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Dehnung

Dehnung (extension; stretching), (Mechanik) Effekt einer Zugwirkung, in der Trainingsmethodik die Anwendung muskulärer Dehnübungen, die im Schwimmen zum Trainingsalltag gehören. Besonders mit zunehmendem spezifischem Training neigt die Muskulatur zu Verkürzungen, die aber mit Dehnübungen nur begrenzt eingeschränkt werden können. Hier ist ein Aufbautraining der defizitären (antagonistischen) Muskulatur wirksamer (Wiemann et al. 1998). Ferner führt Dehnung…

Dehnung, postisometrische

Dehnung, postisometrische (post-isometric relaxation) →postisometrische Relaxation

Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ)

  Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ) (Stretch-shortening exercise), Arbeitsweise des neuromuskulären Systems durch Kombination von exzentrischer und konzentrischer Kontraktion. So folgt z.B. beim Niedersprung auf eine kurze exzentrische Phase der Muskulatur (entgegen der Arbeitsrichtung) eine konzentrische Phase. Durch die Voraktivierung wird eine stärkere Muskelspannung und höhere Kraftleistung erreicht. Der DVZ wird dabei maßgeblich von der Elastizität der Sehnen…

Dehnungsgeschwindigkeit

Dehnungsgeschwindigkeit (extension velocity; stretch velocity), hier auf die Geschwindigkeit bezogen, mit der Dehnübungen durchgeführt werden. Die Dehnungsgeschwindigkeit ist je nach Methode unterschiedlich. Während beim aktiv-dynamischen Dehnen eine schwunghafte kontrollierte Ausführung möglich ist, ist die aktiv-statische Methode durch eine langsame Bewegung bis zur Endstellung charakterisiert, die 10-30 sec gehalten werden sollte. Zwischen der Größe des Dehnungsreflexes und…

Dehnungsmethoden

Dehnungsmethoden (stretching exercises) →Dehnübungen

Dehnungsreflex

Dehnungsreflex (myotatic reflex; stretch reflex), Reaktion auf einen Dehnungsreiz, die von den Muskelspindeln ausgelöst wird und den Muskel vor Überdehnungen und Rissen schützt. Die Muskelspindeln bestehen aus spezialisierten Skelettmuskelfasern und sind von einer Nervenfaser umgeben. Diese reagieren auf die Längenveränderungen der Muskelfasern mit einem Aktionspotential und lösen die Kontraktion des Muskels eigenständig aus (monosynaptischer Dehnungsreflex).…

Dehnungsrezeptor

Dehnungsrezeptor (stretch receptor), Empfangseinrichtungen eines Organs oder eines Organteils, die auf Dehnung des entsprechenden Gewebes ansprechen. Sie kommen z. B. in den Muskeln (→Muskelspindel), der Lunge, im Magen-Darm-Trakt und im Herzmuskel vor. So messen die Dehnungsrezeptoren der Herzkammer, wie sehr der Herzmuskel durch das hineinströmende Blut gedehnt wird und bestimmen daraufhin die Kraft des nächsten Herzschlages.…

Dehydration

Dehydration/Dehydratation (dehydration), griech. hydro „Wasser“+ de „fehlend“; Flüssigkeitsverlust des Körpers, der die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann (→Temperatur, Abnahme →Blutdruck und  Herzminutenvolumen, Unwohlsein, Schlaflosigkeit bis zur Beeinflussung der Laktatschwelle). Starkes Flüssigkeitsdefizit (→Flüssigkeitshaushalt) kann zum Kollaps, ein Wasserverlust von 15% des Körpergewichts zum Tode führen. Wir sollten uns immer vor Augen halten, dass unser Körper zu 75% aus…

Dekontraktion

Dekontraktion (decontraction), lat. contrahere „zusammenziehen“, durch „de“ Gegenteil; Verlängerung eines Muskels oder einer Muskelgruppe, in der Physiotherapie therapeutische Maßnahme zur kurzzeitigen Verringerung des Längendefizits (Verkrampfung) von Muskeln. Man unterscheidet globale Dekontraktion zusammenhängender Muskelverbände und spezifische Dekontraktion einzelner Muskelgruppen. Bei der Dekontraktionsstechnik wird immer die Gegenbewegung zu der  belastenden Bewegung ausgeführt (Kräftigung der Antagonisten, Entspannung der…

Delfinbeinschlag

Delfinbeinschlag (dolphin kicking) →Delfinbewegung

Delfinbewegung

Delfinbewegung (dolphin kicking), wellenförmige  (undolatorische) Bewegung des Körpers (ähnlich der Schwanz- und Flossenbewegung des „Namensgebers“), die mit dem Abwärtsschlag der symmetrisch geführten relativ locker einwärts gedrehten Füße endet. Dabei erweist sich der zeitlich verschobene Einsatz der Bewegung in den distalen Gelenken als zusätzliche Vorbereitung der jeweiligen Muskelgruppen. Der Impuls für den Abwärtsschlag der Beine erfolgt…

Delfinhaschen

„Delfinhaschen“ (dolphin catch), umgangssprachlich für Fang- oder Greifspiel in hüfthohem Wasser, bei dem die Fortbewegung nur durch „Delfinsprünge“ gestattet ist.

Delfinschwimmen

Delfinschwimmen (dolphin stroke), spezielle Technik im Schmetterlingsschwimmen mit synchroner Bewegung von der Hüfte bis zu den Füßen in vertikaler Ebene (→Delfinbewegung). Im olympischen Programm sind die 100/200m-Schmetterling (sowie als Teilstrecke im Lagenschwimmen) verankert, während die 50m bei Welt- und Europameisterschaften geschwommen werden. Historie: Bereits 1935 schwamm der Amerikaner Sieg mit dem „Fischschwanzschlag“ die 100-Yards in…

Delfinwende

Delfinwende (open turn for butterfly) Richtungswechsel an der Beckenwand beim Delfinschwimmen  mehrheitlich mit der Kippwende, verschiedentlich auch mit der Rollwende, die aber eine extrem schnelle Drehung voraussetzt.

Deliberate play

Deliberate play (engl. „Spiel betont“) – im übertragenem Sinne spielerisch, vielseitiges Üben, das von Sportlern ausgeht, die freudbetont sich in mehreren Sportarten versuchen ohne sich bestimmten Zwängen durch Wettkämpfe oder Trainingsbelastungen auszusetzen. Im Vordergrund steht die Selbstorganisation des Übungsbetriebs ohne Beaufsichtigung durch Erwachsene/Trainer. Angeblich haben dieses zwanglose Üben in mehreren Sportarten (→Sampling) und spielerische Sportaktivitäten…

Deliberate practice

Deliberate practice (engl. „praxisbetont“); im übertragenem Sinne zielgerichtetes bewusstes Üben, „eine hoch organisierte, hoch konzentriert durchgeführte Lernaktivität, welche stets auf die Verbesserung der eigenen Leistung gerichtet ist" (Ziegler, 2008, S. 41). Die aus Studien bei Musikern entwickelte Theorie geht von einer Faustformel aus, wonach mindestens 10.000 Stunden geübt und damit in der Regel frühzeitig begonnen…

Deltamuskel

Deltamuskel (m. deltoideus), →Muskel aus der Gruppe der Rückenmuskeln, der wie eine Kappe die Schulter umschließt und somit auch stabilisiert. Er ist an nahezu an allen Bewegungen der Schulter beteiligt.→Schultergürtel Ursprung: Schlüsselbein, Schulterhöhe, Schulterblattgräte, Ansatz: Oberarmbein, Funktion: Beteiligung an allen Bewegungen im Schultergelenk und dessen Stabilisierung. Als „Schwimmermuskel per excellence“ (Weineck, 2002) bringt er beim…

Demokratie

Demokratie (democracy), aus Lat. „Volksherrschaft“, im Grundgesetz der BRD verankerte Staatsform, im weiteren Sinne an die Idee der Volkssouveränität gebunden und das erfolgreichste Verfahren zur friedlichen Konfliktlösung, das den mündigen Bürger voraussetzt. Für Coubertin fußte der Olympismus auf den Grundlagen Demokratie und Internationalismus. In Deutschland spielt der Sport eine wichtige Rolle im Rahmen des von…

Demonstration

Demonstration (demonstration), →Demonstrieren

Demonstrationsfähigkeit

Demonstrationsfähigkeit (demonstration ability; presentation ability), Fähigkeit des Trainers, „die zu vermittelnden Bewegungshandlungen dem Lernenden in der dem sporttechnischen Leitbild entsprechenden Weise vorzumachen“ (Krüger in Schnabel & Thieß,1993, S.205). Dabei sollten optische und verbale Informationen miteinander verbunden werden. Die Demonstrationsfähigkeit ist das „A und O“ des Nachwuchstrainers und spielt deshalb in der Trainerausbildung (Lehrproben) eine wichtige…