines spezifischen Bewegungsgefühls (→Bewegungsempfinden). Techniktraining ist auch Koordinationstraining, ist jedoch stärker fertigkeitsorientiert (Hirtz in Schnabel et al. 2008, S.301). Den Streit, ob man nun von „koordinationsorientierten Techniktraining“ oder „technikorientierten Koordinationstraining“ sprechen sollte, überlassen wir den Wissenschaftlern. Wichtiger ist,…

Koordinationstraining, intramuskuläres

Koordinationstraining, intramuskuläres (IK-Training) (intramuscular coordination training), Maximalkrafttraining, bei dem gleichzeitig eine höchstmögliche Anzahl von Muskelfasern aktiviert wird. Diese Trainingsform beruht auf der Fähigkeit des Nerv-Muskelsystems, sich mit typischer Rekrutierungsfolge an erhöhten Kraftbedarf anzupassen und entsprechend mehr Muskelfasern in der Folge zuzuschalten (→Muskelfaserschaltung): langsame ST-Fasern→schwächere FTO-Fasern→starke FTG-Fasern →HENNEMANNsches Prinzip). Dazu sind explosive maximale konzentrische Krafteinsätze bei…

Kopplungsfähigkeit

Kopplungsfähigkeit (coupling ability), Komponente der koordinativen Fähigkeit „zur räumlich, zeitlich und dynamisch abgestimmten Organisation der Einzelbewegungen untereinander“ (Meinel & Schnabel, 2004). Sie ist im Schwimmen eine wesentliche Voraussetzung zur optimalen Koordination von Einzelbewegungen (Arm- und Beinbewegungen) mit der Atmung und zur Gestaltung der Übergänge bei Start und Wende im Schwimmen. →Bewegungskoppelung Beispiele im Schwimmen: als…

Lateralität

 Lateralität (laterality) →Seitigkeit

Leistungsvoraussetzungen, innere

Leistungsvoraussetzung, innere, endogene, personale (performance preconditions, personal), Schnabel (2003) unterscheidet zwischen einer unmittelbar handlungsbezogenen Ebene und einer Basisebene der physischen und psychischen Grundvoraussetzungen und – prozesse (s. Abb.). Die elementaren Funktionen der einzelnen Funktionssysteme sowie die psychischen Grundfunktionen- und prozesse sind mit den handlungsbezogenen Leistungsvoraussetzungen wechselseitig verknüpft. Die Bündelung einzelner Leistungsvoraussetzungen (→Konstitution, →Kondition usw.) werden…

Mechanorezeptoren

Mechanorezeptoren (mechanoreceptors), griech. mēchanē „Werkzeug, Maschine, (Hilfs-)Mittel“, lat. receptor „Aufnehmer“; sensible Sinneszellen (Sensoren), die auf mechanische Reize reagieren und diese weiterleiten, z.B. Rezeptoren im Muskel, im Ohrlabyrinth oder in der Haut. Sie informieren über die Stellung der Gelenke sowie über Richtung, Ausmaß und Geschwindigkeit von Bewegungen. Folglich spielen sie eine große Rolle für die Wahrnehmung…

Muskelspindel

Muskelspindel (neuromuscular spindle), spezifische Muskelfaser, die als Propriozeptor der Skelettmuskulatur auf Längenveränderung (→Dehnung) und damit auch über den Spannungszustand (→Muskeltonus) informiert. →Sensomotorik, →Kinästhesie Muskelspindeln sind ein wesentlicher Teil des komplexen Steuer- und Regelsystems sportlicher Bewegungen. Sie erfüllen gleichzeitig mehrere Aufgaben und Funktionen zur Koordination von grob- und feinmotorischen Bewegungen, zur Herstellung und Aufrechterhaltung statischer Stellungen…

Neuroathletik(training)

Neuroathletiktraining (neuro athletic training), auch neurozentriertes Training. Weiterentwicklung des klassischen Athletiktrainings, indem Gehirn und Nervensystem als zentrale Elemente der Bewegungssteuerung ins Training miteinbezogen werden (Lienhard, 2015). "Während Athletiktraining vorrangig outputzentriert ist (Verbesserung von konditionellen Fähigkeiten), bietet Neuroathletik stattdessen eine neurozentrierte Herangehensweise, d.h. die Verbesserung der eingehenden Signale und deren Verarbeitung / Integration stehen zunächst im…

Orientierungsfähigkeit

Orientierungsfähigkeit (orientational ability), Komponente der koordinativen Fähigkeiten zur „Bestimmung und zieladäquaten Veränderung der Lage und Bewegung des Körpers in Raum und Zeit bezogen auf ein Aktionsfeld (z.B. Schwimmbahn, Wende) oder ein sich bewegendes Objekt (z.B. Gegner)“ (Meinel & Schnabel 2004). →Propriorezeptoren Da sich der Schwimmer in einem ungewohnten Medium befindet spielt die Orientierungsfähigkeit im Bereich…

Parietallappen

Parietallappen (perietal lobe), Abschnitt des Großhirns, mit somatosensorischen Funktionen und Beteiligung an räumlicher Aufmerksamkeit und Denken sowie visuelle Steuerung von Bewegungen. „Im Parietallappen residiert einerseits die Somatosensorik: Was der Körper fühlt, wo sich eigene Gliedmaßen befinden und in welcher Stellung, dies ist Aufgabe der Propriozeption und des primären somatosensorischen Cortex. Der posteriore Parietallappen setzt diese…

Prinzip der Beidseitigkeit

Prinzip der Beidseitigkeit (principle of ambidexterity), Trainingsprinzip, wonach bei Bewegungshandlungen oder Bewegungsaktionen linken wie rechten Extremitäten die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wenn diese Befähigung zur beidseitigen Ausführung besonders in den Sportspielen eine Rolle spielt, so sollten auch im Schwimmen Armzüge und Beinschläge beider Seiten von annähernd gleicher Qualität sein. So können an der FES-Armzugbank Kraft…