Belastung
129 Einträge
Radikale, freie
Radikale, freie (free radicals), lat. radicula „Würzelchen“; Bestandteile von Molekülen, die als ungebundene Radikale (besonders reaktionsfreudige Atome oder Moleküle) biologisches Gewebe in „oxidativen Stress“ versetzen und somit zerstören können. In dem Sinne Erklärungsmodell für das Altern aller Organismen. Sie entstehen auch bei intensiven Trainingsbelastungen durch Überlastung der Verbrennungsprozesse in den Mitochondrien, können aber auch durch…
Responder
Responder (responder), aus dem Englischen „der Antwortende“; in der Medizin übertragen auf Personen, die auf bestimmte Verfahren (z.B. Operationstechnik) oder auf Medikamente reagieren, im Sport entsprechend auch auf Trainingsreize. Im Leistungssport, besonders im Nachwuchsbereich, wird vorrangig in Gruppen nach einheitlichen Plänen trainiert. Trotzdem reagieren die Sportler unterschiedlich. Das liegt an der Heterogenität im Ansprechen auf…
Scheuermann, morbus
Scheuermann, morbus (Scheuermann’s disease), auch: juvenile Osteochondrose der Brustwirbelsäule, wachstumsbedingte, vermehrte Rundrückenbildung im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS). Es ist eine der häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule, von der Jungen stärker betroffen sind als Mädchen. Die Ursachen sind oft genetisch bedingt, können aber auch durch sportliche Überbelastung ausgelöst oder verstärkt werden und zu schwerer Deformierung führen. Noch…
Schultergürtel
Schultergürtel (shoulder girdle), aus Schulterblatt, Schlüsselbein und Brustbein bestehende sehr bewegliche Verbindung des Rumpfes mit den oberen Extremitäten. Im Gegensatz zum relativ starren Becken ist beim Schultergürtel alles im Interesse der „Greiforgane“ auf vielseitige Beweglichkeit abgestimmt (Tittel, 2003, S. 128). Wichtige Muskeln sind der Kapuzenmuskel (m. trapezius), der Schulterblattheber (m. levator scapulae), der große Rautenmuskel…
Schulzeitstreckung
Schulzeitstreckung (School extension), Verlängerung der Schulzeit, um im dualen System der Ausbildung sowohl schulischen als auch anderen spezifischen (hier sportlichen) Aufgaben gerecht zu werden. dazu sind „flexible Regelungen der Verweildauer in den Bildungsgängen der Sekundarstufen I/II unter vollständiger Ausschöpfung der schulrechtlichen und -organisatorischen Möglichkeiten zur Entzerrung von zeitlichen Anforderungen anzustreben“ (Ständige Konferenz der Kultusminister, Berlin…
Sehne
Sehne (tendon; sinew), Anatomie: Tendo; straffe bindegewebige Verbindung zwischen Muskel und Knochen. Als „Hilfsorgan des Muskels“ meldet es durch die Sehnenspindeln Spannungsänderungen an die Zentrale. Sehnengewebe passt sich zeitlich versetzt besonders gut bei Kindern und Jugendlichen an Belastungen und erreicht bis zum 25. Lebensjahr seine maximale Festigkeit. Durch moderates Krafttraining wird die Sehne größer, kräftiger…
Sehnenschmerz
Sehnenschmerz (tendinosis) (Anat.: Tendinose), „Schmerzen im Ansatzbereich einer Sehne als Folge von Fehlbelastungen oder starker Impulsbelastungen“ (Neumann in Schnabel & Thieß, 1993, S.720). Sehnenschmerzen treten bei Schwimmern besonders dort auf, wo durch die stete Wiederholung von Bewegungen in „anatomischen Grenzregionen“ (Schulter, Knie) Sehnenscheiden oder/und Schleimbeutel gereizt werden. Bei für Schwimmer ungewohnten Belastungen an Land, z.B.…
Skoliose
Skoliose (scoliosis), griech. skolios „krumm“) seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule. Sie ist zumeist angeborenen, kann aber auch die Folge von Haltungsschwäche und einseitiger muskulärer Beanspruchung sein. In leichter Form kommt die Skoliose bei fast allen Menschen vor, als krankhaft wird eine dauerhafte Verkrümmung mit gleichzeitiger Verdrehung (Torsion) der Wirbelkörper bezeichnet. Therapeutisch…
Stress
Stress (stress), engl. für Belastung oder Druck; Störung des Gleichgewichts (Homöostase) durch physische oder psychische Faktoren (Stressoren). Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Stress eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Nach neuesten Erkenntnissen verhindert Stress, dass im Gehirn (Hippocampus) Nervenzellen erneuert werden. Durch ständigen Stress werden Neugier und mentale Aufnahmefähigkeit getrübt, die Gedächtnisleistungen lassen nach. →“burnout“,…
Stressor
Stressor (stressor), Reiz, der den Organismus aus dem Gleichgewicht (Homöostase) bringt, weil die Möglichkeiten, den Reiz positiv zu beantworten nicht ausreichen. Stressoren für den Sportler sind weniger in der Trainingsbelastung angesiedelt als mehr im Umfeld (Schule, Beruf, soziale Bindungen usw.). Typische Stressoren des Trainers sind: permanenter Leistungsdruck, Misserfolgsangst und Existenzbedrohung; Überforderung durch Aufgabenvielfalt; beschränkte Leitungsbefugnisse;…
Stütz- und Bewegungssystem
Stütz- und Bewegungssystem (musculo-skeletal sytem) →Bewegungsapparat
Überforderung
Überforderung (over-load), Summe von Anforderungen, die ein Mensch, eine Institution oder ein System nicht bewältigen kann. Auf den Sport übertragen eine das Leistungsvermögen des Sportlers übersteigende Anforderung im Training oder auch in der Gesamtbelastung durch Schule/Beruf und Training (→Karriere, duale), wobei auch das stützende Umfeld (→Förderung) eine maßgebliche Rolle spielt. Besonders im Nachwuchstraining ist der…
Überlastung
Überbelastung (overloading), über ein erträgliches Maß hinausgehende Belastung, z.B. Knochenbruch bis zum Erschöpfungssyndrom, In der Psychologie spricht man eher von Fehlbelastung/Fehlbeanspruchung. →Übertraining Mit steigendem Trainingsumfang und zunehmendem Alter gehen Überlastungserscheinungen einher, wie muskuläre Dysbalancen, Achillessehnenreizung, Fersensporn, Kniescheibenschmerz oder Stressfraktur. Oft wird zu wenig beachtet, dass Knorpel, Sehnen, Bänder und Knochen eine etwa dreimal längere Anpassungszeit…
Überlastungsschaden
Überlastungsschaden (overuse injury), durch langzeitige Überbelastung ausgelöste Schädigung des Stütz- und Bewegungssystems. Eine Untersuchung amerikanischer Topschwimmer ergab zu 66,3% Schulterbeschwerden (→Schwimmerschulter), 30% Kniebeschwerden (→Schwimmerknie) und 20% Rückenbeschwerden (Hall, 1980). Bei deutschen Kaderschwimmern waren es Anteile von 31,1% (Schulter), 32,4% (Knie) und 15,6% (Rücken), die vor allem auf die sich nach langjährigem Training ergebenden muskulären Dysbalancen…
Überlastungssyndrom
Überlastungssyndrom (overloading syndrome), krankhafter Zustand als Folge mechanischer Überlastung (→Überlastungsschaden), aber auch zunehmend psychischer Fehlbelastung. Bis zu 50% aller Verletzungen im Nachwuchssport sind auf Übertraining (darunter auch Überlastung) zurückzuführen (Dalton, 1992) →Übertrainingssyndrom
Übertrainingssyndrom
Übertrainingssyndrom (ÜTS) (overtraining syndrome), unter Syndrom versteht man ein durch einen Komplex von Symptomen gekennzeichnetes Krankheitsbild, dessen Ursachen nicht umfassend bekannt sind. Das ÜTS ist dann ein „Komplex subjektiver Beschwerden und objektiven Symptomen infolge eines Übertrainings“ (Kent & Rost1999, S. 430), verbunden mit einem Abfall der sportlichen Leistung. Obwohl eine Objektivierung ohne sportmedizinische Diagnostik (Bestimmung…
Unterforderung
Unterforderung (unterloading), Diskrepanz zwischen Anforderung und individuellem Leistungsvermögen. Im Unterricht /Studium (Hochbegabte) wie im Berufsleben führen permanente Unterforderung, Langeweile und Desinteresse zu Resignation und Krankheit. Die englischen Psychologen Rothlin & Werder (2007) prägten dafür den Begriff „Boreaut“ (Ausgebrannt durch Langeweile) mit ähnlichen Symptomen versehen wie „Burnout“. Im sportlichen Training verstehen wir unter Unterforderung ein Training…
Unterlastung
Unterlastung (derating) →Unterforderung, Rückgang der Belastung unter die bisherigen Anforderungen, der mit einem Nachlassen des allgemeinen Leistungsvermögens oder einzelner körperlicher Fähigkeiten (z.B. Muskelkraft bei geringerer Beanspruchung der Muskulatur) einhergeht. Im Gegensatz zur Über(be)lastung spielt der Begriff im Sport eine untergeordnete Rolle, obwohl ihm oft Leistungsstagnation geschuldet ist. Anders gesamtgesellschaftlich gesehen, wo muskuläre Unterlastung inzwischen die…
Vasodilatation
Vasodilatation (vasodilation), lat. vas ‚Gefäß' und dilatatio ‚Erweiterung'¸ Erweiterung von Blutgefäßen mit vermehrtem Durchfluss, hervorgerufen durch körperliche Belastung (→Trainingsbelastung), hohe Temperaturen, Stress, hohem Blutdruck oder Medikamente. Gegensatz →Vasokonstriktion Mehr zum Thema: http://symptomat.de/Vasodilatation